b_350_1200_16777215_00_images_stories_nachberichte_damen1.jpgWährend die Teams des FC Wacker Innsbruck in der Vorbereitungszeit auf die neue Saison kräftig schwitzen und der Frauenfußball bei der WM in Deutschland die lang verdiente Anerkennung erhält, wagen wir noch einmal den Blick zurück. Das tivoli12 magazin lässt im ersten Teil des Rückblicks mit Wacker Innsbruck Frauen-Trainer Robert Martini die vergangene Bundesligasaison Revue passieren. Martini schildert für uns seine Eindrücke, äußerst sein Wünsche für die Zukunft und wagt einen Blick Richtung Saison 2011/12.



Wie bist du mit der abgelaufenen Saison zufrieden?

Nachdem wir vor der Saison gesagt haben, dass die Ziele ein gesicherter Mittelfeldplatz und die Einbindung neuer, junger Spielerinnen sind, so bin ich zufrieden. Wir sind Vierter geworden, haben im Cup das Halbfinale erreicht und mehrere neue Spielerinnen eingesetzt. Einzig mit der erreichten Punkteanzahl kann ich nicht zufrieden sein. Hier haben wir den Herbst einfach zu schlecht gespielt, mit dem Frühjahr (19 Punkte) bin ich zufrieden.

War in dieser Saison mehr möglich als der vierte Platz (die drei Jahre zuvor wurde das Team jeweils Vizemeister)?

Man darf das Team der vergangenen Saison nicht mit dem der letzten Jahre vergleichen. Spielerinnen wie Adamovics, Hanschitz, Nagl, Pfaffeneder, Bugl, …haben aufgehört bzw. sind gewechselt. Wir hatten sicherlich ein starkes Team zur Verfügung, allerdings benötigt es auch Zeit, eine Mannschaft, die ganz vorne mitspielen kann, zu formen. So gesehen bin ich mit dem 4. Rang zufrieden, allerdings nicht mit der Punkteanzahl. Und lassen wir die Kirche im Dorf, Neulengbach ist einfach zu weit weg im Moment und die beiden anderen Teams (Südburgenland und Kärnten) waren über die gesamte Saison gesehen einfach besser. Das müssen wir akzeptieren. Die Frühjahrssaison gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, da wurden wir Dritte und holten auch 19 von 27 möglichen Punkten. Man kann immer sagen, mehr wäre möglich, wenn man nicht Erster ist, allerdings muss man auch einmal zufrieden sein.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?

Teilweise. Verbesserungen sind möglich und auch notwendig. Damit meine ich die Trainingsarbeit, die Infrastruktur und natürlich auch die Leistungen. Die Ergebnisse, die uns zufriedenstellen, ergeben sich automatisch, wenn die oben genannten Punkte erfüllt werden. Zuerst müssen wir (Trainer, Verein) unsere Hausaufgaben machen, dann können wir von Erwartungen sprechen. Priorität hat für mich die Infrastruktur: Eine kleine fixe Kabine für zwei Mannschaften (eine zweite müssen wir ausräumen, wenn sie von anderen benötigt wird), in der wir auch alle Utensilien wie Dressen und Trainingsgeräte aufbewahren müssen. Für das Training stehen uns nur Hütchen und Stangen zur Verfügung. Alle anderen Geräte sind Privatbesitz der TrainerInnen. Weiters haben wir stets nur einen halben Platz für dreimal 90 Minuten pro Mannschaft pro Woche zur Verfügung. Und das, obwohl wir in den beiden höchsten Ligen Österreichs spielen. Hier wird der Frauenfußball eindeutig noch benachteiligt und meiner Meinung nach zu wenig ernst genommen. Nachdem diese Situation bereits schon die gesamte Saison über so war, kann man mit dem Erreichten zufrieden sein bzw. sind die Erwartungen erfüllt worden. Dies liegt vor allem an der sehr guten Einstellung der Spielerinnen.

Gibt es ein Spiel, das dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Nicht unbedingt, aber wenn, dann war natürlich das Cuphalbfinale aufgrund der Spannung und der Dramatik ein Highlight. Nicht aber aufgrund unserer Leistung und des Ergebnisses… (lächelt etwas gequält)

Welche Leistung hat dich besonders gefreut/enttäuscht?

