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Ausgabe: 08. Januar 2018

Wolfgang Müller

„Lage erinnert mich an St. Pölten“

Was Karl Daxbacher bereits mit dem LASK (2007) und St. Pölten (2016) gelang, will er auch als Cheftrainer des FC Wacker schaffen – den Aufstieg in die österreichische Fußball-Bundesliga.

Innsbruck – Weil aller guten Dinge bekanntlich drei sind, wäre für Karl Daxbacher der Aufstieg mit dem FC Wacker eine runde Sache. 2007 führte er den LASK zurück in die Erstklassigkeit und vor zwei Jahren wurde mit St. Pölten ausgiebig der Meistertitel in der Sky Go Erste Liga gefeiert. „Irgendwie erinnert mich die aktuelle Lage an St. Pölten“, schmunzelt der 64-Jährige vor dem heutigen Trainingsauftakt seiner Schwarzgrünen: „Damals war es mit dem Dreikampf gegen den LASK und Wacker ähnlich spannend, aber auch schwieriger, weil bekanntlich nur der Meister aufsteigen durfte.“

Soll sich die Vergangenheit wiederholen und Daxbacher am 25. Mai beim Liga-Finale im Tivoli gegen den FAC erneut eine rauschende Aufstiegsparty feiern, dann müssen die Weichen in den nächsten Wochen gestellt werden. „Wir müssen beim Frühjahrsbeginn am 23. Februar in Hartberg mit Vollgas aus den Startblöcken kommen“, weiß der FCW-Trainer, was ab heute angesagt ist: „Die Vorbereitung nützen. Die Mannschaft ist ohnehin intakt. Jetzt gilt es, im taktischen und spielerischen Bereich Automatismen zu entwickeln.“ Da kommt das Trainingslager von 29. Jänner bis 8. Februar gerade recht. „Diese Chance, bei guten Verhältnissen noch enger zusammenzuwachsen, müssen wir nützen. Für unsere Jungen auch eine Gelegenheit, den nächsten Schritt zu machen.“

Kommt die Sprache auf das Frühjahr, kommt auch gleich wieder der Vergleich mit St. Pölten vor zwei Jahren ins Spiel. „Ein guter Start und dann entwickelte sich ein sensationeller Lauf. Das wäre auch die Marschrichtung für den FC Wacker. Aber das ist kein Selbstläufer, das müssen wir uns hart erarbeiten.“ Kaderänderungen sind im Winter-Transferfenster keine geplant. „Aber das kann sich bis zum 31. Jänner ja noch ändern“, weiß Daxbacher aus Erfahrung, dass es im Fußballgeschäft oft sehr schnell gehen kann.

Wenn sich die Wacker-Profis heute Vormittag in der Halle zum Trainingsauftakt treffen, steht dem Trainerteam der komplette Kader zur Verfügung. Auch der im Herbstfinale verletzte Okan Yilmaz kann wieder voll angreifen.

Mit Blick auf die Tabelle und damit auf die unmittelbare Aufstiegskonkurrenz sieht Daxbacher einen klaren Favoriten: „Mich wundert es ohnehin, dass Ried im Herbst nicht einen größeren Vorsprung herausspielte. Die haben die Möglichkeiten und offensichtlich auch das nötige Kleingeld, um nach dem Abstieg letzte Saison den sofortigen Sprung zurück in die Bundesliga zu schaffen. Dass Wr. Neustadt und vor allem Hartberg so hartnäckig vorne mitmischen, hat mich schon überrascht.“ Wr. Neustadt mit Trainer Roman Mählich sowie den beiden Tirolern Alex Gründler und Stefan Hager liegt punktgleich mit Ried auf Platz zwei und ist damit im spannenden Aufstiegskampf noch voll im Rennen. Meister und Vizemeister sind bekanntlich ab Sommer in der neuen Zwölfer-Liga fix vertreten, der Tabellendritte spielt Relegation gegen den Letzten der tipico-Bundesliga.

Der Winterkönig aus dem Innviertel war am Transfermarkt bereits aktiv und verstärkte die Offensivabteilung mit Philipp Prosenik und Flavio dos Santos Dias, der von Nachzügler FAC abgeworben wurde. Dafür kehrt Marco Sahanek vom maltesischen Erstligisten Hibernians nach Floridsdorf zurück. Dass die Verpflichtung von Prosenik Teil eines Gegengeschäftes mit Rapid sein könnte, wird von den Riedern – noch – abgeblockt. Seifedin Chabbi, der mit 15 Treffern die Torschützenliste der Sky Go Erste Liga anführt, soll im Visier der Hütteldorfer stehen. „Da ist nichts dran. Chabbi ist und bleibt unser Topstürmer und im Aufstiegskampf enorm wichtig“, ließ SVR-Manager Fränky Schiemer ausrichten.