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Ausgabe: 10. Januar 2018

Kronen Zeitung

„Haben Dutzende Spieler, die von 1200 Euro brutto leben“

Herr Gernot Zirngast, Sie sind Vorsitzender der Fußballer-Gewerkschaft und waren selber lange Profi. Warum ist das Grundgehalt eines Profi-Kickers laut Kollektivvertrag so niedrig?

Davor gab es gar keine Regelung. Da verdienten Jungprofis 300 Euro und weniger. Jetzt sind es zumindest 1244 Euro brutto. Das hilft einem 18-Jährigen zum Karriereanfang. Wir haben aber Dutzende Spieler in den Profiligen, die älter als 23 sind und so wenig verdienen.

Das soll sich mit der Liga-Reform ändern?

Ja, wir verhandeln gerade über den neuen Kollektivvertrag für 2018/19. Da soll das Grundgehalt zumindest 1500 Euro brutto beinhalten.

Warum verdient man als Amateur im Unterhaus oft mehr als in den Profi-Ligen?

Weil sich der ÖFB zu keiner Regelung durchringen kann. Diese Vereine haben keine Lizenzauflagen, können anders wirtschaften. Es wäre ein Anfang, wenn man anerkennen würde, dass es im Unterhaus Profis gibt. Das würde es Klubs erschweren, „schwarz“ mehr zu zahlen.

Bei all den Nachteilen: Warum sollte ein junger Mensch überhaupt Profi werden?

Nach fast sechs Jahren dürfen wir vom VdF nun in die Akademien gehen und mit den jungen Spielern reden und sie beraten. Dass man es zwei, drei Jahre probiert, würde ich jedem raten. Da ist nichts Schlechtes dabei. Aber alle sollten die in den Akademien angebotene Ausbildung fertig machen. Wenn es dann mit 22, 23 Jahren nicht gereicht hat, kann man immer noch ins Berufsleben einsteigen.