b_350_1200_16777215_00_images_201920_Fanleben_fv18.jpgGanz großes Kino! Wer geglaubt hat, der FC Wacker Innsbruck nimmt die "Pflicht" Meisterschaft auf die leichte Schulter, der hat sich getäuscht. Sehr sogar und wer dazu noch den Verdacht hatte, den schwarz-grünen Fans wird dieser Auftakt der Ländlewoche eh wurscht sein, weil nur mehr das Cuphalbfinale (Mittwoch 18 Uhr) zählen würde, hat sich ganz gewaltig geirrt! Sonntag, pünktlich um 10.30 Uhr standen über 300 Schwarz-Grüne im Auswärtssektor der „Birkenwiese“ und haben für ein Spektakel gesorgt und einen 4:0 Sieg ihrer Mannschaft bejubelt.

 

Früh aufstehen

Im Song „Auswärtsspiel“ der Kultband „Die Toten Hosen“ heißt es so schön: „Es war keine lange Nacht“. Lang war sie am vergangenen Samstag echt nicht. Man kann nicht schlafen. Hat Angst den Treffpunkt (06.15 Uhr) zu verpennen. So döst man dahin und ist irgendwann lange nach Mitternacht doch kurz weggetreten. Aber wenn man ein gewisses Alter erreicht hat, kann schon ein gewisser Drang einen aus dem Bett treiben( 03.15 Uhr). Um 4.00 Uhr klingelt der Wecker. Wieder hinlegen wäre da eher kontraproduktiv. So ein Kaffee um diese Zeit hat schon was. Dazu einen guten Tabak aus der Pfeife. Der Stadionbetreiber in meinen vier Wänden bin ich. Zurecht machen und ach ja, das Hundi will ja auch noch raus und dann geht’s endlich los nach Innsbruck zum Treffpunkt. Man verflucht mitunter LAOLA (die das Spiel ja live übertragen haben) für diesen Vormittagstermin. Fast schon unmenschlich.

Gute Freunde

Toll, endlich wieder zusammen mit dem Bus in eine Auswärtsfahrt zu starten. Mit vielen ist man schon vor 17 Jahren gereist. Mein "Lieblingsdeutscher" (Sebastian aus Braunschweig) war ebenfalls dabei und hat uns offensichtlich Glück gebracht. Gäste aus Frankfurt, die andere Stadien gewöhnt sind, aber für die solche Spiele ganz großes Kino sind. Vom tiefsten Unterland waren Leute dabei und auch das südliche Tirol war vertreten. Man reist gemütlich an. Zwei Busse fuhren am Tivoli um 6.30 Uhr ab. Unsere Fahrt hatte neben dem Erlebnis Wacker noch einen besonderen Hintergrund. Einen runden Geburtstag!
Das Wetter hat erst nicht mitgespielt. Nebel und Schneeregen waren unsere Begleiter und am Arlberg war tiefster Winter. Kaum war die Grenze ins „Ländle“ überquert, ist es immer heller geworden. Und draußen in „Dorrabirra“ hat die Sonne gelacht. Die Birkenwiese ist wirklich ein Stadion alter Schule, umgeben von Bäumen und Freiflächen. Erst einmal eine Vorarlberger Bratwurst zum zweiten Frühstück genießen. Das muss schon sein. Die ist wirklich gut und gibt es in Lustenau auch. Ein gegrilltes Fleisch namens „Zack-Zack“ haben die Roten auch im Angebot.

Das große Kino

Viele waren privat nach Dorbnirn angereist. Die Meisten kannte man. Ich war wirklich erstaunt, wie gut der kleine Sektor gefüllt war. Sehr freundliches Personal an den Kiosken und am Grill freuten sich über die vielen Auswärtsfans. Für mich ging es mal halb ums Stadion, um aufs Spielfeld zu kommen. Mein Eindruck von der Birkenwiese: Wörgl und Schwaz könnten da auch mithalten. Aber ich war ja schon mal dort. Das habe ich noch gut in Erinnerung. Am Tivoli hat es damals für die Mannschaft wegen deren desaströsen Leistungen ein Spruchband gegeben. „Lustlose Leistungen werden nicht mehr toleriert“. Überraschenderweise hat diese Mannschaft damals aber die beleidigte Leberwurst gespielt und ist nach einem 3:0 Sieg just in Dornbirn ohne uns eines Blickes zu würdigen, in ihre Kabinen verschwunden. Dort sind sie aber nicht lange alleine geblieben. Da haben sich einige gedacht, kommt ihr nicht zu uns, kommen halt wir zu euch. Am Bus gab es auch noch eine Aussprache. Das ist schon lange her, denn die aktuelle Mannschaft hat einen gänzlich anderen Charakter.
Diesmal hat die Partie mit einer Choreographie begonnen. Lässig, cool und mit viel farbigen Rauch. Das hat auch den Photographen neben mir, der „in Sachen Fußball“ unterwegs gewesen ist, ebenfalls imponiert.

