b_350_1200_16777215_00_images_202021_Fanleben_fv11.jpgEigentlich hatte alles mit einem klaren Sieg des FC Wacker Innsbruck gegen die zweite Mannschaft des SK Rapid Wien gerechnet. So schnell ändern sich die Ansprüche. Gegen Ende wurde es knapper, als erwartet. Aber drei Punkte sind drei Punkte. Egal ob ein 2:1 oder ein 8:2. Für jene aber, die dieses Spiel via Livestream gesehen haben, wurde das nicht nur wegen des Spielverlaufes eine Nervenprobe, sondern der Stream ist ja öfter hängen geblieben als unser Team an den Grün-Weißen.

 

Gefröstelt hat es

Plus drei Grad und das trotz Sonnenschein. Kuschelig war es wahrlich nicht. Aber für die Olympiaworld dürfte es "heißer" Spätsommer gewesen sein. Jedenfalls hat der Rasen Stunden vor Anpfiff der Begegnung gegen Rapid II eher ausgesehen wie die Streif oder ein Eislaufplatz. Kein Wintermärchen!
„Adios D10EGO“ war dann vor der Nordtribüne zu lesen. Legende bleibt eben überall Legende! Für die Jüngeren unter unseren Lesern und wer mehr über das bewegende Leben des "Jahrhundertfußballers" Diego Armando Maradona sehen will sei der Tribut to Diego Maradonna in der ORF-Mediathek empfohlen. Sehenswert!
Auch einen Hinweis auf die alljährliche Spendenaktion der Tivoli Nord gab es per Transparent zu sehen. Genauere Infos werden noch folgen!

Als das Spiel begonnen hatte, war dann doch noch „grüner“ Rasen zu erkennen (dank wackeren Helferlein!) und die Unseren wollten die Grün-Weißen überrennen. Doch ein Eigentor hat geschockt und plötzlich musste man dem Ausgleich nachrennen. Gefühlt ging jeder zweite Pass ins Nirvana oder zum Gegner. Aber mit dem (doch) verdienten Ausgleich schien das Kräfteverhältnis wiederhergestellt. Zumal man zu Beginn der zweiten Hälfte nachgelegt hatte und es auch besser zu laufen schien. Doch urplötzlich war der schwarz-grüne Faden komplett gerissen. Waren es die Strapazen des Cupspiels in Graz unter der Woche, oder einfach fehlende Konzentration? Die grün-weiße Jugendauswahl (mehrere 16-Jährige am Feld) erspielte sich eine optische Überlegenheit. Sehr diszipliniert und kämpferisch ok. Und als Wacker auch noch mit einem Mann weniger auskommen musste, schien es eng zu werden. Mitnichten! Wer sich in 90 Minuten keine echte Torchance herausspielt, kann auch trotz einer engagierten Leistung nicht punkten. Rapids Ehrentor haben sich die Innsbrucker ja auch selbst in den Kasten gelegt. Drei Punkte und Schwamm drüber. Wir sind seit fünf Spielen ungeschlagen und haben die letzten Vier gewonnen. So darf es ruhig weitergehen!

Innsbruck Millionenklub, Rapid...

Dieses Spiel hatte auch ein paar Zaungäste, welche den Spaziergang dazu nutzten, einen Blick in ihr sonstiges Wohnzimmer zu erhaschen. Aber bei Graden um den Gefrierpunkt, haben es dann nur die ganz Harten bis zum Schluss ausgehalten.

Beim Verlassen des Eiskastens Tivolistadion hatte ich noch Gelegenheit, mich mit einem grün-weißen Betreuer zu unterhalten. Der gab unglaubliches von sich. Innsbruck, der millionenschwere Investorenklub weiß nicht, wie sie gegen „arme“ Hütteldorfer gewonnen haben. Ich weiß es schon. Steht ja hier im Fanview. Aber verwechselt der gute Mann da nicht Äpfel mit Birnen. Ja ja, der selbsternannte Rekordmeister und seine Geschichte. Die schreibe ich jetzt aber nicht nieder und über so manchen Unsinn aus dem Mund des Gegners kann man nur schmunzeln. Fest steht allerdings, wir haben uns gegen eine bessere U18 Mannschaft sehr schwer getan. Aber erinnern wir uns zwei Jahre zurück. Da hat unsere „U18“ Mannschaft ( FC Wacker Innsbruck II, Saison 2018/19) in der zweiten Liga für Furore gesorgt und stand bis kurz vor Ende der Meisterschaft auf dem dritten Tabellenplatz, hinter Wattens und Ried. Und wo steht Rapid aktuell?

Noch zulegen

Viele fragen sich, wie ist das überhaupt mit dem Aufstieg? Der FC Liefering lacht ja von der Tabellenspitze. Dass die nicht aufsteigen dürften, stimmt so nicht ganz. Als eigenständiger Verein dürften sie das. Als de facto zweite Mannschaft des FC Salzburg verzichtet man aber darauf. Lafnitz ist zweiter. Aber werden die Oststeirer auch um eine Bundeligalizenz ansuchen? Mit ihrer Infrastruktur wohl eher nicht. Ziemlich sicher nicht, dürfte auch Blau-Weiß Linz ansuchen. Ob es sich für den GAK auszahlt, wird sich weisen. Wird Liefering Meister, muss man zumindest zweiter in der Tabelle werden um direkt aufzusteigen. Als Dritter muss man nämlich in die Relegation mit dem Bundesligaschlusslicht. Belegen die ersten drei Plätze der zweiten Liga Vereine, die keine Bundesligalizenz beantragt haben, wird es aus der Bundesliga keinen Absteiger geben. Da heißt es Gas zu geben. Denn wenn die Chance da ist, sollte man die auch nützen. Diese Saison können wir, in der Nächsten MÜSSEN wir!

Ein kleiner Rückblick

In Klagenfurt eine tadellose Leistung und im Cup Achtelfinale gegen Sturm Graz ebenfalls mehr als ebenbürtig, das konnte sich schon sehen lassen. Zumal man taktisch sehr klug und auch variabel gespielt hat. Das gibt Hoffnung für die Zukunft. Dabei hat es lange nicht danach ausgesehen. Erst der knappe Sieg in Dornbirn hat die Wende gebracht. Wichtig war aber, dass man da gleich nachlegen konnte. Und wie. Zuerst im Spiel gegen Horn in Rückstand geraten, dann mit einem Mann weniger die Führung erzielt, kurz vor Schluss den Ausgleich hinnehmen müssen und dann trotzdem durch einen Geniestreich und viel Glück als Sieger vom Platz gegangen. Das war unglaublich wichtig. So ist man von einer fast aussichtslosen Situation in eine gute Position gekommen, zumal die Konkurrenten ebenso das ein oder andere Mal gepatzt haben. Nur den Anschluss nicht verlieren, denn im Frühjahr werden die Karten bekanntlich neu gemischt.
Am Freitag geht’s wieder nach Graz, aber diesmal ersatzgeschwächt zum GAK. Das Traditionsduell wird um 20.25 Uhr live im ORF Sport Plus übertragen. Daumen drücken!

Hinweis / Autor

Dieser Text stellt geistiges Eigentum des tivoli12 magazins dar und ist somit urheberrechtlich geschützt. Um den Text, oder Teile davon nutzen zu können, setzen Sie sich bitte mit dem tivoli12 magazin in Verbindung.

Rudolf Tilg Rudolf Tilg

Artikel bisher gesamt: 565