b_350_1200_16777215_00_images_201819_Fanleben_allianz.jpg"Nur" vier Jahre ist es her, dass der FC Wacker Innsbruck das letzte Mal in Hütteldorf gastierte, doch es mutet fast wie eine Zeitreise an, wenn man Bilder des Stadions von 2014 mit dem aktuellen vergleicht. Verschwunden sind die zu Kiosken umgebauten Zirkusanhänger, die Flutlichtmasten und die organisierte Fanszene neben dem Gästesektor.

 

 

 

 

b_350_1200_16777215_00_images_201819_Fanleben_allianz2.jpgEin Neubau mit kritischen Begleittönen

Der FC Wacker Innsbruck durfte als einer der letzten Mannschaften im damals noch "Gerhard Hanappi" genannten Stadion auftreten und bewies sich dort sportlich als guter Gast. Mit einem, man mag fast schon sagen, für Rapid klassichen, pompösen Abschiedsspiel (gegen den 1. FC Nürnberg) wurde das Stadion "verabschiedet" und der ein oder andere Einrichtungsgegenstand als Souvenir verkauft. In zwei Jahren wurde dann für 54 Millionen Euro ein Stadion aufgezogen, das in Österreich seines gleichen sucht und internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht. Von der Vereinsführung wurde der Stadionname an die "Allianz Versicherung" verkauft, was zu einer ersten Protestwelle seitens der Ultragruppierungen führte, die das Stadion zumindest in ihren Aussendungen als "Weststadion" bezeichnen (was auch der offizielle Name in internationalen Spielen ist). Ungeachtet der Proteste arbeiteten jedoch die Bauarbeiter emsig am Projekt und das Stadion wurde im Juli 2016 eingeweiht werden.

b_350_1200_16777215_00_images_201819_Fanleben_allianz1.jpgKleine Veränderungen mit großer Wirkung

Während der Konkurrent aus Favoriten es leichter hatte mit den Veränderungen rund um das Stadion, musste man sich in Hütteldorf mit einigen Restriktionen (Bauhöhe) herumschlagen, dies führte dazu, dass man das Stadion drehte. Früher war die Spielrichtung von West nach Ost (oder umgekehrt), jetzt verläuft sie von Nord nach Süd (oder umgekehrt). Auch das Konzept hat sich etwas geändert. Der heutige Business-, VIP- und Logenbereich (41) kann es durchaus mit anderen VIP-Bereichen in den Stadien der Welt aufnehmen. Offiziell wird die Kapazität des Stadions mit 28.345 Plätzen (ca. 11.300 Stehplätze, nationale Bewerbe) und 24.288 Sitzplätzen angegeben. Die Kapazitäten auf den jeweiligen Tribünen, bis auf den Gästesektor, wurden jedoch im Laufe des Jahres 2017 angepasst.
Auszahlen tut sich der Umbau für Rapid natürlich auch. Konnte man in der Saison 2015/16 sich noch über 1,7 Millionen Euro aus dem "Hospitality Bereich" freuen, so sind es laut Geschäftsbericht des SK Rapid Wiens in der Saison 2016/17 8,2 Millionen Euro, die der Verein eingenommen hat. Die Jahre, als man den internationalen Bewerb de facto für ein ordentliches Wirtschaften gebraucht hat, sind also vorbei. Ob das daraus vorhandene zusätzliche Geld jedoch richtig investiert wird bzw wurde, wird sich erst weisen.
Das Catering Konzept wurde im Rahmen des Umbaues auch auf den Kopf gestellt. Während bei der Austria oder in Innsbruck ein Unternehmen für alles verantwortlich ist (Do&Co bzw. Olympiaworld), sind die Stände des Stadions von Rapid an verschiedene Anbieter vermietet und so gibt es von der chinesischen Nudl-Box bis zum Bosna alles. Gezahl wird seit längerem auch bargeldlos, dafür wurde die "Rapid Marie" eingeführt.

Damit der Name Gerhard Hanappi nicht verloren geht, wurde gemeinsam mit der Stadt Wien der Platz vor dem Stadion in "Gerhard Hanappi Platz" umbenannt und somit ist unter dieser Adresse zu finden. Neben diesem Detail, konnten sich auch die Fangruppierungen aktiv in die Gestaltung des Heimbereichs einbringen und auch das "Rapid Dorf" wurde in die Katakomben des "Block West" verlagert. Der Fanshop und das Rapid Museum hingegen fanden Platz im Haupttrakt ("der Röhre").

b_350_1200_16777215_00_images_201819_Fanleben_allianz3.jpgDer Gästesektor und Anreise

2.800 Plätze fast der Gästesektor des Stadions und man erreicht ihn über einen eigenen unterirdischen Tunnel. Der Preis beträgt 20 €.
Als Anreisemöglichkeit zu empfehlen ist die Fahrt mit dem Zug. Für alle in Wien lebenden Innsbruck-Fans empfiehlt sich die Anreise per U Bahn (U4) und ein kleiner Spaziergang ums Stadion oder die Straßenbahnen 49 bzw. 52, die an der Haltestelle "Deutschordenstraße" stehen bleiben und damit einem die Begegnung mit manch verhaltensauffälligen grün-weißen Leuten vermeiden lässt.
Die Anreise mit dem Auto empfiehlt sich nur dann, wenn man einige Stunden vor Spiel vor Ort ist, da ansonsten die Park&Ride Anlage voll ist und man wohl auf die umliegenden Straßen ausweichen muss.

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Alexander Riedling Alexander Riedling

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