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Ausgabe: 16. November 2017

Thomas Pichlmann

Zweite Liga neu – eine Bankrotterklärung

Als bei uns in Schwaz das Gerücht vom Aufstieg in die neue Zweite Österreichische Liga die Runde machte, die 2018/19 kommt, herrschte zunächst Euphorie. Doch als schließlich der Verzicht auf diesen Höhenflug feststand, hielt im Kabinentrakt Ernüchterung Einzug. Wir sind auf Tuchfühlung mit der Westliga-Spitze, stehen vor einer viermonatigen Winterpause, aber unweigerlich stellt sich die Frage: Um was geht es im Frühjahr? Antwort: Um nichts.

Ein Aufstieg wäre zwar speziell für junge Spieler reizvoll, erweist sich aber aus wirtschaftlicher Sicht als Ding der Unmöglichkeit. Schön, aber nicht realisierbar, muss es heißen. Die dafür in Frage kommenden Klubs müssten ihr Budget vom derzeitigen Westliga-Niveau (geschätzte 200 bis 300.000 €) auf knapp eine Million anheben, um das überhaupt stemmen zu können. Im finanzkräftigen Osten Österreichs wäre die neue Liga vielleicht eine Option, aber dann droht eine reine Ostliga. Will man die wirklich?

Dass demnächst eine Sitzung der Regionalliga-Vereine stattfindet, in der auch die Reduktion der Zweiten Liga von 16 auf 14 Vereine diskutiert wird, kommt für mich einer Bankrotterklärung gleich. Plötzlich sollen keine Berufsspieler mehr notwendig sein, in dieser Teilprofiliga hätten ursprünglich drei mit zumindest dem kollektivvertraglich festgehaltenen Mindestlohn (ca. 1200 € brutto) im Kader stehen müssen.

Die Schere zur höchsten Liga geht damit immer weiter auf, im Gegenzug sind die Lizenzauflagen für die Vereine hoch. Wo liegt nun der Anreiz, zumal auch Pay-TV-Sender Sky von Anfang an festgehalten hat, dass man nicht einsteigen wolle? So langsam überkommt mich das Gefühl, dass dieses Projekt nie wirklich durchdacht war.