Gefreut haben mich Teile der Spiele wie zum Beispiel die ersten 30 Minuten gegen Neulengbach auswärts oder der Beginn gegen Südburgenland zu Hause bzw. die Leistungen gegen Landhaus zu Hause oder gegen Graz auswärts. Enttäuscht bin ich von der Leistung gegen Südburgenland zu Hause ab der 20. Minute und besonders von den Spielen gegen Hof und Ardagger im Herbst auswärts. Diese beiden Partien waren schlichtweg eine Katastrophe, durch die wir aber alle, besonders ich als Trainer, viel gelernt haben.

Wie bist du mit den jungen Spielerinnen, die erst im Frühjahr aus dem zweiten Team zur Bundesligamannschaft gekommen sind, zufrieden?

Teilweise. Sie haben einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung getätigt, doch jetzt sollten dann die nächsten folgen. Allerdings haben sie aufgrund ihrer Jugend noch Zeit. Aufpassen muss die eine oder andere, dass sie nicht den Boden der Realität verlässt und dadurch nicht konsequent weiterarbeitet. Dies gilt aber auch für Spielerinnen, die bereits länger im Kader der ersten Mannschaft sind. Denn Stillstand ist im Sport bekanntlich ein Rückschritt.

Wie schafften sie den Umstieg in die höchste Spielklasse? Mit welchen Schwierigkeiten hatten sie zu kämpfen?

Sie schafften den Sprung relativ gut. Sicherlich ist das Tempo höher, aber vor allem ist es eine Umstellung und ungewohnt, nicht mehr der „Star“ in der Mannschaft zu sein. Dies sind alles Lernprozesse, denen sie sich stellen müssen und hoffentlich auch weiterhin noch tun.

Ein Blick voraus: Wann beginnt die neue Saison?

Am 06./07. August ist die erste Runde der neuen Saison.

Wie sieht die Vorbereitung bis dahin aus?

Wir starten am 18. Juli mit dem Training. Viermal wöchentlich, 90 Minuten.
Vorbereitungsspiele: gegen 1. FC Lokomotive Leipzig am 24. Juli um 13:00 Uhr in Angerberg (Leipzig ist heuer in die erste dt. Liga aufgestiegen und auf Trainingslager in Tirol) und gegen einen belgischen Erstligisten am 31. Juli (Ort und Zeit noch nicht fixiert)

Werden den FC Wacker Innsbruck Spielerinnen verlassen?

Nein.

Dürfen wir neue Spielerinnen in unserem Team erwarten?

Eva Zöller, eine Spielerin aus Bayern, die in Innsbruck zu studieren beginnt; Anna Eder aus Kolsass, und Maria Hasler aus Wattens, die beide sehr jung sind und die zweite Mannschaft verstärken werden; eventuell Margot Fodor, eine in Innsbruck studierende Südtirolerin.

Wird der im letzten Jahr neu eingeführte Meisterschaftmodus mit Hin- und Rückrunde beibehalten?

Mir ist keine Änderung bekannt.

Welche Erwartungen und Ziele sollen 2011/12 erreicht werden?

Die Erwartungen sind Schritt für Schritt sich entwickeln und daraus ergibt sich als Ziel näher an die Spitze heranzukommen; vom Verein gibt es die Vorgabe, sich zumindest um einen Rang zu verbessern. Ich bin der Meinung, Ziele sind nicht unbedingt notwendig. Fleißig und konsequent arbeiten, dann ergeben sich die Erfolge von alleine.

Bleibt das Betreuerteam unverändert?

Das Team nächstes Jahr wird folgendermaßen ausschauen:

Trainer: Martini Robert
Co-Trainer: Stephan Glöckner
Torfrauentrainer: Harald Lederer
Techniktrainer: Andreas Schultz
Physiotherapeuten: Stefan Wittmann, Magnus Mangeng (beide noch nicht fix – ist aber von meiner Seite aus mehr als erwünscht, dass beide weiter machen)
Zeugwart: Christian Schiechtl

Ist auch die Damenabteilung, wie andere Bereiche des Vereins, von Einsparungen betroffen?

Ich hoffe nicht zu sehr. Aber für diese Frage ist Horst Braun der Ansprechpartner.


Im zweiten Teil wird der sportliche Leiter der Damenabteilung Horst Braun zu Wort kommen.

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Heidi Roznovsky Heidi Roznovsky

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