florian klausnerNach dem verheerenden Ligastart und zuletzt drei Siegen in Folge scheint der FC Wacker Innsbruck in der Ersten Liga angekommen zu sein. Höchste Zeit um mit Sportdirektor Florian Klausner die aktuelle Situation zu besprechen. Am Rande der Nachwuchstrainer-Sitzung stellt sich der Sportdirektor den Fragen des tivoli12 magazins und erörtert das neue Nachwuchskonzept.



Florian, der Start in die Liga war ein harter. Die Anfangsleistungen waren nicht sonderlich berühmt. Wie groß war der Druck, der sich für dich und das Trainerteam aufgebaut hat?

Der Druck war natürlich groß. So ein Verein wie Wacker Innsbruck hat natürlich andere Ansprüche. Wir wollten natürlich nicht so starten, aber wir haben schon vor der Saison gewarnt, dass die Liga schwierig ist und die Mannschaften gut sind. Wir hatten auch eine schwere Auslosung mit Mattersburg, Austria Lustenau und Liefering gleich zu Beginn. So schlimm haben wir es natürlich nicht erwartet, aber so etwas kann passieren. Dass dann der Druck steigt ist logisch.

Wie habt ihr darauf reagiert?

Wir haben die Situation analysiert - vor allem das Trainerteam und ihre Schlüsse gezogen. Ab der zweiten Halbzeit im Liefering-Spiel hat man auf eine Dreierkette in der Abwehr, die dann variabel zur Fünferkette wurde, umgestellt. Seit dem FAC-Spiel spielt man mit Dreierkette, die ganz gut funktioniert. Daraus resultiert, dass wir mit zwei Stürmern spielen und sind dadurch nach vorne gefährlicher und unberechenbarer.

Die Umstellung war etwas überraschend. In der Vorbereitung ist man nie so aufgetreten.

In der Vorbereitung hat das 4-1-4-1 oder 4-3-3 sehr gut funktioniert. Wir hatten dann einige Sperren und Verletzte. In der Bundesliga haben wir schon einmal auswärts in Salzburg bei einem 0:0 so ähnlich gespielt. Gegen Mannschaften, die viel durchs Zentrum spielen ist es gut dieses dicht zu machen. Das war gegen Liefering in der zweiten Halbzeit auch so und das hat gut funktioniert. Ein wichtiger Punkt ist schon auch, dass wir jetzt mit zwei Stürmern agieren.

Jetzt hat man drei Spiele in Folge gewonnen. Die Leistungskurve geht steil nach oben. Der nächste Gegner LASK ist aber ein ganz anderes Kaliber. Welche Erwartungen hast du bezüglich dieses Spiels?

Das wird ein sehr spannendes Spiel. Der LASK ist einer der Topfavoriten in dieser Liga. Wenn man liest, dass Drazan verpflichtet wurde und sie Kienast holen wollen, sieht man schon, dass da andere finanzielle Kraft dahintersteckt als bei uns. Solche Spieler sind bei uns finanziell einfach kein Thema. Der LASK ist, gleich wie wir, ein Traditionsverein. Sie haben auch Druck und wollen etwas erreichen. Erklärtes Ziel ist dort jetzt auch durchzustarten. Das wird ein spannendes Spiel am Freitag. Ich hoffe auf sehr, sehr viele Zuschauer, die uns pushen und wir einen Dreier holen können.

Beim LASK kursieren prominente Namen als eventuelle Neuverpflichtungen im Raum (Mader, Koch, Kienast, Grozurek). Bei uns sind auch zwei im Gespräch. Einer davon trainiert bereits beim FCW. Wie schauts aus?

Marco Sahanek trainert aktuell bei uns. Wir schauen ihn an. Er war zuletzt vereinslos und davor in Horn, wo er sehr gut gespielt hat. Bei einem Abstiegskandidaten hat er 10 Tore erzielt und 13 Assists gegeben. Er ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der uns gerade für den letzten Pass gut tun würde. Er sit ein wenig ein Jevtic-Typ, der letztes Jahr bei uns war.

