b_350_1200_16777215_00_images_201819_Fanleben_fv6.jpgFünf Spiele und davon vier verloren. Da kann schon einmal der Hut brennen. Auch wenn die Leistungen seit dem Aufstieg in die Bundesliga ordentlich sind. Phasenweise hat man die Gegner sogar an die Wand gespielt. Aber allein „ordentlich spielen" bringt keine Punkte. Und dann fängt es zu Rumoren an. In den Medien, bei sogenannten Experten und im Verein selbst und nicht zuletzt bei den Fans. Welche sich nach dem starken Aufstiegsjahr mehr erwartet haben. Das Besondere daran: das galt am Samstag sowohl für unseren FC Wacker Innsbruck, wie auch für den Gegner TSV Hartberg.

 

Wo ist das Publikum?

3115 Besucher bei einem Bundesligaspiel sind nicht das Gelbe vom Ei. In dieser Runde der schlechteste Wert der Liga. Anders gerechnet, blieben da 12.893 Plätze im Tivoli leer. Eine schüttere Kulisse, was der Mannschaft wenig hilft. Bei nasskalten Wetter wollte auch keine richtige Stimmung aufkommen. Ist es zu warm, gehen die Tiroler anscheinend lieber auf den Berg oder plantschen im See. Ist es zu kalt und zu nass, bleibt man lieber im warmen Wohnzimmer. Ist das so?
Alles Quatsch. Fußball ist ein Ergebnissport. Je besser die Ergebnisse, desto mehr sind die Fußballanhänger motiviert ins Stadion zu gehen. Auch an einem Stau-Wochenende. Fußball ist auch ein Theater der Emotionen. Umso mehr, wenn das Gebotene aud der Bühne (dem Rasen) große Dramatik verspricht. Dann lockt man leichter das Publikum an. Jetzt kommt mit dem TSV Hartberg eine graue Fußballmaus aufs Tivoli. Bis vor einem Jahr war Hartberg noch ein kleiner Punkt auf der Landkarte. Und jetzt spielt der Verein in der Österreichischen Bundesliga. Tabellenelfter gegen den Zehnten. Das kann doch kein Leckerbissen werden?

Schade, dass viele so denken

Die letzten Jahre unserer Schwarz-Grünen sind eher durchwachsen gewesen. Jeder, der gedacht hat, die gute letzte Saison würde eine Euphorie entfachen, sieht sich getäuscht. Die ersten beiden Heimspiele wurden verloren. Da fragt keiner mehr danach, ob unglücklich oder nicht. Und schon bekommt man die Rechnung präsentiert. Vielleicht wartet unser Publikum auf Rapid, Austria und Salzburg. Klingende Namen also. Aber hatte die Partie gegen den TSV Hartberg nicht enorme Bedeutung?
Und die hat schon von der Ausgangslage her Spannung pur versprochen und das auch gehalten! Gegen Rapid oder Salzburg kann man nur überraschen. Die Spiele gegen die Konkurrenten in Reichweite sind von enormer Bedeutung und äußerst wichtig wäre dann auch die Unterstützung bei solchen Partien.
Da schaue ich dann immer neidvoll zu unseren Nachbarländern oder nach England (Untere Ligen). Dort, wo die Fußballanhänger wegen IHRES Vereins ins Stadion gehen und nicht, weil der Gegner einen vermeindlich klingenden Namen hat!

Spannung pur

3115 Besucher am Tivoli, bei Dauerregen und nasskalter Atmosphäre. Alles Grau in Grau, wie normalerweise im November. Klingt nicht unbedingt nach einem Highlight. Doch das Spiel der Tabellennachbarn hatte dann doch einiges zu bieten. Alle, die daheim blieben, haben wahrlich was versäumt! Wieder ein dummes Gegentor, fragwürdige Abseitsentscheidungen, packende Zweikämpfe, Luftlöcher und einen Elfer, der nicht zu geben gewesen wäre. In allen Belangen hatte der FC Wacker Innsbruck da die Nase vorne. Zumal die Schwarz-Grünen durch zwei Tore nach Eckbällen die Oststeirer mit deren eigenen Waffen geschlagen haben. Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven. Schon alleine der dumme Gegentreffer in der Anfangsphase der Partie gab Grund zur Sorge. Setzt sich unsere Serie fort?
Aber mit Wille, Kampfgeist und mit einem Dominik Baumgartner wurde diese Partie gedreht. Bis der Schiedsrichter auf den Elferpunkt zeigte. Keine fragwürdige Entscheidung, sondern eine bodenlose Frechheit! Doch unsere Nummer 1 hat den Strafstoß gehalten (siehe Bild) und seinen Fehler beim Gegentor mehr als wettgemacht. Riesenjubel im Tivoli und die hochverdienten drei Punkte blieben in Innsbruck. Auch dieses Spiel hat für Gänsehautgefühle gesorgt. Dramatik pur gab es zu erleben. Der Fußball hat einmal mehr bewiesen, dass er das Theater der ganz großen Emotionen ist!

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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