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Ausgabe: 16. April 2018

Manuel Lutz

Kein Widerspruch und immer mehr Leistung

Die lange Winterpause der heimischen Fußballerinnen ist vorbei. Die Tiroler Liga ist ausgeglichen wie noch nie, Spannung ist geboten.

Innsbruck – Nach einer fünfmonatigen Pause rollt nun auch bei den Damen-Teams das Leder wieder: Die zehn Mannschaften der Tiroler Frauen-Liga sowie die 18 Vereine der beiden Frauen-Landesligen komplettieren das Tiroler Unterhaus.

Der Auftakt wurde heiß erwartet, zumal die Herren schon seit knapp einem Monat auf Punktejagd sind. Christina Gapp von der SPG Rinn/Tulfes/Wattens erklärt stellvertretend: „Wir würden auch gerne früher starten. So hatten wir auch erst unmittelbar vor dem Auftakt unsere Vorbereitungsspiele und nicht viele Möglichkeiten, auf Rasen zu trainieren.“ SVI-Coach Michael Van Derksen teilt die Meinung und führt aus: „Die Pause ist zu lange, da gehört etwas geändert. Was soll man ein halbes Jahr machen, ohne ein Spiel zu haben.“

Das Führungstrio der Tiroler Liga präsentierte sich ohne viel Spielpraxis souverän und fuhr durchwegs Siege ein. Den Platz an der Sonne hat weiterhin die zweite Mannschaft der Wacker-Damen inne, die Nachbarn aus der Wiesengasse sind jedoch in Lauerstellung. Mit 24 Punkten hat der SVI nur einen Zähler weniger auf der Habenseite. Das Ziel von Van Derksen ist klar: „Wir arbeiten auf das direkte Duell mit Wacker hin. Wir wurden zweimal Vizemeister. Jetzt reicht es. Wir wollen den Titel holen.“ Mit einem 6:1-Sieg bei Schwoich/Wildschönau legte Haiming gestern nach und liegt mit ebenfalls 24 Zählern auf dem dritten Rang.

Selbstläufer ist es natürlich keiner. Die Zeiten, in denen ein oder zwei Teams die ganze Liga dominiert haben, sind vorbei, wie Gapp weiß: „Es ist alles möglich, es kann jeder gegen jeden gewinnen. Alle Teams sind stärker geworden, dass eine Mannschaft mit 8:0 abgeschossen wird, gibt es nur selten.“ Für die Steigerung des Niveaus in den letzten Jahren gibt es verschiedene Gründe für die Ampasserin, die bereits seit fast zehn Jahren Vereinsfußball spielt: „Man merkt, wenn die Mädels länger spielen, mehr Spielpraxis sammeln und öfter trainieren. Die Trainer geben sich nun auch mehr Mühe, es wird viel mehr drauf geschaut, was man falsch macht.“ Musik in den Ohren von Van Derksen. Bevor der Übungsleiter das Ruder beim SVI übernahm, stand der Verein vor der Auflösung. Seither ging es steil bergauf: „Das Team ist eine Mannschaft geworden, dadurch ist der Erfolg da. Seit wir den Cup gewonnen haben, wurde das Team auch im Verein angesehen.“ Was den Übungsleiter beim Damenfußball imponiert: „Es macht einfach Spaß. Die Mädels setzen um, was ich fordere. Es gibt kein Wi­der­spre­chen so wie bei den Jungs.“ Den Lockrufen von Herrenteams konnte der Trainer daher bislang wi­der­ste­hen.