b_350_1200_16777215_00_images_201819_Fanleben_fv32.jpgNun ist es passiert. Lange Zeit wurde es befürchtet und seit Samstag ist es traurige Gewissheit. Wir sind nach einem Jahr Bundesliga wieder zurück in der zweiten Liga. Die ist nicht mehr zu vergleichen mit der Sky Go Ersten Liga.
16 Vereine kämpfen um Auf- und gegen den Abstieg. Nicht jeder Spieler ist Vollprofi, nicht jeder Verein arbeitet professionell. Auch medial gibt es große Unterschiede. Aber es wird weiterhin Fußball gespielt und auch diese Liga kann großen Spaß machen. Wie uns in dieser Saison unsere zweite Mannschaft bewiesen hat.

 

Kontrast

Samstag genau vor einem Jahr wurde Wackers Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Mit Pauken und Trompeten. Das Stadion kochte, der Eisring um das Meisterdorf bebte und nachts hat der Inn gebrannt. Unvergleichliche Szenen.
Und genau ein Jahr danach das glatte Gegenteil davon. 18.35 Uhr: Schwarzer Rauch am Tivoli. Es waren laute Böller zu hören. Eine Aktion voller Unmut und Enttäuschung unserer eingefleischten Fans. Manches kann man als entbehrlich sehen. Aber da es sonst überaus geordnet abgegangen ist, der Frust unserer Fans ist verständlich. Passiert ist nichts.
Und eine Botschaft an jene, die ihrer Meinung nach Mitschuld am Desaster in Innsbruck haben, wurde auch geliefert. Mit lautem Getöse und Medienwirksam. Kein Wunder, blieben doch einmal mehr etliche Zusagen, die nach dem historischen Aufstiegsjahr gemacht wurden, nur heiße Luft. Von zugesagten und für ein realistisches Überleben in der Bundesliga notwendigen zwei Millionen € mehr, blieben unter dem Strich gar 200.000 Euro weniger als in der Aufstiegssaison (ohne TV-Gelder). Ein Großsponsor hatte seinen Sponsorbetrag, trotz Aufstieg und wesentlich größerer medialer Reichweite entgegen aller Versicherungen um diesen Betrag gekürzt. 
18.45 Uhr: Der Schiedsrichter hat drei Minuten Nachspielzeit angegeben, pfiff die bedeutungslose Partie aber etwas früher ab, um so den Spielern eine „Flucht“ zu ermöglichen. Unbegründet!
Nicht mal Musik lief im Stadion. Gespenstische Stille und eine Atmosphäre ärger wie bei einem Begräbnis. Unfassbar!
Spieler mit leerem Ausdruck, ein Präsident der geweint hat und bei weitem nicht nur er. Im Stadion war verhaltener Applaus von den Tribünen zu hören. Von der Nordtribüne aber auch die Enttäuschung.

Wie geht’s weiter?

Fassungslosigkeit vom Zeugwart bis zum Geschäftsführer Sport. Unser Präsident Gerhard Stocker fand kaum Worte. "Es geht weiter. Ein Wahnsinn was das für die Mannschaften des FC Wacker Innsbruck bedeutet." Mehr war Gerhard nicht in der Lage zu sagen.
Als die Kunde vom 2:0 der Hartberger das Tivoli erreicht hat, hatte ich ein Gespräch mit Felix Kozubek, Leiter der Marketingabteilung: Erst einmal Emotionen zulassen und sich langsam fangen. Dann volle Konzentration auf die neue Aufgabe. Es geht auf jeden Fall weiter. Zuerst will der Verein an der Basis arbeiten, sich sammeln und deswegen wird auch ein sofortiger Wiederaufstieg - stand heute - nicht unbedingt angestrebt.
Wenn ich mir aber diverse Wortmeldungen anhöre, so weiß man einfach nicht wie es weitergeht. Kann es nicht wissen. Ein Wahnsinn und eine emotionelle Katastrophe!

Was sagen die Fans?

Vor dem Spiel habe ich einen unserer größten Fans getroffen. Radiolegende Rainer Dirkes, der gemeint hat: Das ganze mache ihn sprachlos. Er sei ganz fertig. Wenn schon Rainer sprachlos ist, dann weiß man, wie weit es gekommen ist.
Ich hatte eigentlich gar kein schlechtes Gefühl und habe mich dabei getäuscht. Anders sahen es unsere Fans. Mit meinem guten Gefühl war ich da praktisch alleine. Bis auf den Spieler Alex Gründler. Was hat der arme Kerl nicht schon alles mitgemacht? Sein zweiter Abstieg mit dem FCW.
Nach dem Spiel habe ich mit einigen Leuten geredet. Auf Facebook und in WhatsApp-Gruppen die Frage aller Fragen gestellt. Mehrere hundert Fans haben kommentiert. Einhelliger Tenor: "Wacker für immer, egal in welcher Liga". Da waren rührende Statements dabei. Für viele bricht grad eine Welt zusammen.
Klar, die Masse wird fehlen, aber der FCW wird nicht alleine sein. Darum bitte ich!

Und stellvertretend für alle Kommentare zitiere ich "Mutti Julia" aus der Fanszene: „Es klingt danach, dass unser Wacker seit 1913 lebt. Egal in welcher Liga. Wacker sind wir. Wir die, die die Geschichte kennen. Wir die, die die Geschichte Leben. Wir dir, die die Lieder dichten und die, die die Fahnen malen. Wir sind Wacker! Egal in welcher Liga!“

Nicht aufgeben!

Heute genau vor 44 Jahren war ich zum ersten Mal am Tivoli. Seitdem gilt das Motto: „Wacker Innsbruck-ein Leben lang“.
Bis jetzt habe ich an die 500 Fanviews geschrieben. Aber 500 sind nicht genug. Weiter geht’s, egal wie und das sollte für uns ALLE gelten! Und wenn es noch so schwierig werden wird und es noch weitere „Hacklschmeißer“ geben sollte. Wir bleiben Wacker!
220 Kinder, 44 Damen und Mädchen die beim FCW ihren Sport ausüben, an die 2000 Mitglieder und sehr viele Fans in ganz Österreich(!) und weiter darüber hinaus, sie alle sind es wert zu kämpfen!

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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