Der zweite ist Davidson Drobo-Ampem. Ein Innenverteidiger, der aber auch Sechser und Außenverteidiger spielen kann. Mit den beiden sind wir in Gesprächen. Das ist kein Geheimnis mehr. Aber man muss natürlich schauen, wie das finanziell ausschaut. Wir wollen uns wirtschaftlich konsolidieren. Wir wollen nicht mehr ausgeben, als wir zur Verfügung haben. Wenn wir Gelder lukrieren können, werden wir diese Spieler holen, wenn wir kein zusätzliches Geld auftreiben wird es schwierig. 

Ist absehbar wann die Entscheidung fällt?

Ich hoffe auf jeden Fall, dass diese Woche etwas passiert. In der Länderspielpause nächste Woche wäre ein guter Zeitpunkt neue Spieler zu integrieren. Wir haben zwei Testspiele in Landeck gegen eine Auswahl von Zams/Landeck und in Ingolstadt gegen den dortigen Zweitligisten. Da könnten die Spieler - oder einer der Spieler - gut in die Mannschaft hinein wachsen. Danach geht es gleich weiter. Deshalb wäre noch in dieser Woche ein guter Zeitpunkt eine Eintscheidung zu treffen. Aber man kann natürlich nichts erzwingen.

Wir führen dieses Interview am Rande der gerade zu Ende gegangenen Nachwuchstrainer-Sitzung. Ihr habt das neue Nachwuchskonzept vorgestellt. Erzähl uns doch etwas darüber.

Thomas Grumser, Christoph Aschenwald, Christian Stoff und ich haben uns im letzten halben Jahr sehr viele Gedanken gemacht, wie wir den Nachwuchs besser aufstellen können. Wir haben ein 25-seitiges Konzept ausgearbeitet, das noch sehr theoretisch ist und das wir noch mehr mit Inhalten füllen müssen. Das ist die nächste Aufgabe. Dieses Konzept haben wir den Trainern vorgestellt. Es besteht aus dem Grundlagen- , Aufbau- und Leistungsbereich und dort müssen gewisse Inhalte trainiert und erfüllt werden. Wir haben auch die Trainer dahingegend instruiert was die Spielphilosophie bzw. Trainingsphilosophie des FC Wacker Innsbruck in Zukunft sein sollte. Dahingehend sollte dieses Konzept auch umgesetzt werden. Wir starten jetzt bei Null. Bis das bei 100 ist dauert es natürlich etwas, aber irgendwann muss man anfangen.

Auf der Websit des FC Wacker Innsbruck ist seit heute eine Kurzform des Konzepts abgebildet. Erklär uns bitte die wichtigsten Eckpunkte.

Die wichtigsten Eckpunkte sind zuerst, was wollen wir überhaupt mit unserem Nachwuchs. Wir sind Wacker Innsbruck und wollen natürlich unsere Spieler für den Profibereich ausbilden. Wir bilden sie nicht für den Breitensport aus, sondern für den Profibereich. Auch von ganz unten hinauf. Deshalb fahren wir auch zu internationalen Turnieren. Das ist für uns ganz wichtig. Ein anderer wichtiger Punkt sind die Verhaltensregeln: Was wollen wir, wie wollen wir. Wie will der FC Wacker Innsbruck auftreten. Wir wollen attraktiv fürs Umfeld, fürs Land Tirol werden. Nicht nur durch die Spielweise, sondern auch die Nachwuchsmannschaften sollen attraktiv werden. Wir wollen Ordnung am Platz, aber auch Respekt gegenüber den anderen haben.

Was das sportliche beanlangt sind die Eckpunkte die schon erwähnten drei Säulen. Der Grundlagenbereich vom Kindergarten bis zur U11, dann der Aufbaubereich von der U14 bis zur U16 und danach der Leistungsbereich, der bei uns eher ausgegliedert in der Akademie mit dem Tiroler Fußballverband ist.

Wie schaut da aktuell die Zusammenarbeit aus?

Die Zusammenarbeit wird stetig besser. Sie ist noch immer nicht so ideal, wie sie sein sollte, aber wir gehen Schritt für Schritt aufeinander zu. Grundsätzlich geht es um eines, nämlich dass die besten jungen Tiroler in Zukunft hier gebunden werden und im Tivoli spielen.

 

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Christian Hummer Christian Hummer

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