b_350_1200_16777215_00_images_202122_Fanleben_fc27_22.jpgEs könnte alles so schön sein. Einen Geldgeber, der keinen Reichtum ermöglichen muss, aber dafür ein sorgenfreies Dasein. Eine Mannschaft, welche sich mit uns und dem Verein identifiziert und ein Stadion, in dem man sich auch wohlfühlt. Einen Platz zum Konsumieren und fachsimpeln. Eine Heimat, wie sie praktisch jeder Dorfverein hat. Ist das alles wirklich zu viel verlangt!?!

 

Zum Teufel noch mal!

Aufstieg, Abstieg, Höhenflüge, Tiefschläge, große Visionen. Es war zum aus der Haut fahren. Ging alles für kurze Zeit gut, hat die finanzielle Realität unseren Verein immer wieder eingeholt. Spielerverkäufe waren die logische Folge. Dadurch hat natürlich die Qualität am Rasen gelitten. War alles zu teuer? Viele Mitarbeiter, Trainer und zwei Damenmannschaften. Ist der Verein zu groß für sein tatsächliches Budget? Den Nachwuchs opfern, oder die Damen? Beides? Die Backofficearbeiten an Agenturen auslagern? Mehr Leihgeschäfte tätigen, so wie auf billigere Legionäre setzen? All diese Vorwürfe habe ich schon gehört. Aber hätte nicht all das noch heftigere Reaktionen ausgelöst? Zumal dann der Erfolg auch nicht garantiert ist. Innsbruck ist nicht gleich Hartberg oder die Admira. Einen gewissen Erfolgsdruck gebietet der Name FC Wacker Innsbruck. Bei dem 10-fachen Meister wird andauernder Abstiegskampf vom Publikum und auch von den Medien nicht toleriert. Der Name und die Erwartungshaltung verpflichtet. Sind die Erfolge des FCW Fluch und Segen zugleich? Wie das erreichen, wenn man zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel hat? Indem es plötzlich kaum mehr weitergeht und man sich, um endlich einmal unabhängiger zu werden und den Verein in ruhigere Gewässer zu schiffen, auf die falschen Leute einlässt. Dass dies gleich mehrmals geschieht, ist tragisch. Wir haben im großen Vertrauen den Weg geebnet und gehen nun durch die Hölle. Jetzt haben wir zum Leben gar nichts mehr!

Tragischer können die Voraussetzungen nicht mehr sein

Die OÖ Juniors ziehen sich ja bekanntlich freiwillig aus dem Profibereich zurück. Der FC Wacker Innsbruck absolut nicht freiwillig. Regional ist ja in. Aber nicht so im Fußball. Da will man am liebsten international spielen. Aber wo unsere Reise genau hingeht, wird sich erst weisen. Die Wacker Innsbruck GMBH, sprich die Profiabteilung, wird wohl nicht überleben. Was mit dem Verein wird, wird sich zeigen. Noch sind viel zu viele Fragen offen. Ich sehe mich außerstande, zu beurteilen, was jetzt das Beste wäre. Das Spiel gegen die OÖ Juniors ist am seidenen Faden gehangen. Wenn man mit dem Bus anreisen will, sollte man den auch bezahlen können. Sonst kann es passieren, dass der Fahrer plötzlich den Schlüssel nicht mehr findet. Bezahlt wurde dann doch noch und die Reise in den Osten konnte in letzter Sekunde angetreten werden. Womit bezahlt worden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht mit den Bit-Coins des vor zwei Monaten groß angekündigten Hauptsponsors, der wie so vieles was Noch-Präsident Radi angekündigt hat, nur heiße Luft war. Unglaublich. Ein kleiner Trupp von Wackerianern trotzte dem allen. Auf der Haupttribüne und im Auswärtssektor, der eher an einen Zwinger erinnert. Selten so einen schmutzigen, rostigen Gitterhaufen mit schlechter Sicht als Auswärtssektor gesehen. Das Paschinger Waldstadion hat bestimmt schon bessere Zeiten erlebt.

