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Ausgabe: 19. November 2017

Alex Gruber

Rechnen ist im Fußball ein Fehlpass

"Cogito, ergo sum – ich denke, also bin ich“, lautet ein weltbekannter Grundsatz des französischen Philosophen René Descartes. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, hat der legendäre Sepp Herberger gesagt. Und damit die „Berechenbarkeit“ des Fußballs wohl viel besser getroffen. Denn der Erfolg von heute bedeutet nicht wirklich viel für das Morgen. Der Mannschaftssport ist mit all seinen Beziehungsebenen und Konstruktionsmöglichkeiten oft ziemlich fragil und statt einer gewissen Logik macht sich Unberechenbarkeit breit. Deswegen lässt sich der anvisierte Bundesliga-Aufstieg des FC Wacker ebenso wenig planen wie die Wiederholung der starken Vorsaison aus Sicht der WSG Wattens. Nach der ersten Saisonhälfte sind beide Zielsetzungen noch möglich. Und man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass sich der FC Wacker nach namhaften Abgängen (Eler, Hölzl, Hauser, Siller, Grünwald?...) deutlich jünger positioniert hat. Oder dass die Wattener den Kader nach namhaften Abgängen (Gebauer, Svejnoha) mit jungen Juve-Leihgaben (Pellizzari/20, M’Pinda/19) und Regionalliga-Kickern (Kovacec, Santin) mehr in der Breite als „eins zu eins“ ersetzt haben. Den kurzfristigen Erfolg begleiten – auch im Spiel mit dem „lieben“ Geld – langfristige Gedanken. Jeder, der mit Fußball-Tirol nur irgend­etwas am Hut hat, muss hoffen, dass es in der Frühjahrssaison weiter aufwärts geht.