b_350_1200_16777215_00_images_202122_Fanleben_fv30.jpg... auch wenn es sehr weh tut. Noch einmal 90 Minuten, noch einmal Anfeuerungen, Jubel und ein Sieg. Ein klarer noch dazu. Aber einer mit sehr viel Wehmut. Nach 6886 Tagen ist nun vorerst Schluss, mit dem Profifußball in Innsbruck. Knapp 19 Jahre nach dem Durchmarsch in der Regionalligasaison 2002/03 geht es zurück in den Amateurbereich. Fast 10.000.000 Minuten in einer der beiden höchsten Spielklassen Österreichs sind am Sonntag knapp vor 19 Uhr zu Ende gegangen und nicht nur Schwarz-Grüne haben geweint, sondern auch der Himmel.

 

Surreal

Das Spiel ist seit ein paar Stunden Vergangenheit. Draußen strömt es in gießen, oder besser gesagt, es gießt in Strömen. Verdammt, man kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Wie konnte es so weit kommen, wie hat man es so weit kommen lassen? Auf jeden Fall fühlt sich das alles surreal an. Bei genauerer Betrachtung der Vergangenheit sind wir aber schon mehrmals in diese Situation gekommen. Zumindest in die Nähe davon. Doch es ist immer wieder gelungen, einen Anker zu werfen und nicht zu sinken. Endgültig abgesoffen ist man nun unter Kevin Radi, der im Winter nur ins Präsidentenamt kam weil er vertraglich garantierte die finanziellen Möglichkeiten zu haben den Verein zu stabilisieren und seine Struktur aufrechtzuerhalten. Nach fünf Monaten Ausreden und Kopf in den Sand stecken bleiben neben den Mitarbeitern, hunderten Spielern und Spielerinnen eine enttäuschte und schockierte Fangemeide auf der Strecke. Das hat man am Sonntag beim Spiel deutlich gemerkt. Ich glaube, es war das erste Mal in Wackers Geschichte, dass es auf der Osttribüne teilweise lauter war als auf der Nordt. Schade um dieses tolle Publikum. In der zweiten Halbzeit ging aber auch auf der Nord die Post ab. Die Mannschaft hat ihren Fans noch einen deutlichen Sieg geschenkt. Wacker-Urgestein Alexander Gründler hatte nicht nur vom Regen ein nasses Gesicht bei seiner Auswechslung. Was hat der Junge mit seinem Verein nicht alles durchleben müssen. Und ausgerechnet in der Aufstiegssaison spielte Alex in der Fremde. Dank... , egal, ich will gar nicht mehr daran denken. Was wird aus den anderen Spielern, was wird aus den Mitarbeitern, was aus dem Verein? Die Ungewissheit raubt einem den Verstand.

Es brachen alle Dämme

Nach dem Schlusspfiff sind alle Dämme gebrochen. Niemand wollte die Tribüne verlassen. Trotz Regen feierte die Mannschaft noch sehr lange mitten unter ihren Fans. Mit sehr viel Wehmut. Der VIP-Club war geöffnet und die Sicherheitsfirma GfS wurde für das Spiel gegen Dornbirn zum quasi Sach-Sponsor, in dem sie sich selbst sponorte. Treue Anhänger brachten die 5000 Euro (!) für die Fahrt plus Übernachtung der Damenmannschaften nach Wien in einer Sammelaktion auf. Dieser Verein hätte so viel Kraft. Aber das Kapital sind dessen Fans und sonst ist leider gar nichts. Detail am Rande, 2518 Zuseher und die 500 Freibier waren rasch ausgeschenkt. Das allerletzte habe ich noch bekommen. Bei so viel Glück, das muss doch ein gutes Zeichen sein...

Wie ist es sonst gelaufen

Die Damen verloren gegen die Vienna mit 0:4. Auch schon egal, denn die Konkurrenz verlor auch Punkte und somit haben die Wacker-Damen die Liga gehalten. Das Future League Spiel konnte nur in Unterzahl angepfiffen werden, weil kurz zuvor Spielerinnen erkrankt sind und musste schließlich sogar abgebrochen werden, weil weitere Wackerianerinnen ausfielen und so nicht mehr genügend Spielerinnen zur Verfügung standen. Eine bittere Pille musste unsere zweite Herrenmannschaft schlucken. Zweimal lag man vorne und kassierte in der letzten Minute noch das 4:5. Zu jung, zu unerfahren, so könnte das noch für den Gesamtverein Auswirkungen haben. Zumal im letzten Spiel der Profis Trainer Oenning unbedingt noch Rio Nitta und Michael Neuner einwechseln musste, die aufgrund des Regulativs bis zum Ende der Saison jetzt auch nicht mehr im Amateurbereich auflaufen dürfen. Weiter auf der Siegerstraße wandelt Wacker III. Im Stadtderby wurde der SK Wilten besiegt.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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