b_350_1200_16777215_00_images_stories_reportagen_matinin.jpgJetzt werden einige aufschreien und sich fragen, was solche Intimitäten im tivoli12 magazin zu suchen haben. Oder begeben wir uns gar auf Boulvard- Niveau? Nichts von beidem ist der Fall. Robert Martini, Trainer der schwarz-grünen Damen-Kampfmannschaft, gab sein Fachwissen an das Damenteam des FC Vomp weiter.

Frauen und Fußball

Erst kürzlich wurde in Deutschland unter großem Interesse der Fußballfans die Damen-WM abgehalten. Spiele auf hohem Niveau fanden dort statt und begeisterten nicht nur unsere Nachbarn. Aber schaut man etwas genauer hinter die Kulissen, boomt der Frauenfußball nicht erst seit der Weltmeisterschaft in Deutschland. Auch hierzulande findet das „schwache“ Geschlecht immer mehr Gefallen an dem Sport.
Vorreiter ist in Tirol sicher der FC Wacker Innsbruck. Aber auch anderswo sind die Mädchen und Frauen mit großem Eifer und Einsatz im Kampf ums runde Leder mit von der Partie. Mädchen haben es aber schwer, denn sie dürfen nur bis vierzehn Jahre bei den Jungs mitspielen, dann müssen sie sich eine Damenmannschaft suchen oder ihre Fußballschuhe überhaupt an den Nagel hängen. Aber immer mehr junge Damen lassen sich dadurch nicht unterkriegen.

Vorbild FC Wacker Innsbruck Damen

Im Jahr 2006 übernahm der FC Wacker Innsbruck unter der Führung von Gerhard Stocker die Damenmannschaft des IAC Tiroler Loden, allerdings mit der Auflage der ÖFB-Frauenliga, in die zweite Leistungsstufe absteigen zu müssen. Trotzdem blieben fast alle Spielerinnen mit an Bord und schafften souverän den Durchmarsch in die Bundesliga.
Versprochen wurde Gerhard Stocker und seinen Schwarz-Grünen vom damaligen Lodenbauer Geschäftsführer sehr viel. Gehalten davon rein gar nichts. Das scheint Tradition beim FC Wacker Innsbruck zu haben. So verwundert es nicht, dass nach dem Obmannwechsel (Marsoner für Stocker) beim FC Wacker Innsbruck und den finanziellen Turbolenzen die Damen auf der Kippe standen. Erst ein Aufschrei der schwarz-grünen Fans und Mitglieder und enorme Bemühungen sicherten den Weiterverbleib UNSERER Damen beim Verein. Mittlerweile wurde mit Katjes sogar ein Sponsor für die Frauenabteilung gefunden.

Trotz dieser Tiefschläge war das schwarz-grüne Damenteam steht’s in der vorderen Tabellenregion zu finden. Vorbildlich sind ihr Einsatz und Ehrgeiz. Ziel der Frauenmannschaft ist es, so viele Damen unseres Bundeslandes wie möglich an die ÖFB-Frauenliga heranzuführen. Dazu wurde auch ein zweites Damenteam installiert, welches mit sehr jungen Spielerinnen 2009 den Aufstieg in die zweite Liga schaffte und aktuell um den Platz an der Sonne rittert. Herauszuheben ist da das Küken der Mannschaft, Valentina Schwarzlmüller die mit satten 14 Lenzen ihre Frau im Team stellt sowie Maria Senkowsky, die gute Seele und „Mama“ im Verein. Alter verraten wir bei Ladys nicht. Sie sieht jedenfalls wie 24 Jahre aus und kommt trotz ihrer Reife noch zu Einsätzen.

Aller Anfang ist schwer

Im Schatten des FCW wird aber auch noch Damenfußball gespielt. Und das dazu noch sehr gut. Seit Mai dieses Jahres darf auch der FC Vomp ein Damenteam sein Eigen nennen. Fast alle Spielerinnen entdeckten erst kürzlich die „Liebe“ zum runden Leder. In nur drei Monaten versuchte Trainer Mustafa Akcebe aus den Anfängerinnen ein Team zu formen. In der Meisterschaft stiegen die „Grün-Schwarzen“ aus Vomp gleich in die Landesliga Ost ein. Das erste Spiel der „Neulinge“ verlief noch knapp. Aber je stärker die Gegner wurden, desto mehr „Lehrgeld“ musste man zahlen. Dennoch sind die Vomper Mädels mit vollem Eifer und Freude bei unserem Lieblingsport dabei und können dabei auf regen Zuspruch bauen. Teilweise über mehr Zuschauer als bei ihrer ersten Herrenmannschaft dürfen sich die mittlerweile schon 26 Kaderspielerinnen freuen.

Sehr hartes Training

Auf Anfrage des FC Vomp durfte sich der wackere Damentrainer Robert Martini ein Bild des Vomper Damenteams machen. Für zwei Stunden schwitzen die Ladys unter seiner Pfeife. Neue Trainingseindrücke und viel Freude zum Sport vermittelte Robert den Neueinsteigerinnen. Für ihn war es eine Ehre, einer neuformierten Mannschaft weiterhelfen zu können. Sein Eindruck bei diesem Training war durchaus positiv. Die Mädchen sind äußert engagiert und das Trainerteam ehrgeizig. Zwar schaut die Tabelle noch etwas anders aus, aber der FC Vomp ist mit seinen Mädchen auf dem richtigen Weg. So manches Herrenteam könnte sich vom Ehrgeiz und der Freude zum Sport bei den Mädchen etwas abschauen und ihnen hat das Training mit dem FC Wacker Innsbruck Trainer auch großen Spaß gemacht.

Gegen Klischees

Robert Martini besuchte sogar schon ein Meisterschaftspiel der Vomperinnen. Gegen seinen Ex-Verein FC Angerberg gab es zwar die erwartete Niederlage, aber lange Zeit hielt man einen knappen Rückstand. Martini, für den es wichtig ist, Kontakt zu anderen Damenteams zu pflegen, resümierte nach dem Spiel, dass der FC Vomp so auf dem richtigen Weg sei. Die Leistung habe gepasst. Auch der Abteilungsleiter der schwarz-grünen Frauenabteilung, Horst Braun, macht sich immer wieder bei anderen Damenteams in Tirol auf die Suche nach talentierten und begeisterungsfähigen jungen Spielerinnen, denen er das Aushängeschild im Tiroler Fußball – unseren Wacker Innsbruck – „schmackhaft“ machen möchte.

Von wegen Frauen haben beim Fußball nichts verloren. Man sollte sich einmal ein Spiel der Damen anschauen, ganz egal ob in der ersten, zweiten oder Landesliga. Man sieht ehrlichen Fußball, der mit viel Freude und Leidenschaft gespielt wird. So wie ich ihn sehen will und so mancher Großklub, wo es nur um Millionen geht, kann sich davon eine Scheibe abschneiden. Robert Martini wünscht den Vomper Damen jedenfalls viel Glück und wir dem Damenfußball jene Anerkennung, die er verdient.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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