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Ausgabe: 05. Februar 2018

Thomas Pichlmann

Ein Risiko namens Ilyes Chaïbi

Die letzte Transferperiode vor der im Sommer auslaufenden Sky Go Erste Liga endete kürzlich. Wer in knapp vier Monaten dem Schicksal Amateurfußball entgehen will, setzte im Rahmen seiner Möglichkeiten noch einmal alle Hebel in Bewegung. Während Hartberg (noch Außenseiterchancen) nichts verändert hat, haben die Top 3 je einen Stürmer verpflichtet:

Wackers Manager Ali Hörtnagl setzt dabei mit Ilyes Chaïbi auf einen jungen Mann aus Frankreich. Ein gewagtes Projekt! Man kann zwar davon ausgehen, dass ein Spieler, der beim FC Monaco unter Vertrag steht, eine gute Qualität haben muss. Aber wie schnell er sich in Tirol einlebt, bleibt die Frage. Erinnern wir uns an Patrik Eler, den Torschützenkönig der Vorsaison: Auch der benötigte, obwohl er das Land und die Liga kannte, ein halbes Jahr Anlaufzeit beim FC Wacker.

Die Konkurrenten werden in dieser Hinsicht wohl einen Vorteil haben, denn der Königstransfer glückte sicherlich Wiener Neustadt mit Roman Kienast. Der EM-Teilnehmer (2008) und dreifache österreichische Meister wird mit dem Führenden der Torschützenliste, Hamdi Salihi (15 Tore, erholt sich momentan von seinem Leistenbruch), das Top-Sturm-Duo der Sky Go Erste Liga bilden. Wenn dann Ried, das schon vor Beginn der Saison den stärksten Kader hatte und ebenfalls den Führenden der Torschützenliste stellt (Seifedin Chabbi/15 Tore), sich zusätzlich mit Philipp Prosenik von Rapid Wien verstärkte, dann muss der FC Wacker schon ein herausragendes Frühjahr spielen, um einen der beiden direkten Aufstiegsplätze zu ergattern.

Aus meiner Sicht hätte es Ilyes Chaïbi in dieser Transferperiode nicht gebraucht, zumal der FC?Wacker ja ohnehin den Weg in die Zukunft mit vorrangig jungen Eigenbauspielern beschreiten wollte. Im Sturm verfügt man mit Zlatko Dedic und Dimitry Imbongo über zwei gelernte Stürmer, mit Flo Jamnig dazu über eine echte Option und mit Okan Yilmaz über eine Alternative für die Zukunft.

Die Weichen für mehr Spielzeit stellte auch Wacker-Eigenbau Simon Pirkl – mit seiner Leihe zu Lustenau. Dass die Austria eine Kaufoption hält, nahm ich amüsiert zur Kenntnis. Ein Aufstieg der Vorarlberger scheint unwahrscheinlich, und Amateurfußball wird Simon wohl nicht anpeilen.