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Ausgabe: 20. November 2017

Thomas Pichlmann

Wir haben keinen Bomber und brauchen auch keinen

Worauf muss der FC Wacker in der anstehenden Transferperiode achten? Dass er dieses Mal die richtigen Entscheidungen fällt, denn in den letzten beiden Übertrittszeiten im Winter hat man stets danebengegriffen. Die Spieler waren zwar persönlich in Ordnung (ich war ja auch noch dabei), konnten aber keine sportliche Verbesserung bringen. Im Gegenteil: Stammspieler vom Herbst mussten auf die Ersatzbank, was Unruhe brachte. Das war im Fall Kobleder so, der in der Innenverteidigung das Duo Siller/Deutschmann ergänzte. Vor allem aber traf es Florian Jamnig, als Henrik Ojamaa (2015), Felipe Dorta oder Ante Rogulic (beide 2016) kamen. Wer weiß, wie weit unsere Sprintrakete schon wäre, wenn er diesen Entwicklungsschritt nicht versäumt hätte? Jetzt ist Jamnig absoluter Führungsspieler. Der Fehler darf nicht mehr passieren, denn die Mannschaft hat junge Spieler wie Flo Rieder, die für viel frischen Wind sorgen. Falls also neue Leute kommen, sollten diese besser sein als die im aktuellen Kader, sonst schafft man sich wieder unnötige Probleme. Diesmal muss jedenfalls eine enge Abstimmung zwischen Trainer und Manager erfolgen.

Ich würde zudem nur dann neue Spieler verpflichten, wenn aktuell Unzufriedene – ich denke da z.?B. an Pirkl – den Verein verlassen wollen. In seinem Fall haben wir das „Alaba-Problem“, das wir aus dem Nationalteam kennen: Simon wurde die Linksverteidigerposition angetragen, aber er sieht sich auf der 6er-Position. Er hat großes Potenzial, das steht außer Frage. Aber ob er die Wacker-Bank ein weiteres halbes Jahr der Entwicklung anderswo vorzieht, muss hinterfragt werden.

Einen Stürmer würde ich hingegen keinen mehr holen. Imbongo kann die Vorbereitung nutzen, um der Mannschaft im Frühjahr zu helfen. Während Ried (Chabbi 14 Tore) und Wr. Neustadt (Salihi 14 Tore) einen so genannten „Bomber“ haben, glänzen Wacker und Hartberg durch ein starkes Kollektiv. Der FC Wacker ist also nicht von einem Spieler abhängig, und wo das Tor steht, wissen auch Dedic und Jamnig (je 7 Tore). Im Gegensatz zu mir früher punkten die beiden nicht im Strafraum, sondern mit viel Laufarbeit – eine andere Spielanlage. Und sie wird den FC Wacker am Ende der Saison zu Platz zwei hinter Ried führen.