top view old french newspaper piecesDiese Zeilen sollten all jenen zu denken geben, die den Verein FC Wacker Innsbruck lieben, in ihm mehr als Fußballspiele sehen und die diesen Verein trotz oder sogar wegen seiner so wechselvollen Geschichte, die immerhin bereits 109 Jahre mit vielen Aufs und Abs umfasst, unterstützen.


Viele kennen mich: ehemalige und aktuelle Spieler und Spielerinnen, ehemalige und aktuelle Vorstände, Obmänner, Präsidenten, Vereinsmitarbeiter/innen, Spielereltern, Vereinsmitglieder und Fans aus der organisierten Fanszene oder ohne dieser.

 

Es ist die wackerverrückte, seit kurzem pensionierte AHS-Lehrerin, eine gebürtige Waldviertlerin, die nun seit zehn Jahren in Innsbruck lebt, gerade einmal zehn Gehminuten vom Tivoli entfernt. Jene, die seit 50 Jahren dem Verein, egal welchen Namen oder welche Farben er getragen hat, als Fan treu ist, die, die seit 20 Jahren stolzes Vereinsmitglied ist, weil sie immer an diesen Verein geglaubt hat und diesen tatkräftig unterstützen wollte und das jetzt in dieser wahrscheinlich schwierigsten Situation auf jeden Fall tun möchte. Quer durch Österreich bin ich gereist, um Spiele der Damen und Herren zu sehen und erst am letzten Sonntag habe ich der U16 die Daumen im Stadion gedrückt, mich über deren Meistertitel gefreut und gleichzeitig gehofft, es möge nicht der letzte für den FC Wacker Innsbruck sein.

Viele Dinge habe ich in diesen 20 Jahren getan (jene, die mich kennen, wissen die Einzelheiten und ich möchte mich nicht selbst loben) und das aber immer, ohne irgendeine Gegenleistung zu warten oder zu bekommen.
Was mich immer als Mensch, der für Gerechtigkeit und Wahrheit eintritt, maßlos gestört hat, ist die fehlende Unterstützung des Tiroler Traditionsvereins im eigenen Bundesland. Als eine, die die Gegebenheiten in Niederösterreich und Wien (wo ich studiert und einen größeren Teil meiner Berufstätigkeit verbracht habe) kennt, was die Bereitstellung der Infrastruktur, die Zusammenarbeit mit regionalen Stellen und die Kooperation mit lokalen Fußballvereinen anbelangt, konnte und kann ich diese Haltung dem FC Wacker Innsbruck genau dieser Genannten nie nachvollziehen.

Aber nicht nur von außen sind dem Wacker in den letzten 20 Jahren viele Widerstände aufgebürdet worden, sondern auch innerhalb des Vereins gab und gibt es Probleme. Zu oft gingen und gehen persönliche Erwartungshaltungen, Anforderungen und Ziele auseinander. Wohl vor allem die im österreichweiten Vergleich mit großem Abstand schlechtesten infrastrukturellen Voraussetzungen haben den Verein in seine jetzt so düstere Lage gebracht.

Viele Schuldzuweisungen und Vorwürfe werden kolportiert, wenige vielleicht zurecht, viele aber ohne sich je mit genau dieser Materie auseinandergesetzt zu haben. Die Erwartungshaltung an den so lange einzigen Tiroler Vorzeigeverein und das Aushängeschild des lokalen Fußballs, der österreichweit und darüber hinaus durchaus aufgrund von 10 Meistertiteln und 7 Cupsiegen großes Ansehen genießt, ist immer riesig gewesen. Und Vieles davon konnte erstaunlicher Weise auch verwirklicht werden: von 2002/03 bis 2004/05 wieder in der Bundesliga zu sein als nur ein genanntes Beispiel.

Aber vor 20 Jahren hat es etwas gegeben, was jetzt zu zerbröckeln droht: das Gemeinsame!

Jedoch wird es nur möglich sein, den Verein zu retten, wenn alle mitarbeiten, die wacker sind. Ehrenamtliche Köpfe und Hände braucht es viele, die dem Verein für die Kinder, Jugendlichen und Damen zu überleben helfen, die noch immer in schwarz-grün vorhanden und stolz darauf sind. Aber es benötigt auch jene, die bereit sind, ohne Gegenleistung Finanzielles beizutragen.
Ich war und bin mir nicht zu schade, Kuchen zu backen, Berichte zu schreiben, Telefonate und persönliche Gespräche zu führen und zu spenden.

Darum appelliere ich an alle schwarz-grünen Herzen: Helft in einer der angesprochenen Formen dem FC Wacker Innsbruck!

Leserbrief von Heidi Roznovsky

 

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