b_350_1200_16777215_00_images_201819_Rundum_nr1.jpgDie Welt ist doch so einfach, möchte man meinen. Da gibt es zwei Litfaßsäulen: die eine steht in der Maria Theresien Straße, die andere irgendwo am Land. Beide sind Litfaßsäulen, auf beide kann man Plakate kleben und ja sie schauen dann natürlich auch gleich aus. Sind sie deswegen gleichwertig? Auf den ersten Blick natürlich ja, doch bezüglich Werbewert ist ein immenser Unterschied. Die eine interessiert, die andere naja, ist vielleicht für eine kleine Gruppe von Menschen interessant.

 

Werden die Werbekunden des Säulenbetreibers für beide Standorte gleich viel zahlen? Mit nichten. Warum auch? Die eine ist populär, da gehen täglich tausende Menschen vorbei und ab und an fällt dann ein interessierter Blick auf die Inhalte. Bei der anderen ist das mit der öffentlichen Wahrnehmung eher mit einer firmeninternen Anschlagstafel zu vergleichen. Jedenfalls würde das für Werbetreibende nicht rechtfertigen dieselbe Summe an so einem Standort zu investieren.

Aber was hat das kleine Dorf und die Maria Theresien Straße bzw. Litfaßsäulen mit dem FCW zu tun?

Naja ganz einfach. Die Instagram Seite austrian_soccer_memes hat eine Umfrage gemacht, welcher Verein in seinem Bundesland der Beliebteste ist und das Ergebnis war doch ein wenig eindeutig. In Tirol gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung demnach nur einen Verein und das ist der FC Wacker Innsbruck, der 75% der Stimmen erhielt. Der Aufstiegsaspirant, der sich so gerne als gleichwertig tituliert, hat aber derselben Umfrage zufolge nur 7% der Stimmen erreichen können. Dabei konnte sogar der FC Kitzbühel 8% erreichen. Natürlich kann man nun damit argumentieren, dass die Umfrage nicht repräsentativ war, natürlich kann man sagen, dass nicht das ganze Spektrum der Gesellschaft bei einer Internetumfrage abgebildet wird. Alles richtig, alles legitim. Doch auch die Zuschauerzahlen sprechen Bände. Die Werkssportgemeinschaft der Kristallmetropole kann noch so oft betonen, dass sie gleich zu behandeln ist wie der Wacker, Sponsorenvertreter werden sich auf Dauer aber schwer tun, dieser Argumentation zu folgen, zu unterschiedlich ist die mediale Präsenz, zu unterschiedlich der Werbewert zwischen der WSG, auch wenn sie sich in Tirol umbenennen sollte, und dem 100jährigen Traditionsverein aus Innsbruck. Mag sein, dass es dabei auch einige Menschen mit negativer Emotion gibt, aber Wacker vermittelt zumindest Emotion, Wacker polarisiert, Wacker ist aus der Tiroler Gesellschaft nicht wegzudenken und sei es nur als perfektes Thema bei Stammtisch Diskussionen. Geht man durch Wirtshäuser und hört ein wenig mit, findet man sehr oft Diskussionen über den Tiroler Traditionsverein, über den Konkurrenten aus dem Osten ist eher wenig bis nichts zu hören.

Dazu muss man schon auch einmal erwähnen, dass Wattens noch nicht aufgestiegen ist. Sie sind als Herbstmeister in die Winterpause gegangen, es zählt aber der Meister im Frühjahr und das ist noch ein langer Weg. Jetzt schon zu fordern, dass man die Sponsorsummen aufteilen müsste, ist also mehr wie verfrüht und der Litfaßsäule in der Maria Theresien Straße gegenüber äußert unfair.

 

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Bildnachweis: Ralf Roletschek (talk) - Fahrradtechnik auf fahrradmonteur.de [CC BY-SA 3.0 at (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en)], from Wikimedia Commons 

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Michael Fritz Michael Fritz

Wollte nie viel schreiben, wie man sich täuschen kann.....

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