Das Spiel

Das Spiel hat rasch eine Wendung Richtung Schwarz-Grün genommen. Einmal wurden die "Rothosen" gefährlich und haben die Querlatte gestreift. Aber sonst konnten nur Halbchancen herausgespielt werden. Ganz anders die Schwarz-Grünen. Die Abwehr der Vorarlberger war des öfteren heillos überfordert. So kamen zwangsläufig die Tore zustande. Thomas Grumser konnte sogar etwas rotieren. Rotation light sozusagen. Das Spiel war kein Gradmesser für das Cup-Halbfinale am Mittwoch. So leicht werden es uns die erfahreneren Lustenauer wohl nicht machen. Jedenfalls war es ein Spiel zum Genießen. 16 Grad, Sonnenschein, tolle Stimmung im Auswärtssektor und eine Mannschaft die drei Tage vor ihrem Highlightspiel den Gegner regelrecht zerlegt hat. Kein Wunder, dass nach dem Spiel bei Fans und Mannschaft Freude pur war. Gefeiert wurde jedenfalls bis lange nach dem Schlusspfiff. Ja, beim Wacker ist was los!
Das Gute an dieser frühen Spielansetzung, man kommt auch früh wieder zurück. Weil ein anderer Verein im Tivoli - ohnehin quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit - Spieltag gehabt hat, wurden wir Fans erst nach der Olympiabrücke aus dem Bus gelassen. Um dann doch zum Tivoli zu gehen, weil die einen das Auto dort geparkt hatten und die anderen ihre Fahnen und dergleichen dort verstauen mussten. Man hätte uns wirklich leicht beim Stadion aussteigen lassen können...

Gutes Gefühl

Nach den Feierlichkeiten hatte ich Gelegenheit mit unserem Trainer ein längeres Gespräch zu führen. Tommy war mit der Darbietung voll zufrieden. Er unterstrich die Wichtigkeit dieser Begegnung und hat für Mittwoch ein gutes Gefühl. Betonte aber auch, dass Austria Lustenau schwerer werden wird als Wolfsberg oder St. Pölten. Auch die Erwartungshaltung sei gestiegen.
Jetzt kann die Vorfreude kommen. Was haben wir denn schon zu verlieren? Was diese junge Mannschaft bisher erreicht hat, ist jetzt schon sensationell. Im Cup: Der RLW-Mitfavorit Kitzbühel war zu diesem Zeitpunkt bestimmt kein leichtes Los. GAK auswärts mitten in deren Aufstiegseuphorie zu schlagen, war schon was Besonderes. Übrigens haben denen die beiden Niederlagen gegen uns nicht gut getan. Dann kamen die Eurofighter aus Wolfsberg. Die hatten kurz vorher den Deutschen Tabellenführer aus dem eigenen Stadion geschossen und gegen den AS Rom ein bemerkenswertes Remis erreicht. Nicht so in Innsbruck. Da sind die praktisch zu keiner einzigen Torchance gekommen. Und die Moral der Schwarz-Grünen im St.Pölten-Spiel ist jetzt schon legendär. Am Mittwoch geht es nach Lustenau. Das wird mega! Egal wie es dann ausgehen wird.
Tickets sollte es an der Abendkasse in Lustenau noch genug geben.
Alles ist möglch!

Und nicht vergessen, heute um 19.13 Uhr: Fanstammtisch Gasthof „Tippeleler“ (Burggasse 6 Schwaz).
Am 09.03 um 20 Uhr Fantreff beim Gasthof Steneck Innsbruck am Wiltener Platzl. Die Schnitzel dort sollen legendär sein.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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