b_350_1200_16777215_00_images_stories_reportagen_hohen.jpgIn unregelmäßigen Abständen möchten wir euch die Trainerteams, Kapitäninnen, Betreuer und Spielerinnen der beiden Damenteams ein wenig näher vorstellen, um allen Mitgliedern der Wacker-Familie gerecht zu werden. Wir hoffen, damit auch noch mehr Fans für den Damen-Fußball begeistern und so den Akteurinnen auf dem Rasen langsam aber sicher einen echten Heimvorteil in Innsbruck sichern zu können. Im nächsten Teil unserer Serie steht die Co-Trainerin des zweiten Damenteams und ehemalige Spielerin Alexandra Hohenbruck im Mittelpunkt, die und über Privates, Damenfußball und die Vorbereitung des Teams genauer informiert.


Die achtundzwanzigjährige Juristin sieht sich selbst als ehrgeizig und zielstrebig. So ist es nicht verwunderlich, dass sie das Zweitstudium Wirtschaftsrecht begonnen hat. Neben ihrer Trainertätigkeit verbringt sie gerne die Freizeit mit Squash spielen, Ski fahren und Tischtennis spielen.

Du warst viele Jahre selbst als Spielerin aktiv. Welche Gründe haben dich dazu bewogen, nahtlos auf die Trainerbank zu wechseln?

Nach zwei Kreuzbandrissen innerhalb von nur zwei Jahren hab ich mich zunächst ganz aus der „Fußballwelt“ zurückgezogen. Nach einem halben Jahr, das war Anfang 2010, hab ich Alex Bugl (Anmerkung: Trainerin des zweiten Damenteams und ehemalige Teamkollegin) getroffen und schon im Februar 2010 war ich beim Training dabei.

Wie bist du selbst zur Spielerin geworden?

Ich habe (wie viele der Mädels) bei den Burschen angefangen. Wir waren damals zwei Mädels und später sogar drei. Dann habe ich (und auch die anderen zwei Mädels) zu den LUV-Damen gewechselt, die damals noch in der Landesliga gespielt haben. Nach zwei Jahren sind wir dann in die Bundesliga aufgestiegen.

Wie teilt ihr euch die verschiedenen Aufgaben im Training und während eines Spieles auf?

Beim Training machen wir den Großteil zusammen – wir haben auch oft mal bis zu zwanzig Mädels, die wir im Auge haben müssen. Wenn wir ein Training mit Koordination planen, dann übernehme ich diesen Bereich. Wir machen vor dem Spiel zusammen die Aufstellung. Die Mannschaftsbesprechung führt Alex Bugl, wobei ich auch auf Verschiedenes eingehe und die für mich am Spieltag wichtigsten Punkte noch hervorhebe. Einzelgespräche machen wir dann, wenn notwendig, auf dem Platz beim Aufwärmen.

Das Betreuerteam vieler Damen-Fußballklubs besteht nach wie vor oft nur aus Männern. Könntest du dir umgekehrt vorstellen, eine Herrenmannschaft zu trainieren?

Ich habe derzeit nicht die Ausbildung, um eine Herrenmannschaft zu trainieren. Aber es wäre mit der entsprechenden Ausbildung und noch einigen Jahren Erfahrung sicherlich interessant und eine Herausforderung.

Schlägt dein Herz ausschließlich für den Damenbereich oder interessiert du dich auch für die Herrenabteilung des FC Wacker Innsbruck? Besuchst du ab und zu ein Bundesligaspiel im Tivoli?

Natürlich interessiere ich mich auch für die Herren und bin auch soweit möglich bei den Spielen im Tivoli.

Wie ist die bisherige Vorbereitung verlaufen? Welche Schwerpunkte wurden gesetzt?

Die Vorbereitung war gut. Die Aufbauspiele haben wir gewonnen und meiner Meinung eine gute Leistung erbracht. Die neuen Spielerinnen haben sich gut in das Team integriert. Schwerpunkte waren jedenfalls die gerade erwähnte Integration der neuen und jungen Spielerinnen sowie der Ausbau der individuellen Fähigkeiten der Spielerinnen und die körperliche Fitness natürlich.

Gibt es verletzte Spielerinnen? Wenn ja, wann ist mit ihrem Comeback zu rechnen?

Ja, zur Zeit haben wir einige verletzte Spielerinnen. Eine fällt aufgrund eines Kreuzbandrisses länger aus. Alle anderen sind ab nächster Woche schon wieder beim Training dabei.

In der abgelaufenen Spielzeit habt ihr mit den jungen Damen den Vizemeistertitel erreicht, was alle sehr gefreut hat. Welche Erwartungen hast du (habt ihr) für die neue Saison?

Mit dem Vizemeistertitel bin ich sehr zufrieden, die Mädels haben wirklich eine tolle Leistung erbracht. Natürlich wünsche ich mir persönlich, dass wir auch in dieser Saison wieder ganz vorne mitspielen, aber das ist nicht unser Hauptziel. Im Vordergrund steht für Alex Bugl und mich die Ausbildung für die Bundesliga und nicht der Tabellenplatz.

In der 2. Liga Mitte/West gibt es mit ASKÖ Linz und SV Taufkirchen zwei neue Klubs. Habt ihr über diese Informationen? Wie schätzt du sie ein?

Ich habe mich noch nicht über die neuen Vereine informiert. Ich konzentriere mich auf unser Team und die Vorbereitung mit den Mädels. Das wird aber vor den entsprechenden Spielen passieren.

Wie siehst du die Entwicklung im Nachwuchsbereich bei den Damen in Österreich, speziell in Tirol?

Wenn ich zurück denke an die Zeit, in der ich angefangen habe, muss ich sagen, dass sich schon einiges bewegt hat. Die Entwicklung ist ein langer Prozess, aber in Tirol sowie in ganz Österreich sind wir auf einem guten Weg. Das macht sich auch bei den Leistungen der Nachwuchsnationalteams bemerkbar.

Was würdest du dir für die Zukunft wünschen? Wo sollten noch Verbesserungen angestrebt werden?

Ach ich wünschte mir, dass alles viel schneller geht, aber das ist mal die Entwicklung und auch mit den kleinen Schritten muss man zufrieden sein und das bin ich.

Gibt es ein „ideales Alter“ mit dem Fußballspielen zu beginnen? Welche Voraussetzungen sollte ein kleines Mädchen mitbringen?

Sicherlich kann man sein Talent bzw. seine Fähigkeiten im Kindesalter am besten fördern und ausbauen. Das finde ich auch sehr wichtig bei Kindern, ganz gleich welche Sportart sie betreiben. Aber auch Mädels, die sich erst später entscheiden Fußball zu spielen, können noch viel dazu lernen und das geht meist sehr schnell. Wichtig ist meiner Meinung nach einfach, dass ein kleines oder großes Mädchen Spaß und Interesse hat, Fußball zu spielen und von den Trainern versucht werden soll, die individuellen Fähigkeiten zu fördern bzw. zu verstärken.

Wie sehr nützt auch bei den Damen eine gute Zuschauerkulisse der Heimmannschaft?

Ich finde, dass eine gute Zuschauerkulisse für die Mädels sehr wichtig ist und das Selbstvertrauen durch die Unterstützung von außen gestärkt wird.


Für das nette Gespräch möchte ich mich ganz herzlich bedanken sowie dir, dem übrigen Betreuerteam und deinen jungen Schützlingen für die Saison viel Spaß, Erfolg und vor allem keine Verletzung.

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Heidi Roznovsky Heidi Roznovsky

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