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Ausgabe: 13. November 2017

Alex Gruber

Im Rahmen der Möglichkeiten

Der Westliga-Herbst und vier (!) vorgezogene Frühjahrsrunden sind geschlagen. Die TT verleiht dem Tirol-Quintett mit Wohlwollen ein paar Bälle. Die Winterpause kommt in jedem Fall mehr als verdient.

SC Schwaz: Die Knappenstädter ließen zwar in der letzten Runde gegen Kufstein einen Heimsieg liegen, blieben in Summe auf Platz vier aber nicht viel schuldig. Nach dem Trainerwechsel – Bernie Lampl kam für Stefan Höller – blieb Schwaz in den letzten zwölf Pflichtspielen (elf RLW, eins im Kerschdorfer-Tirol-Cup) ungeschlagen. „Es war ein starker Herbst mit so vielen Punkten wie noch nie“, streute Lampl seinen Mannen Rosen. Selbst lässt er jetzt in Miami bei Ex-Schwaz-Spieler Stefan Faistenauer die Seele baumeln.

Der Plan sieht im alten Kalenderjahr nach zwei Wochen Pause („Die Jungs haben wirklich gespürt, dass wir viele Partien in den Knochen haben“) noch zwei Wochen individuelles Training und zwei Wochen Teamtraining vor. Dann wird sich der SC Schwaz nach dem bereits erklärten Aufstiegsverzicht überlegen müssen, wohin der Weg mit Ex-Teamspielern wie Thomas Pichlmann und Ronald Gercaliu (andere Klubs sind dran) in Zukunft führt. Eine Rückkehr von WSG-Verteidiger Michael Steinlechner steht im Raum, bei einem (längeren) Verbleib in der Westliga könnte man auch mit mehr Jungen planen. „Richtung Sommer müssen wir unsere Philosophie anheben“, weiß Lampl. Vier starke Bälle haben sich die Unterländer redlich verdient.

SV Wörgl: Kein Amateur-Team hat in dieser Saison wohl mehr Spiele absolviert als die Unterländer, die nach dem Sieg im TFV-Cupfinale im Herbst auch noch beim Euregio-Cup im Trentino triumphierten und mit 23 Westliga-Punkten in die wohlverdiente Winterpause gehen. „Wir sind in unserer zweiten Regionalliga-Saison mehr als zufrieden“, atmet Coach Deni­s Husic – er absolvierte „nebenbei“ auch noch erfolgreich die Ausbildung zur UEFA-A-Lizenz – durch. Nachsatz: „Ich weiß nicht, wer das Programm macht. Wir sind ja keine Profis.“ Weil Patrick Schönauer zurück nach Kufstein wechselt (Husic schluckt ganz tief runter), Innenverteidiger Dejan Kostadinovic (Patellasehnenriss) lange ausfällt, muss man sich nach neuen Spielern umschauen: „Charakter und Einstellung sind am wichtigsten. Sie müssen zu uns passen.“ Mit diesem Personal hat sich der SV Wörgl dreieinhalb Bälle tapfer erarbeitet.

FC Kitzbühel: Der Aufsteiger aus der UPC Tirol Liga und Cupfinalist war mehr oder weniger das gesamte Kalenderjahr ohne Pause im Einsatz. Deswegen kann man den Gamsstädtern das Ganze wie den Wörglern nicht hoch genug anrechnen. „Wir haben eine tolle Moral in der Mannschaft, aber einen zu kleinen Kader“, notiert Coach Alexander Markl: „Die Mannschaft hat Potenzial, aber wir müssen uns verstärken.“ Zumal Angreifer und England-Legionär Daniel Walker nach einem epileptischen Anfall nicht wiederkommen wird. Gegen die Spitzenteams (Anif, Grödig, Altach) blieb man ungeschlagen, gegen vermeintlich Kleinere war mehr möglich. Fast unglaublich muten die zehn Treffer von Innenverteidiger Thomas Hartl an.

FC Wacker Innsbruck II: Profi Martin Harrer war in Dornbirn im Verlauf des Herbsts der 34. Spieler, der bei den Wacker-Fohlen zum Einsatz gekommen ist. „Dass es da schwer ist, eine gewisse Konstanz reinzubringen, ist nichts Neues“, führt Coach Thommy Grumser aus. Nach vier Niederlagen in Serie habe sein junges Team mit acht Punkten in den vorgezogenen vier Frühjahrsrunden die richtige Reaktion gezeigt. Nach Flo Rieder oder Lukas Hupfauf stehe mit Talenten wie Fabian Markl, Matthäus Taferner oder Clemens Hubmann schon die nächste Generation bereit.

FC Kufstein: Nach dem späten Rückzug von Martin Hofbauer aus privaten Gründen wurde Markus Duftner mit dem Trainerjob betraut. Die Verletzungsmisere einiger Hochkaräter (Hesina, Treichl, Marasek, Schlichenmaier) trübte im Finish das Bild. „Das erste Drittel im Herbst war pfui, das zweite hui, im dritten sind wir am Zahnfleisch dahergekrochen“, bilanzierte Präsident Hannes Rauch, der aber auch festhielt: „Man muss sehen, was möglich ist. Und aufgrund der Umstände bin ich gar nicht so unzufrieden. Mit Rückkehrern und neuen Spielern (voraussichtlich Lore Knezevic aus Kirchbichl, Anm.) sollten wir uns im Frühjahr verbessern.“ Mit Mathäus Hundögger ist ein 18-Jähriger zum Stammspieler avanciert.