b_350_1200_16777215_00_images_202223_Fanleben_fv1.jpgWas soll man da sagen? 0:1 im Auftaktspiel in der Tiroler Liga. Als gäbe es nicht schon genug deprimierende Nachrichten. Aber alles der Reihe nach. Die Tiroler Tageszeitung hat ja schon von möglichen Geisterspielen geschrieben. Niemand soll Wacker mit seinem Anhang im Stadion haben wollen. Sehr weit gefehlt. In Kirchbichl war man von Seiten der Vereinsführung bis hin zum Ordnerdienst und den Einheimischen in der Arena von diesem Spiel schlichtweg begeistert!

Ein Fest ist es geworden

SVK Obmann Franz Hechl möchte sich beim Anhang des FCW bedanken. Das ging glatter, als Franz erwartet hätte und im Vorfeld wurden auch schon keinerlei Bedenken geäußert. Aber bei 600 Gästefans weiß man nie. Es geht auch ohne Polizei. Die positionierte sich in Sichtweite der SVK Arena auf einem Hügel. Aber unten hinter dem Spielfeld haben sich Familien samt Hunden, Ultras und sehr vielen andere Fans getummelt und genossen die Gastfreundschaft der Unterländer. Verschiedenen Würste, Fleischkäse- und Steaksemmel mit vielen Saucen gab es zu moderaten Preisen ohne Wartezeiten. Auch Gelegenheit zum Sitzen und Schirmbars. Davon kann Innsbrucks Stadionbetreiber am Tivoli wirklich nur träumen und lernen. Überhaupt habe ich es noch nie erlebt, dass sich ein Verein derart um seine Gäste bemüht. Das hat angefangen mit Vorgesprächen und ging lange nach Spielende. Ein richtiges Fußballfest wurde da gefeiert. Dass es bei diesem Mini-WC kein Chaos gegeben hat, grenzt fast an ein Wunder. Darum möchte sich auch der Präsident des FC Wacker Innsbruck, Hannes Rauch für den tollen Support und die Disziplin bei unseren Anhängern bedanken!

Noch ein Wort zur Tirol Times: Wollte man im Vorfeld gar Zwietracht schüren? Die üblichen Journalisten haben diesbezüglich alles versucht.Was für ein Schwachsinn. Normal hat der SVK an die 200 Zuschauer. Der FC Wacker Innsbruck kam und an die 1.200 Zuseher waren auf allen Seiten begeistert. Solche Einnahmen hat ein kleiner Verein ansonsten den ganzen Herbst zusammengerechnet nicht. Und diesen Wacker Innsbruck soll man in Tirol nicht wollen? Augenscheinlich bei den großen Tiroler Medien nicht. Wie sonst sind da diverse Kampagnen zu verstehen? Wie die Aasgeier stürzen sich Madl und Co auf den zuckenden Kadaver FCW.

Kernmitglied raus

Ein großes Thema bei diesem Spiel war das Kernmitglied, oder besser gesagt, der Passus in den Vereinsstatuten, das die ermöglicht. Der Anhang des FCW, sprich die Mitglieder (an die 90% der Generalversammlung haben für eine Statutenänderung gestimmt) wollen dieses lieber gestern als morgen loswerden. Das sah man auch in Kirchbichl auf riesigen Spruchbändern. Es wäre nicht klug, diese Forderung zu ignorieren. Ein Verein ist nur ein (ruhiger) Verein, wenn seine Mitglieder und Anhänger mit und nicht gegen seine Organe agieren. Zugegeben, im Moment prasseln derart viele Baustellen auf den FC Wacker Innsbruck ein, dass man das Schlimmste befürchten muss. Jederzeit kann Schluss sein. Eine schwierige Situation für die Spieler, Verantwortliche und für unseren Anhang. Noch gibt sich die Vereinsführung optimistisch. Vorsichtig optimistisch. Ich hatte am Spieltag den ganzen Tag ein flaues Gefühl in der Magengegend. Zum Glück habe ich die Medien nicht gelesen. Aber die Schlagzeilen alleine waren ja schon vernichtend. Meiner Meinung nach, könnte man das trotzdem sensibler an die Leser bringen, ohne dem Verein in den Tod zu schreiben. Wenn man denn wolle... aber in diesen Zeiten sieht man überdeutlich wo aller die Feinde des FCW sitzen.

Toller Auftritt trotz Niederlage

Bis der Fußballplatz in Kirchbichl, neben einem schönen Badeteich gelegen, aufgetaucht ist, wusste ich nicht, ob ich mich über den Saisonauftakt freuen oder gleich losweinen soll. Dann war das Auswärtsfeeling sehr schnell wieder gegeben. Vor eineinhalb Wochen das erste Mal miteinander trainiert. Erst ein paar Tage mit ihren Trainer zusammen, der urlaubsbedingt noch gefehlt hatte und kein einziges Testspiel in den Beinen. Denkbar ungünstig und wahrscheinlich im Fußball ein Novum. Zumal noch dazu erst am Freitag um 22.00 Uhr die letzte Freigabe des ÖFB für einen schwarz-grünen Kicker eintrudelte. Dafür war die erste Halbzeit in Kirchbichl ein offener Schlagabtausch. Sehr spannend und unterhaltsam. In der zweite Halbzeit gab es pahsenweise ein richtiges Powerplay Richtung Kirchbichler Gehäuße, doch die Durchschlagskraft fehlte. Auf der anderen Seite hat die Unterländer Nummer 9 mit seinem sehenswerten Treffer wohl das Tor seines Lebens erzielt. Ein toller Seitfallzieher bezwang Markus Gabl, der aber wie die Abwehr ansonsten durchaus gute Figur machte. Wackers Schlussoffensive hat nichts mehr eingebracht. Schade! Aber aus dieser Mannschaft könnte was werden. Ob aus den überaus gelungen Auftritt der Innsbrucker Fangemeinde und den gelungenen Auftritt ohne Happyend des Teams noch weit mehr werden wird, wird man sehen. Man darf auch nicht vergessen, dass es für die Jungs ungewohnt ist, vor einer derartigen Kulisse zu spielen. Daran muss sich jeder erst gewöhnen. Jedenfalls hat das Spiel zur perfekten Fußballzeit Lust auf sehr viel mehr gemacht! 

Zusammenfassend kann man jetzt sagen, ein toller Marsch durch Kirchbichl, ein doch starkes erstes (Test)Spiel der jungen Mannschaft, ein begeisterter und hervorragender Gastgeber, ein toller Support und über 1.200 Zuschauer in der Tiroler Liga und viele Sympathien gewonnen. Jetzt heißt es gut zu regenerieren, denn am Dienstag steht schon das nächste Spiel an. Da gastiert man im Cup bei der SPG Axams/Grinzens.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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