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Ausgabe: 14. Dezember 2017

Alex Gruber

Jamnig spielte den wackeren Weihnachtsengel

Fußball verbindet: Wacker-Innsbruck-Kapitän zündete für einen langjährigen Fan in dessen Arbeitsstätte ein großes Lichtlein an.

Innsbruck – Advent bedeutet nicht nur, durch neonbeleuchtete Einkaufsstraßen zu bummeln, sondern auch mit dem Herzen zu denken und sich zu besinnen. Eine Botschaft, die auch Florian Jamnig verinnerlicht hat. So musste man den Wacker-Kapitän nicht zweimal fragen, ob er für die Lebenshilfe Tirol für einen Überraschungsbesuch zu haben wäre.

Wacker-Fan Thomas (wie Jamnig Jahrgang 1990) bekam durch die Unterstützung der „Job-Chance-Tirol“ eine Stell­e im „Auis“-Restaurant. Seit knapp zwei Jahren werkt er dort als Küchenhilfe und hat seinen sehnlichsten Weihnachtswunsch seiner Arbeitsassistentin Gitti gesteckt: „Es wäre so cool, wenn ich den Jamnig sehen könnte?...“

Und dieser Brief ans Christkind kam an: Der 27-jährige Wacker-Capo aus Mieming schlenderte gestern, begleitet von Freundin Jasmin und FCW-Sprachrohr Felix Kozubek, dazu ausgestattet mit einer Dress, einem Poster und Autogrammkarten, bei Thomas ein. „Jetzt ist Weihnachten gerettet“, frohlockte der junge Mann neben seinen Chefs (Florian und Johannes), die mit einem weiteren Lokal („FloJos“) gleichzeitig auch Sponsor bei den Schwarzgrünen sind. Dass Thomas beim letzten Saisonspiel arbeiten musste, gehörte unter einem kräftigen Augenzwinkern noch einmal besprochen...

„Jetzt dauert es noch zehn Tage, aber dann ist der ärgste Stress vorbei“, lachte Thomas in die Runde. In der Hoffnung, dass er bei vielen Freitagsspielen im Frühjahr im Tivoli live mit dabei sein kann.

„Wenn wir im Sommer Meister werden, dann machen wir die Altstadt wie früher wieder voll“, plauderte Thomas voller Euphorie mit Jamnig gemeinsam über den Traum vom Aufstieg. Und in der nächsten Saison soll(t)en die Heimspiele in der Bundesliga dann ohnehin auf Samstag oder Sonntag fallen. An die glorreichen Tiroler Fußball-Zeiten um Stani Tschertschessow oder Radoslav Gilewicz erinnert sich Thomas gerne. Genauso wie an jenen Elfmeter, den Goalie Christopher Knett in Linz pariert hat: „Da hätte ich ihm gerne ein Bier spendiert.“ Vielleicht geht sich das bei der Titelparty ja aus.

Selbst kann der junge Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht kicken. Eine Tatsache, die auch Jamnig berührt: „Da sieht man, wie gut es einem geht. Das Gespräch mit ihm hat mir voll getaugt.“ 70?Minuten wurde über König Fußball gesprochen.