b_350_1200_16777215_00_images_201213_schwani3.jpgIm dritten Teil unseres Gesprächs mit Geschäftsführer Mag. Gerald Schwaninger geht es um die Vorbereitungen für die 100Jahre-Feierlichkeiten, die Geschichte des Vereins und seinen ganz persönlichen Wunsch für das Jubiläum. 

 

 

Schauen wir uns ein ganz anderes Themengebiet an, aktuelle Entwicklungen in und rund um den Verein. Die 100 Jahre Feier steht an, wie schauen die aktuellen Entwicklungen aus?

Schwaninger: Grundsätzlich, immer wenn ich mit dem Thema konfrontiert werde, wird mir erst bewusst, wie beeindruckend das ganze Thema ist. Wir dürfen hier, auch du als langjähriger, treuer Wegbegleiter und großer Unterstützer des Vereins bei diesem Jubiläum dabei sein, dann macht mich das sehr stolz. Das Thema bürgt dafür, dass da allerhand Bilder hochkommen all die Jahre, die ich miterleben durfte, jetzt als Geschäftsführer und vorher als Fan.
Fakt ist, dass wir natürlich einiges machen wollen zu diesem Festakt. Einige Sachen geistern schon herum. Das sind ein Jubiläumsspiel, eine Jubiliäumsfeier oder Jubiläumsgala, je nachdem, wie man es bezeichnen mag. Es wird zum Thema "100 Jahre FC Wacker Innsbruck" ein Buch geben, eine CD ist schon erschienen. Einige andere Themenkreise werden noch abgearbeitet.

Ich möchte jetzt nicht allzu viel dazu sagen, denn dies muss erst auf Schiene gebracht bzw. genau ausgewählt werden. Fakt ist, dass Jahresmitte 2013 das Jubiläumsspiel stattfinden wird, das ist ein Fixpunkt. Darüber hinaus wird versucht, das ein oder andere Spektakel zu realisieren, zum Beispiel ein Jubiläumstunier mit Frankfurt und Bergamo. Darüber wirklich zu reden ist noch zu früh, da die Pläne bei den Vereinen für die kommende Saison erst Ende Oktober bzw. im November gemacht werden. Fakt ist, dass uns die Stadt Innsbruck beispielweise zugesagt hat, uns Flächen zur Verfügung stellen, um uns zu präsentieren. Was daraus gemacht wird, insbesondere mit den Fans, wird sich in den nächsten zwei bis drei Monaten bis Jahresende genauer darstellen.

Die Themenkreise und Überschriften sind groß, die Wünsche sind auch groß. Ich für mich persönlich habe intern und mit Hansjörg Krissmer meinen Wunsch klar deponiert. Der FC Wacker Innsbruck hat eine so lange und erfolgreiche, aber auch schwierige Gechichte hinter sich. Wenn ich mir eines wünsche, aus der Sicht des Herrn Schwaninger, dass wir am Ende des 100jährigen Jubiläum, alle der Meinung sind und uns 100%ig darauf einlassen können, dass wir EINE Geschichte haben! Nicht fünf Geschichten mit sechs verschiedenen Vereinsnamen und 13 Wappen, sondern, dass wir als FC Wacker Innsbruck und der Tiroler Traditionsverein, diese Geschichte anerkennen und dies als Basis nehmen, um eine erfolgreiche Zukunft zu haben. Dann haben wir alle sehr, sehr viel erreicht.

Es wird natürlich Leute geben, die werden mit dem Programm nicht zufrieden sein, die sagen, es ist nicht so schön. Alles kann man nicht umsetzen, vieles versuchen wir. Es hat natürlich alles einen gewissen finanziellen Aufwand, das ist klar, aber es zeigt sich jetzt schon, dass viele Personen, durchaus auch Unternehmen und sonstige Institutionen mit diesem Thema sehr gerne spielen wollen. Fußball ist ein Spiel und jetzt gilt es die richtigen Spieler zusammen zu bringen, damit wir nächstes Jahr ein schönes Programm über das ganze Jahr hinbringen, das uns alle stolz macht.

Frisch aus der Druckerpresse gibt es eine neue Broschüre, die sich "Botschafter einer Legende" nennt. Was kannst du uns dazu sagen?

