b_350_1200_16777215_00_images_202021_Fanleben_fv25.jpgEigentlich wollte ich titeln „Wacker Innsbruck holt die Sterne vom Himmel". Angesichts der Ereignisse abseits des Rasens wäre das wohl eher nicht so angebracht. Darum halte ich mich an das Spruchband eines Fanclubs, das schon beim Abschlusstraining vor der Nordtribüne in großen Lettern angebracht worden ist und auch während des Spiels dort blieb. „90 Minuten kämpfen und beißen und die Austria komplett zerreißen“ Diese Ansage dürfte sich unsere Mannschaft wahrlich zu Herzen genommen haben. Mit der 2:0 Niederlage waren die Klagenfurter sicher noch sehr gut davongekommen. Neben einen regulären aber wegen Abseits aberkannten Treffer, haben die Innsbrucker noch einige hochkarätige Chancen liegen gelassen. Und so konnten die Violetten „klagend furt“ vom Tivoli fahren.

Klare Vorzeichen

Von einer „vorentscheidenden“ Partie wurde oft gesprochen und geschrieben. Die war es nicht und ist es auch nicht. Eher eine Richtungsweisende. Selbst bei einer Niederlage des FCW wäre noch nicht alles vrloren gewesen. Bei einem Unentschieden hätte der Vorteil knapp bei Klagenfurt gelegen. Da aber der FC Wacker Innsbruck mit seiner wohl besten Saisonleistung die Kärntner regelrecht paniert hat, liegt dieser nun auf der Seite von Innsbruck. Aber es gilt weiterhin: "Umfallen Verboten!“. Es warten für beide „Aufstiegsaspiranten“ noch fünf „Endspiele“. Wer dabei die bessere Auslosung hat, ist sekundär. Die Liga ist unberechenbar und jeder Gegner kann zum Stolperstein werden. Also noch mindestens 450 Minuten vollste Konzentration und Vollgas geben. Dann wird man sehen, ob es zu einem Direktaufstieg oder zur Relegation kommt, in der alles passieren kann.

Zum Zerreißen

Zum Zerreißen gespannt waren die Nerven vor diesem Schlager gegen Klagenfurt. Die Vorzeichen waren klar. 14 Tore hatten die Violetten in ihren letzten drei Begegnungen erzielt. Die haben mit 50 Treffern auch die zweitmeisten Tore der Liga erzielt. Also waren sie der klare Favorit? Nicht ganz! Denn in der Auswärtstabelle liegen die Kärntner lediglich auf Tabellenrang 8.
Im Wörterseestadion sind die aber sehr stark. Beide Teams müssen jetzt noch jeweils dreimal in der Fremde antreten und zweimal im eigenen Stadion. Wacker hat mit dem GAK und Lafnitz noch zwei der stärkeren Gegner, während Klagenfurt noch zum FC Liefering muss. Man kann es drehen und wenden wie man will, nicht nur die Violetten müssen zerrissen werden. Auch restlichen fünf Spiele wird man wohl gewinnen müssen. Doch nun hat man es in der eigenen Hand. Da sich bei den Unseren die Ausfallsliste gelichtet hat, stehen Trainer Daniel Bierofka einige Optionen mehr zur Verfügung als zuletzt. Jetzt ist es egal, ob der Konkurrent Tore wie am Fließband erzielt hat und wir uns von Punkt zu Punkt gezittert haben. Vorteil Wacker. Man muss ihn "nur" nutzen!

Heiße Partie

Der Schlager war von der ersten Minute an heiß umkämpft. Nach dem Abtasten in den ersten Minuten zeigten die Schwarz-Grünen ihre vielleicht beste Saisonleistung und spätestens nach dem zweiten Treffer konnte durchgeatmet werden. Doch just in der Tormusik hinein regnete es von oben rote Feuerwerkskörper. Sogenannte „Fallschirmbengalos“ Ich dachte noch, wie sieht denn das lässig aus. So etwas habe ich noch nie gesehen.
Das Spiel wurde zunächst fortgesetzt und mir ist die Rauchentwicklung und der etwas andere Geruch aufgefallen. Des Rätsels Lösung war ein kleiner Brand in der Dachkonstruktion über der westlichen Nordtribüne. Kunststoffteile wurden durch einen verirrten Feuerwerkskörper entzündet. Schiedsrichter Ouschan ließ das Spiel zunächst weiterlaufen, hat dann unterbrochen und die Begegnung nach „Brand-Aus“ und dem hinauskurven des Feuerwehrautos wieder fortgesetzt. Die Feuerwehr als 12ter Mann. Das hatte ich so auch noch nie. Aber danke jedenfalls für deren wirklich schnelles und professionelles Eingreifen! Das ging alles völlig unaufgeregt von statten. Das Spiel war nie in Gefahr. Was auch dem Schiedsrichterteam zu verdanken war, das diese „brenzlige“ Situation souverän gemeistert hatte. Das soll ebenso erwähnt werden.

Äußerst unglücklich verlaufen

Ich selbst habe solche Feuerwerksraketen noch nie erlebt. In Spanien, Deutschland, Italien, der Türkei usw. hat man sie schon gesehen. Soweit mir bekannt ist, ist dabei noch nie etwas passiert. Denn normalerweise fliegen die weit höher in den Himmel und verglimmen, bevor sie auf dem Boden aufkommen. Der starke Wind über Innsbruck hat dem wohl einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und so passierte es, dass diese Leuchtkörper statt weiter nach oben zu fliegen, vom Wind nach unten gedrückt wurden. Das muss die Erklärung dafür sein, warum geschehen ist, was geschehen ist.
Und so landete ein solches Ding schließlich auf dem Stadiondach und entzündete Kunststoffteile. Das eigene Stadion anzuzünden war wohl von niemanden die Absicht - und sicher auch nicht eine Hecke in der Nachbarschaft abzufackeln. Unsere Fans sind bekannt dafür, ihren Verein ganz besonders zu unterstützen. Bis auf eine sehr kurze Zeit sind die seit über einem Jahr coronabedingt aus dem Stadion ausgesperrt. Für viele ist der Verein und der Fanclub so etwas wie Familie. Dieses Feuerwerk war sicher gut gemeint und wäre nichts passiert, würden viele von einer tollen Aktion reden und schreiben. So ist diese leider total in die Hose gegangen. Wer die Verantwortlichen dafür waren, weiß man nicht. Aber mir tun sie ein bisschen Leid. Es war sicherlich keine Absicht dahinter, dass sich das so unglücklich entwickelt hat und werden als "Chaoten" und „sogenannte Fans" an den Pranger gestellt. Sicher hätte man auf die Wetterbedingungen besser achten müssen, denn so ein Schaden darf weder beim Stadion passieren noch dürfen unbeteiligte geschädigt werden. Das ist schlimm und schmerzt auch mich. Aber ich tue mir trotzdem sehr schwer von "Idioten" und "Chaoten" zu schreiben wie es der Mainstream tut, denn es war einfach eine unglücklich verlaufene und zu wenig durchdachte Aktion. Man weiß bislang nicht, wer da dabei war, aber es wäre ein tolles Zeichen, wenn die Verursacher des Schadens, auch für deren Behebung gerade stehen würden.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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