Das Spiel

Zu Beginn war Geisterstimmung im Stadion. Die Wackeranhänger hörbar deprimiert. Aber die Ihren spielten gut, gingen auch verdient in Führung und verabsäumten es in der Folge, diese auch auszubauen. Da wurde es auch auf der Tribüne lauter. Komischerweise wurde es am lautesten, als wir mit 1:3 hinten gelegen sind. Ein Phänomen, das man schon in Linz beobachten konnte. Anschlusstreffer und ein reguläres Tor nicht gegeben. Alex Gründler erzielte doch noch den verdienten Ausgleich und klopfte sich beim Jubel auf das Wappen. Zum Heulen, wenn man bedenkt, wie unsere Gefühlslage aussieht. Diese Mannschaft zeigt wenigstens Charakter. Auf alle Fälle mehr, als es die „Stars“ zuvor 1,5 Jahre getan haben. Es braucht keine klingenden Namen, es braucht Krieger! Nächste Woche wird sich einiges weisen. Wacker Präsident Kevin Radi muss zum Rapport ins Landhaus. Ausgang ungewiss.
Solidaritätsbekundungen für die Inschbrugger Jungs sah man am Wochenende auf der Hohen Warte, bei Thun, St. Pauli und anderen. Danke!

Aufruf der Tivoli Nord

Schwarz-Grüne! Es ist Zeit, ein Zeichen zu setzen!
Unser Verein steht mit dem Rücken zur Wand und die Zukunft ist mehr als ungewiss. Gerade in solch schwierigen Zeiten ist es wichtig, zusammenzurücken und einen unserer beliebtesten Liedtexte mit Leben zu füllen: „Grün-Schwarze werden nie alleine sein!“
Jeder und jede Einzelne ist gefordert, jetzt für unseren Herzensverein Flagge zu zeigen und ein starkes Zeichen nach außen zu schicken. Wir leben den Verein, wir stehen zum Verein! Der FC Wacker Innsbruck ist tief in unseren Herzen verankert und ein untrennbarer Teil von uns allen!
Es liegt an uns allen, diese Leidenschaft und diese Verbundenheit zu UNSEREM Verein nach außen zu tragen und in der Stadt sichtbar zu machen. Die Zeit der Diskussionen am Wirtshausstammtisch und im Internet ist vorbei, es ist Zeit ein Zeichen zu setzen!
Wir laden alle Wackerfans, jedes Mitglied, jeden Schwarz-Grünen, jeden Amateurspieler, die Nachwuchskicker samt Eltern, die Damenteams, die Mitarbeiter und jeden, dem was am Fortbestand des Innsbrucker Traditionsvereins liegt ein, am Freitag, den 6 Mai, mit uns gemeinsam in einem bunten Wackermarsch vom Stadion in die Innsbrucker Innenstadt zu ziehen.
Bringt dazu eure Schals und Trikots mit, bastelt selber Plakate und Fahnen. Wir wollen ein möglichst farbenfrohes Bild abgeben. Wir kämpfen für den Fortbestand unseres Vereines, aufgestellt auf einer gesunden Basis, weit weg von schwindligen Investoren und der Champions League Hymne in den Ohren manch Getriebener.
Nehmt eure Freunde mit und geht mit uns gemeinsam auf die Straße! Für Wacker! Für Innsbruck!

Petition: Wir wollen unseren Wacker zurück!

In der Petition wird folgendes gefordert:

"Wir fordern:
• völlige Transparenz über die finanzielle Situation des FC Wacker Innsbruck
• den Rückzug des Kernmitglieds (Blockrock GmbH) und die Streichung der Kernmitgliedschaft aus den Vereinsstatuten
• den Rücktritt von Präsident Kevin Radi
• die geordnete Übergabe aller Agenden an ein zu wählendes neues Vorstandsteam"

Die Petition kann unter https://chng.it/BWbdV2LXRY unterzeichnet werden

Hinweis / Autor

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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