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Ausgabe: 15. April 2018

Georg Fraisl

Zwei Welten in nur 21 Stunden

Naturgemäß gemein, dieser Vergleich. Der Tor-Jubel von 2856 Menschen hört sich nun einmal anders an als der markerschütternde, ultimative Schrei von 30.000 in einer knallvollen Fußball-Arena.

Ja, das waren schon zwei verschiedene Welten. Am Donnerstag dieser explodierende Euphorie-Vulkan in der Salzburger Red Bull Arena – und am Freitag, nur 21 Stunden später, die heimelige Begeisterung rund ums 4:0 von Wacker gegen Linz.
Rein schon vom Drumherum kaum vorstellbar, dass es sich dabei um dieselbe Sportart handelte.

Aber, keine Bange, das soll jetzt keine der jetzt ach so üblichen Verherrlichung des Tiroler West-Rivalen werden. Nein, die Dosen bleiben die Dosen. Die machen ihre Sache gut, keine Frage. Aber da ist über die Jahre schon mehr Geld in den Fußball gesteckt worden, als man sich in Tirol irgendwie vorstellen kann.

Aber eine spürbare Erinnerung war’s, wie unfassbar geil so eine Fußball-Euphorie sein kann, wie prickelnd sich so ein knallvolles Stadion anfühlt. Und es weckte eine Sehnsucht, das auch weiter im Westen wieder einmal spüren zu dürfen.
Nur dass man bei 2856 Menschen im Tivolistadion beim Kiosk länger warten muss als bei 30.000 Fans in der Salzburger Arena – das ist eigentlich nur peinlich.

Und ein Fingerzeig, dass auch rundherum einiges anders werden muss, wenn sich ein Tiroler Fußball-Klub nach vierjähriger Absenz doch wieder in den Kreis der Oberen gesellen darf. Und dieser Verein dann möglicherweise erstmals in beiden oberen Spielklassen vertreten sein wird.

Dass die zweite Leistungsstufe in der kommenden Saison mit 16 Teams ausgetragen wird, ist ja nun doch fix geworden.
Dass auch Wacker Amateure dabei sind, freilich noch nicht. Es werden, so sagt die Bundesliga, drei Amateurteams aufsteigen. Sollten sich Austria Wiens, Rapids und Sturms Zweier-Mannschaften regulär für die Erste Liga qualifizieren, wird Wackers Nachwuchs in der Westliga bleiben. Freilich: Sturm II ist derzeit Regionalliga-Zehnter, Rapid II 9. – nur Austria ist dran (4.).