b_350_1200_16777215_00_images_202223_Fanleben_fv10.jpgDiverse Wahlversprechen und dann das Gegenteil erledigen. Das kennt man zur Genüge. Tarnen, täuschen und auf allen Linien den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Das ist doch alles ein Sch...eibenkleister. Dabei hatte doch einer schon im Vorfeld mit seinen Prognosen geirrt. Ganz gewaltig auch noch. Der Wetterbericht. War doch für Sonntag Regen und Kälte angesagt. Nichts mit frieren und klitschnass werden. Nur das Spiel zwischen den SV Weber Beton Oberperfuss und unserem FC Wacker Innsbruck lief ziemlich „unterkühlt“ ab. In der Sportanlage in Sichtweite von Oberperfuss. Fußball in einer "Gstetten" (leider alles andere als barrierefrei). Fußball in so einer Umgebung, was gibt es ehrlicheres? Das Wetter war dann doch überraschend angenehm und die schon Oberländer machten ihrem Sponsor eine große Ehre und mischten viel und guten Beton an. So, dass es am Sonntag um die Mittagszeit zwar keinen Regen gab, aber trotzdem eine kalte Dusche für die Schwarz-Grünen.

Verkalkuliert

Nicht die Politologen sagten das voraus, auch keine Wählerstromanalyse, aber ein Blick auf die Tabelle der Tiroler Liga: Mit einem Sieg wäre der FCW am Leader SV Völs dran gewesen. Nichts da, die Blauen, noch dazu das bisherige Tabellenschlusslicht hatten da ordentlich etwas dagegen. Die 850 Zuseher in der Sportanlage Oberperfuss bekamen einen richtigen Hundskick zu sehen. Die Blauen ließen dem Gegner den Ball, aber der wusste nicht so recht was damit anzufangen. Trotzdem war der SV Oberperfuss praktisch über die gesamte Spielzeit die gefährlichere Mannschaft. Die Schwarz-Grünen wirkten müde und ideenlos. Müde war auch ein Großteil ihrer Fans. Hatten die doch am Samstag eine Megaparty in Innsbrucks Bögen. Mit dabei viele internationale Gäste. Die kamen alle zur 30-Jahrfeier der „Verrückten Köpfe“. Und dann zum Teil fast direkt hinauf nach Oberperfuss. Diese Müdigkeit sah und hörte man auch etwas. So, als schiene sich das auf unsere Mannschaft zu übertragen. Überhaupt ein komischer Sonntag, dieser Wahlsonntag. Ich hätte ja selber um ein Haar verpennt. Nicht einmal mein Handywecker hatte gestern Normalform. Fünf Ausfälle, dazu im Tor ein Debütant. Unsere Innenverteidigung zählte zusammen 34 Lenze. Einige Stützen fehlten da an allen Ecken und Enden. Aber auch der SV Oberperfuss spielte mit drei Spielern unter 18. Jahren. Eines scheint schon ziemlich augenscheinlich: Die Gegner stellen sich auf unsere junge Mannschaft immer besser ein. Das ist ein wichtiger Lernprozess in deren fußballerischen Jugend. Da muss man nun dagegenhalten, trotz körperlicher Unterlegenheit seinen Mann stellen und Ideen finden. Würde es sich um Profis handeln, wäre ich ob dieses Spielverlaufs etwas sauer. Wir befinden uns eben nicht mehr im Profifußball und der sportliche Leiter Jakob Grießebner sagte mir zu Beginn der Meisterschaft, dass es sicher eng werden könnte und man im Winter vielleicht am Personalsektor nachlegen wird müssen. Ja, wenn es sich denn ausgehen würde. Das ist essenziell! Die Mannschaft hat aber was drauf. Das hat sie uns schon mehrfach gezeigt. Nur die Kaderdecke ist doch dünn. Fünf Ausfälle und dazu noch einen schlechten Tag zu erwischen, das sind die Zutaten dieser unnötigen Niederlage. Dieser Brei schmeckt so ganz und gar nicht! Meinen ersten Besuch in dieser Gemeinde hätte ich mir anders vorgestellt. Auch wenn auch sie einen sehr guten Gastgeber abgegeben haben! Weiter als bis Unterperfuss bin ich bis gestern da nicht hinaufgekommen. Und das ist schon eine Ewigkeit her, als ich auf einer „Alm“ mitten in diesem Ort war.

Wahlergebnis anerkennen

In der Politik ist es so, der Wähler hat immer recht. Für Schwarz-Grün wird eine Alleinregentschaft nicht mehr möglich sein. Im Sport muss man auch Niederlagen akzeptieren. Und tun die noch so weh. Eine Alleinregentschaft, wie es viele Jahre der Fall gewesen ist, wird es im Land auch nicht mehr geben. Aber vielleicht tut es gar nicht schlecht, sich in die hinteren Reihen neu sammeln zu können. In beiden Fällen sollte man akzeptieren, was man nicht ändern kann und das Beste daraus machen.  Es ist wie vor 14 Tagen in Natters. Ebenso an einem Sonntag zur Frühschoppenzeit. Ein enger Platz, ein motivierter und konzentrierter Gegner und wieder zwei Gegentore. Da müsste man viel schneller und direkter spielen. Wenn man in der Defensive Probleme und in der Offensive keine Durchschlagskraft hat, darf man sich auch nicht wundern, wenn man trotz nummerischer Überlegenheit noch einen Standard eingenetzt bekommt. Ich will unserem Trainerteam bestimmt nicht ins Handwerk pfuschen! Das wissen die besser als ich. Aber statt hinten 1913-mal quer und zurückzuspielen sollte mal der Abschluss gesucht werden. Schießen aus allen Lagen. Einmal klappt es (Spiel gegen Mayrhofen) und dann wieder nicht. Versuchen muss man es. Daraus wird man seine Lehren ziehen. Auch diese könnte wichtig für unser Team werden. Und in meinen Augen darf jeder Amateurkicker auch einmal einen schlechten Tag erwischen. Schön ist es allerdings, dass JEDES unser zwölf bisherigen Spiele (Cup und Meisterschaft) bisher richtige Volksfeste gewesen sind und für eine vierte Liga sensationelle Zuschauerzahlen erreicht hat.

Weitere Ergebnisse und Aussichten

Einen guten Tag haben unsere Jungs von Wacker II erwischt. Gegen Jenbach II siegten unsere jungen Wilden mit 3:2. Die Damen haben gegen den Rekordmeister aus Neulengbach mit 0:4 verloren. Der Klassenerhalt wird ohnehin in den direkten Duellen der Tabellennachzügler ermittelt werden. Für die FC Wacker Innsbruck Herren geht es am Sonntag, dem 2. Oktober um 14 Uhr mit einem Heimspiel gegen den FC Volders weiter. Ehe mit dem SVI und der Union Innsbruck zwei Innsbrucker Derbys auswärts in der eigenen Stadt folgen werden. Dann kommt mit den Völser SV der Spitzenreiter ins Tivoli und vier Tage später geht es ebenfalls am Tivoli, im Tiroler Cup gegen den Regionalligisten SV Hall. Es wird alles andere als langweilig und wir sollten das so richtig genießen! Die Winterpause dauert dann ab 29. Oktober bis zum 18. März nächsten Jahres.

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Rudolf Tilg Rudolf Tilg

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