Freudentaumel und DankSelbst zwei Tage nach diesem Fußballmärchen bin ich noch ganz gebannt von den Ereignissen in Wolfsberg. Diese Emotionen, diese Extase, diese wunderbare Erfahrung Teil des FC Wacker Innsbruck zu sein, ist schier unbeschreiblich. Diese Auswärtsfahrt hatte es wahrlich in sich!


Richtige Vorbereitung

Die richtige Vorbereitung auf ein Finale im wahrsten Sinne der Worte war das Champions-Legaue-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Obwohl die Identifikation mit keinem der beiden Vereine gegeben ist, so schaute man sich das Spiel dennoch an. Denn, wie sollte man sonst die Nervosität unterbinden bzw. die Stunden bis zur Abfahrt nach Wolfsberg verbringen? Diese stand um 5 Uhr Früh auf dem Programm. Zwei vollbesetzte Busse machten sich auf den Weg und die Stimmung im Bus war für diese Uhrzeit natürlich schlaftrunken. Die generelle Stimmung schien etwas angespannt zu sein, war dies doch eines der wichtigsten Spiele der letzten zwei Jahre.

Dramatik pur

Die meisten Leute versammelten sich vor dem Landeskrankhaus und ließen dort den kleinen Marsch Richtung Gästesektor beginnen. Vor dem Gästesektor sorgten die langsamen Ordner  zusätzlich für Spannung - kommen wir noch rechtzeitig rein? Dass nicht nur drei Busse, einer davon fuhr früher als die anderen Zwei, in Kärnten waren, zeigte sich am ordentlich gefüllten Gästesektor. Die Stimmung war gut, doch die Führung zur Pause für den WAC ließ die Stimmung etwas in den Keller sinken. Doch es kam die 71. Minute und es sollte einfach nur mehr wahnsinnig werden. Es war unbeschreiblich und selbst jetzt, knapp 28 Stunden später, nicht zu „Papier“ zu bringen. Obwohl der Autor dieser Zeilen nur mitbekommen hat, dass drei Tore für den FC Wacker Innsbruck gefallen sind. Alles andere ging komplett im Freudentaumel und der Spannung auf den Schlusspfiff unter. Der Schlusspfiff ließ dann noch einmal die Emotionen hochkochen. Wildfremde Leute lagen sich in den Armen, umarmten Spieler und das Betreuerteam. Selbst ein Szabolcs Safar zeigte Emotionen, indem er lachend die Umarmungen über sich ergehen ließ. Den meisten Spieler waren ihre Dressen, Schuhe, Stutzen und Schienbeinschoner innerhalb weniger Minuten abhanden gekommen. Da wurden mal wieder Anleihe an Italien genommen, wo dies üblich ist. Selbst der Matchball wurde nach langen Verhandlungen mitgenommen. Hoffentlich wird es einmal ein Museum geben, indem man diese Stücke bestaunen darf!

Im Gästesektor wurde in der Zwischenzeit der Emotion weiter freier Lauf gelassen. Immer wieder wurden Fangesänge angestimmt und schlussendlich sogar „Sierra Madre“ im Stadion gespielt. Der Gästesektor war immer noch sehr gut gefüllt, doch auch die Heimfans blieben noch einige Zeit auf ihrer Tribüne stehen. Doch sie interessierten sich weniger, dass sich die Heimmannschaft verabschiedete, als vielmehr, was weiterhin auf der Laufbahn und im Gästesektor vor sich ging. Party ohne Ende, zeitweise nahm man an, man hätte einen internationalen Startplatz, oder gar die Meisterschaft errungen.

Müdigkeit schlägt zu

Die Heimfahrt ging sehr ruhig von statten. Die meisten Fans waren einerseits von dem langen Tag müde oder waren einfach nur froh sich gemütlich ein Bier zu gönnen. Selbst wenn man wollte, musste man der heiseren Stimme Tribut zollen und mehr als ein krächzendes „Oh FC Wacker allez“ kam nicht aus den Kehlen. Auf den ersten dreißig Kilometer Richtung Westen wurde der Bus immer wieder angehupt, darunter auch ein Auto mit Berliner Kennzeichen und einem FC Wacker Innsbruck Sticker. Trotz des Spannungsabfalls und der Müdigkeit konnte der Autor dieser Zeilen nicht schlafen, galt es doch die „Ruhe“ im Bus zu genießen. Als man in Innsbruck ankam, ging der Großteil der Leute glücklich und müde heim.

Danke für die Frühjahrssaison

Ich möchte in den letzten Zeilen „Danke“ für die vergangenen drei Monate sagen. Es war nicht immer leicht, doch sportlich haben wir beinahe Unmögliches geschafft. Die Mannschaft konnte sich insbesondere im letzten Viertel enorm steigern und gestern gab es mit dem 3:2 Sieg nach einem 0:2 Rückstand ein glanzvolles Ende. Doch auch den Fanclubs gebührt Dank. Ohne diese positive Unterstützung im gesamten Frühjahr wäre dieses Wunder wohl auch nicht zustande gekommen. Respekt an jene, die heuer den Großteil der Spiele besucht und den FC Wacker Innsbruck unterstützt haben.

 

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Alexander Riedling Alexander Riedling

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