b_350_1200_16777215_00_images_202021_Fanleben_fv29.jpgKein Thriller kann spannender sein, als der Aufstiegskrimi 2021 in Österreichs zweiter Liga. Zu Beginn der englischen Woche siegten die Wackerianer hochverdient in Lafnitz und zwei Stunden später haben dann die Klagenfurter gegen den FC Liefering nachgezogen. Nach der Monsterfahrt nach Lafnitz, musste der Tross des FC Wacker Innsbruck am Sonntag schon wieder in die Fremde! Zum Duell gegen Vorwärts Steyr. Ein Sieg war dort Pflicht. Denn es war nicht anzunehmen, dass die Violetten in ihrem Heimspiel gegen den SV Horn etwas liegen lassen. Diese Spannung ist kaum auszuhalten. Sinnbildlich dafür, die 45. Minute in beiden Spielen - in Steyr und in Klagenfurt. Wacker ging in Oberösterreich programmgemäß in Front und die Klagenfurter Austria wäre bis zur 45 Minute am Wörtersee fast baden gegangen. Dann kassiert Innsbruck in dieser Minute den Ausgleich. Vorwärts gelang der aus dem berühmten Nichts heraus und die Klagenfurter Austria erzielt fast zeitgleich (ebenso aus dem Nichts) die Führung. In dieser einen Minute hatte Klagenfurt den FCW in der Tabelle überholt und so für zusätzliche Spannung in der zweiten Halbzeit gesorgt.

 

Männer ohne Nerven

Nerven muss man haben. Allen Unkenrufen zum Trotz agiert der FC Wacker Innsbruck in den letzten Runden überaus souverän. Da wütet der Verletzungsteufel und zwingt die Schwarz-Grünen von Spiel zu Spiel zu Umstellungen. Nach Stefan Meusburger, Markus Wostry, Raphael Gallé, Marco Knaller und Fabio Viteritti musste nun auch noch Flo Jamnig w.o. geben. Doch Wacker scheint durch nichts zu bremsen zu sein. Unglaublich wie die Innsbrucker in Steyr nach dem Last Minute – Gegentreffer aus den Kabinen gekommen sind. Das ist Siegeswille! Da war es dann auch egal, ob der Konkurrent aus Klagenfurt in deren Heimspiel äußerst effizient agierte und wegen ihres 4:0-Sieges gegen Schlusslicht SV Horn weiter träumen darf. Wackers 3:1 Sieg in Steyr war schließlich hochverdient und so fiebern unsere Anhänger dem Saisonfinale entgegen. Das wird mit 3000 Zuschauern ausverkauft sein. Infos zum Kartenvorverkauf findet man hier: https://www.fc-wacker-innsbruck.at/news/news-2/4603-start-freier-ticketverkauf-fuer-das-spiel-gegen-die-juniors-ooe.html

Das Saisonfinale

Der achte Sieg in Serie lässt Wacker alle Trümpfe im Aufstiegskrimi. Kurzzeitig hätte die Konstellation mit dem Aufeinandertreffern der beiden Ligaspitzenreiter (Blau-Weiß Linz und FC Liefering) in der letzten Runde noch die Möglichkeit auf einen Direktaufstieg gegeben, doch nach nachdem Liefering sein Spiel in Lustenau gedreht hatte, war auch dies passé. Mit dem Erreichen des zweiten Platzes haben Bierofka und Co ohnehin nicht spekuliert. Dafür hat man im Laufe der Saison leider zu viele Punkte liegengelassen.
St. Pölten ist vor der letzten Runde fix Tabellenletzter in der Bundesliga. Somit geht es für beide Zweitliga-Kontrahenten im Saisonfinale um das Erreichen der Relegationsspiele gegen die Niederösterreicher. Dazu braucht es keinen Rechenschieber. Wenn die Schwarz-Grünen am Sonntag gegen die OÖ – Juniors gewinnen, können die Violetten machen was sie wollen. Wie es danach in der Relegation weitergeht, weiß man allerdings schon. Am 26. Mai spielt zunächst der Zweitligist im eigenen Stadion, das Rückspiel am 29. Mai findet in St. Pölten statt.

Der Schock unter der Woche

Es könnte alles so schön sein. Doch nicht beim Wacker. Was so toll begann, scheint Risse bekommen zu haben. Medienberichten zufolge soll es gröbere Unstimmigkeiten zwischen dem "finanzstarken Partner" aus der Hansestadt Hamburg und dem Wacker-Vorstand geben. Der FCW hat dies auch in einer Aussendung bestätigt. Der Hamburger Investor nennt es „interne Prozesse“ und fügt an, dass er sich keinesfalls aus dem „Langzeitprojekt Wacker Innsbruck“ zurückziehen will. Und die Zeichen sehen auch nicht unbedingt danach aus. Verträge wurden verlängert, Optionen gezogen und mit „Heimkehrer“ Flo Mader ein neuer Mitarbeiter eingestellt. Trotzdem wurden bei weitem nicht alle vertraglich fixierten Zahlungen aus Hamburg geleistet, obwohl man intern allen Forderungen des Investors nachgekommen ist (inklusive Umbesetzung der Geschäftsführer der Wacker Innsbruck GesmbH). Nichts Genaueres weiß man (noch) nicht und soll erst nach der möglichen Relegation ans Tageslicht kommen. Also halte ich mich auch nicht lange damit auf. Wir stehen exakt 50 Jahre nach dem ersten Meistertitel für den FC WACKER INNSBRUCK wiederum vor einer historischen Chance. Und nach weit über einem halben Jahr können die Fans der Schwarz-Grünen vor Ort wieder mit dabei sein. Können mitzittern, mitfiebern, (hoffentlich) jubeln und endlich gibt es wieder Emotionen am Tivoli. Genau zum richtigen Zeitpunkt scheinen die Corona-Öffnungsschritte zu kommen, denn läuft alles rund, wird es 19 Jahre nach Schwechat wieder eine Relegation in Innsbruck geben. Und an diese erinnere ich mich äußerst gerne.

Der Verein FC Wacker Innsbruck

Niemand ist größer als der Verein! Dazu gehört nicht nur ein Vorstand. Der Verein gehört seinen Mitgliedern und den Fans. Und während immer wieder einmal was verändert wurde, blieben und bleiben die Fans immer. Sie sind die Konstante! Wenn was schiefgeht, bleiben die Anhänger auf der Strecke. Machtlos und schockiert. Immer wieder. Nach jedem Abstieg, nach dem Konkurs 2002 und nach jedem anderen Desaster. Sie haben sich immer weder aufgerafft. Nach jedem Rückschlag wieder nach vorne geschaut und ihren Verein, ihre Mannschaft gepusht und unterstützt. Immer und immer wieder. Ich weiß nicht, wie oft ich das jetzt in fast einem halben Jahrhundert miterlebt habe. Habe dürfen. Und das längst nicht nur in Tirol. In JEDEM Bundesland und weit darüber hinaus. Die Coronazeit war sehr schwer und ich freue mich sehr, meine Freunde aus dem Osten bis zum äußersten Westen, vom Norden bis zum Süden endlich wiederzusehen. Auf gar nicht wenige freue ich mich ganz besonders. Auch das macht uns zu einem besonderen Verein - einen richtigen „Kultklub“.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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