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Ausgabe: 10. Januar 2018

Kronen Zeitung

Vom Fußballer zum Tellerwäscher

? Manuel Hartl von BW Linz musste die harte Schule eines Jungprofis durchleben, prangert mangelnde Aufklärung im finanziellen Bereich an
? Rund zwei Drittel der Kicker in der zweithöchsten Spielklasse müssen mit weniger als 30.000 Euro brutto jährlich das Auskommen finden

Gymnasium abgebrochen, Lehre fertig gemacht. „Damit ich irgendeinen Abschluss habe, mich voll auf Fußball konzentrieren kann.“ Manuel Hartl ließ sich von den Verdienstmöglichkeiten der Superkicker blenden. „Wenn du aus der Schule kommst, sind 1000 Euro sehr viel Geld.“ Sein Blick war getrübt. Wie der mittlerweile 32-jährige BW-Linz-Spieler weiß. Der am Anfang seiner Karriere mit großen Illusionen und kleinen Gehältern abgespeist wurde. Der Traum vom „Tellerwäscher zum Millionär“ schwebte dem jungen Hartl damals vor. Dass man sich finanziell erst vom Fußballprofi zum Tellerwäscher hocharbeiten muss, war ihm, wie so vielen anderen, nicht bewusst. Denn der im Kollektivvertrag festgesetzte Lohn für Fußballer ist mit 1244 Euro brutto (plus Prämien) einer der geringsten. Ein Tellerwäscher verdient rund 220 Euro mehr.

„Man ist sich als junger Bursche nicht bewusst, dass man nicht bis zur Pension kicken kann. Es gehört im Nachwuchs bereits Aufklärungsarbeit geleistet. Auch, wie man mit Geld umgehen kann.“

Hartl stammt aus gutem Elternhaus, bekam Grundtugenden mit auf den Weg. Und sorgt derzeit mit der Berufsreife für die Zeit nach der Fußballkarriere vor. Ein wichtiger Schritt. Den sich auch junge Talente überlegen sollten. Ex-Rapidler Mario Konrad geht noch einen Schritt weiter: „Wenn du mit Anfang 20 nicht den Sprung in die Bundesliga geschafft hast, solltest du lieber in der Landesliga spielen und arbeiten gehen.“