Gerald Schwaninger macht die Gegenwart SorgenNach dem Interview mit Obmann Kaspar Plattner bat das tivoli12 magazin den Clubmanagement Leiter Gerald Schwaninger vors Mikrofon. Er erläuterte noch einmal die Problemfelder bei der Lizenzvergabe und gab sich betont optimistisch für die zweite Instanz.


Was ist der genaue Grund, warum der Senat 5 der Bundesliga dem FC Wacker Innsbruck die Lizenz nicht erteilt hat?



Das ist eine recht konträre Situation, weil wir die Vergangenheit in der letzten Phase gelöst haben. Da geht es um das Auffangen der Altlasten. Die Zukunft schaut auch gut aus, weil wir von den großen Sponsoren für die nächsten zwei Jahre die Verträge schon haben. Jetzt geht es darum, dass wir zeigen, dass die Gegenwart auch in Ordnung ist. Da geht es um die heurige Saison. Da geht es um die Geschichte, die mit dem Aufstieg verbunden ist, wo noch eine kleine negative Bilanz da war. Jetzt ist zu erklären, dass das jetzt sauber endet, dass wir die Zahlen im Griff haben. Und das gilt es jetzt noch präziser darzustellen und dann wird das Ding klappen.

Das heißt wir haben heuer die schwarze Null, egal wie viele Punkte wir noch machen?



Grundsätzlich werden wir das jetzt hinkriegen, so einfach ist es. Da gibt es nicht viel zum Drum-herum- lamentieren.

Der Obmann meinte, es geht um 200.000 Euro für die Lizenz



Ich will das jetzt gar nicht in Ziffern fassen. Wenn wir jetzt alle Spiele gewinnen sollten, dann sind es vielleicht 250.000 oder mehr, wenn wir nicht alle gewinnen sind es vielleicht weniger. Ich glaube, es geht im Moment gar nicht darum. Es geht darum, dass man nachvollziehen muss, dass das, was wir hier machen, vernünftig ist und da geht es jetzt nicht um ein bisschen Auf und Ab. Es geht darum, dass das ganze Gebilde Wacker Innsbruck endlich im Bereich Finanzen ruhig wird. Das wird man nachweisen müssen.

Wie schaut das weitere Procedere aus?



Es gibt am Montag eine Vorstandssitzung, da werden wir das alles dem Vorstand in Ruhe präsentieren. Wir im Hintergrund waren in den letzten Wochen sowieso tagtäglich mit den Finanzen betraut. Jetzt heißt es noch einmal das Ganze sehr komplex aufzuarbeiten und was kann man jetzt kurzfristig noch machen, dass ausgabenseitig was passiert. Es geht ja nicht um so prekäre Summen, dass es überhaupt keinen Sinn machen würde, weiterzumachen. Wir werden es lösen und da gibt es mehrere Wege dazu.

Das heißt genau was?



Es geht darum, dass man es noch transparenter und damit die Glaubwürdigkeit bei der Bundesliga noch einmal zu bekräftigen. Das hat nicht damit zu tun, dass wir schlecht gearbeitet hätten, sondern wir sind ein Verein mit einer sehr schwierigen Geschichte, was die Finanzen in den letzten Jahren betrifft. Da war es immer relativ unruhig und da schaut man auch auf Seiten der Bundeliga zurecht genau hin.

Was soll man unter noch transparenter verstehen? Das impliziert ja, dass es aktuell nicht sehr transparent ist?



Nein, gar nicht. Vielleicht gibt's einen Auffassungsunterschied bei der heurigen Saison, wie wir sie darstellen. Da geht es um die Budgetsituation generell, da geht es um die Liquidität, da fehlt ja doch noch ein komplettes Fußballquartal. Das letzte Viertel des Geschäftsjahres fehlt noch und um das geht es jetzt. Wir müssen glaubhaft darstellen, dass das, was wir abgegeben haben, auch glaubhaft eintritt. Und da wird es einige Fragen geben, wie wir das noch besser darstellen können, weil es natürlich in den letzten Jahren so war, dass in dieser Phase dann irgendetwas passiert ist. Da werden wir diskutieren, wie das zu machen ist und dann wird das Ding klappen.

In den Medien wurden die ominösen 40.000€ pro Sieg kolportiert. Ist diese Zahl realistisch bzw. liegt da das Problem?



Das hat mit den Siegen grundsätzlich nichts zu tun. Wir haben mit 40 Punkten kalkuliert. Ich will gar nicht sagen, wie viel ein Sieg genau kostet. Das hängt von Einsatzminuten von Spielern ab und vielem mehr. Das kann ein wenig mehr oder ein wenig weniger sein, aber 40.000 sind es meiner Meinung nach nie. Da müsste der gesamte Kader spielen. Wie auch immer, aber das ist ja budgetiert. Wir haben ja im Spielerbereich mit 40 Punkten für den gesamten Kader gerechnet. Es spielen aber nur vierzehn, wenn zwei verletzt sind 16. Es kriegen also nie 24 Spieler die volle Prämie, deswegen ist noch Luft bei den Punkten. Vielleicht müssen wir auch das noch einmal klarer darstellen. Es geht eben um alles so Sachen, wo man zeigen muss, dass man noch sauberer ist.

Das ist alles in zehn Tagen möglich?



Ja natürlich, wir sind der Wacker, wir werden das schaffen.

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Michael Fritz Michael Fritz

Wollte nie viel schreiben, wie man sich täuschen kann.....

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