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Ausgabe: 06. November 2017

Georg Fraisl

„Das hat man nicht durchgedacht“

 

Die Luft ist draußen in der Westliga. Nicht nur weil allen die lange Saison in den Knochen steckt. Der angekündigte Aufstiegsverzicht der führenden Klubs hat diese Spielklasse jeder Spannung beraubt. Es geht an der Tabellenspitze um die Goldene Ananas. Ein Zustand, mit dem sich auch TFV-Präsident Sepp Geisler im „Krone-Interview“ nicht anfreunden kann.

Zufrieden mit dem Zustand der Westliga?

Ich seh mir gern Spiele an, ich finde diese Liga, was den Ist-Zustand betrifft, gut. Aber wenn ich mir die Zukunft ansehe, besteht Handlungsbedarf, keine Frage. Man hat bei der Liga-Reform nur nach oben geschaut, nicht auf den Unterbau. Die ganze Sache wurde einfach nicht konsequent zu Ende gedacht. Dass niemand aufsteigen will, ist natürlich nicht Sinn der Sache.

Sollte man Klubs, die nicht aufsteigen wollen, nicht härter bestrafen?

Ich verstehe den Gedanken, aber ich bin kein Freund von groben Sanktionen. Weil ich glaube, dass es sich Vereine, die nicht rauf wollen, dann halt irgendwie richten. Das könnte ganz unsportlich werden. Zudem fürchte ich als Jurist, dass sich für den Verband ein Haftungsproblem ergeben könnte. Wenn wir einen Klub nach oben zwingen und der dann in finanzielle Schwierigkeiten gerät.

Was tun?

Wir müssen drüber reden. Die Landespräsidenten von Salzburg und Vorarlberg kommen in dieser Woche nach Tirol. Und Ende November gibt es in Linz ein österreichweites Treffen zu diesem Thema. Wir brauchen eine Strategie.

Ist das Liga-Format mit 16 Klubs in der zweiten Leistungsstufe falsch?

Falsch würde ich nicht sagen, aber ... Man muss ohnehin schauen, ob man 16 Klubs findet. Vielleicht wird auch bald die dritte Stufe der Unterbau der Bundesliga sein.