Stefanie WaiblMit der ehemaligen Spielerin und Co-Trainerin Stefanie Waibl verlässt nach sieben Jahren ein Damen-Urgestein den FC Wacker Innsbruck. Die 23-jährige Bürokauffrau, die sich selbst als Morgenmuffel bezeichnet, macht sich über verschiedene Dinge Gedanken und tritt als engagierte Befürworterin des Frauenfußballs auf. So manchen Tipp gibt die ehrgeizige und reiselustige, im Sternzeichen des Krebses Geborene den angehenden Spielerinnen mit auf den Weg. Sie hat sowohl in der Welt der Aktiven als auch in die der Betreuerin Einblicke gewonnen, wobei sie immer versucht hat, das Beste herauszuholen.

 

Du warst zuerst Spielerin und jetzt Trainerin: Was veranlasst dich die „wackere Bühne“ zu verlassen?

Ich brauche einmal einen Tapetenwechsel, beruflich so wie privat. Mein neuer Wohnsitz ist ab Mitte November Salzburg.

Welches Resümee ziehst du für beide Tätigkeiten?

Einsatz ist alles. Das ist das Einzige, was diese zwei verschiedenen Bereiche verbindet. Ansonsten ist das 100 zu 1.

Was hat dir als Spielerin, als Trainerin besonderen Spaß gemacht?

Beides: Die Busfahrten…dort hat man sich einfach zusammengesetzt, über Gott und die Welt philosophiert, gescherzt und einfach Spaß gehabt.
Als Spielerin: Spiele gewinnen und gemeinsam mit der Mannschaft kämpfen.
Als Trainerin: Regenerationstraining, das war immer ganz spaßig und im Laufe der Trainingseinheiten zu sehen, wie sich die Spielerinnen weiter entwickeln.

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Jetzt geht der Stress einmal mit dem Siedeln los. Danach mich schnell einzuleben und in der Arbeit voranzukommen, ist die oberste Priorität.

Wirst du weiterhin das Geschehen der beiden Damenteams verfolgen?

Natürlich. Durch die Jahre hat man Freunde gewonnen und für mich ist das selbstverständlich, dass ich weiterhin einen Blick darauf habe.

Was würdest du einem Mädchen raten, das vorhat, Fußballspielerin zu werden?

Als Hobbyfußballspielerin muss man auch schon trennen, wie viel Zeit man investieren möchte und wie hoch ich kommen will. So auch der Spruch: „Von nix kimmt nix!“ Der Wille und die Einstellung von einem selbst sowie für die Mannschaft muss da sein, dass man weiterkommt, aber auch nie die schulische/berufliche Ausbildung hängen lässt. Man kann nicht vom Fußball leben, als Frau zumindest nicht.

Würdest du dich nochmals für Fußball als deine favorisierte Sportart entscheiden?

Auf jeden Fall. Da führt kein Weg vorbei.

Möchtest du irgendwann wieder als Trainerin tätig sein?

Das zeigt sich mit der Zeit. Es ist sehr viel Aufwand, den man betreiben muss und den sehe ich in nächster Zeit mal nicht. Aber man weiß nie, was alles kommt.

Hast du Ideen, wie man die noch immer vorhandene Skepsis gegenüber Frauenfußball abbauen könnte?

Ich habe mit der Zeit gelernt, dass wenn einer schon eine negative Einstellung zum Frauenfußball hat, sich sehr selten etwas zum Guten wendet. Warum? Weil man die Spielweise bzw. die Schnelligkeit nicht unterscheiden will zwischen Mann und Frau. Ja, das ist halt vom Körperlichen nicht möglich. Aber wenn man sich Zeit nimmt und eine Woche lang verfolgt – wie sie trainieren, wie sie sich abrackern und den Willen jeder Einzelnen sieht und auch die Meisterschaftsspiele anschaut, wie zweikampfbetont das dann doch ist, dann sieht man, dass wir das genau so können wie die Männer. Nur man muss halt mit neutralem Blick das beobachten und erst dann kann man eine richtige Meinung äußern.

Für die tolle Zusammenarbeit möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Für deine Zukunft wünschen wir dir viel Erfolg, Glück und vor allem Gesundheit.

Vielen Dank, so ab und zu sieht man sich am Fußballplatz.

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Heidi Roznovsky Heidi Roznovsky

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