Schwaninger: Grundsätzlich muss man einmal "Danke" sagen, an Josef Hauser und Hansjörg Krismer, die diese Broschüre entwickelt und gestaltet haben. Sie haben versucht die Geschichte in kurzen Worten aufzuarbeiten, die gelebte Emotion des FC Wacker Innsbruck darzustellen. Es gibt Interviews mit ehemaligen Spielern, Trainern, wirklich wichtigen Figuren unserers Vereins. Es sind, aber auch Stimmungen von Bürgermeisterin und Landeshauptmann zu lesen, die sich zum Thema "FC Wacker Innsbruck" äußern. Weitere Punkte sind die Vorstellung der angedachten Programmpunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten und unzählige, weitere Informationen, wie Chronologie von Namens- und Wappenentwicklung. Es ist sicherlich ein weiterer Meilenstein für unseren Verein. Jedem, der es in die Hand nimmt, wird damit gezeigt, der Verein hat was, der kann was. Es wäre schön, wenn sich viele Leute entschließen könnten, ein Teil dieses Vereins zu werden.

Wie kommt man zu dieser Broschüre?

Schwaninger: Naja, die ist wirklich druckfrisch, die ist gestern oder vorgestern angeliefert worden. Wir entscheiden am Dienstag, wo und wie wir sie verteilen lassen werden. Mit Sicherheit wird es Teile davon im Wackerladen geben, inwieweit wir sie im Stadionbetrieb mitnehmen werden, das kann ich noch nicht sagen. Das muss ich mit den beiden Verfassern, Hansjörg Krismer und Josef Hauser, erst durchreden. Fakt ist, wir werden sie auch dementsprechend zur Verfügung stellen. möglicherweise über die Homepage zur Verbreitung freigeben. Dafür müsst ihr uns, aber noch eine Weile Zeit geben.

Wenn man die Broschüre so durchblättert sind spannende Themenbereiche vorhanden. Alles kurz und bündig. Es gibt auch einen großern Bereich, der die Wichtigkeit unserer Sponsoren unterstreicht. Auf der letzten Seite findet man den Satz, dass man "eine Charmeoffensive auf allen Ebenen starten will". Kannst du uns schon sagen, was man sich darunter vorstellen darf?

Schwaninger: Eine Eigenheit unseres FC Wacker Innsbruck ist, dass man immer Worte herausreißt und diese Worte mit Megainhalt füllen will. Charmeoffensive bedeutet schlichtweg nichts anderes, dass jeder, der sich als Fan des FC Wacker Innsbruck äußert und deklariert, eigentlich ein bisschen verpflichtet ist, nicht nur die negativen Seiten unserer Entwicklung zu nennen, sondern, dass er stolz ist, Teil des FC Wacker Innsbruck zu sein. Er auf die Erfolge verweist, natürlich kritisch mit unserer Situation, unserer Entwicklung umgeht, aber eigentlich die schönen Seiten dieses Vereins mit Leidenschaft und Herzblut näherbringt und die Leute überzeugt, dass es Sinn macht den Verein zu unterstützen, ins Stadion geht und Mitglied wird. Dass wir alle miteinander für diesen Verein, unsere Stadt, unser Land Tirol, für die vielen fussballbegeisterten Menschen ein unverzichtbarere Baustein werden wollen. Das verstehe ich persönlich unter Charmeoffensive und ich freue mich jeden Tag, wenn ich unseren Verein leben darf.

Sehr schön und sehr mutig finde ich, dass nicht nur "Lobhudelei" passiert, sondern durchaus Leute zu Wort kommen, ehemalige Präsidenten und aktive und ehemalige Sponsoren, die dann auch ein paar kritische Worte anzumerken haben.

Schwaninger: Ja, ich glaube, es ist ein Muss, dass wir nicht nur alles schönreden. Sondern im Gegenteil, man muss sich bei uns mit den Problemfeldern unseres Vereins befassen. Man hat in den letzten 20-30 Jahren immer so getan, als ob alles in Ordnung wäre, man hat geglaubt, es läuft alles so dahin. Man hat zwar ein paar Meistertitel gewonnen, im Endeffekt hat man aber geschafft, dass der Verein nichts geschaffen hat.

Wir haben keinen Unterbau, keine Basis, kaum Infrastruktur. Wir sind der 3. erfolgreichste Klub in Östereich, der Hauptstadtklub unseres Bundeslands und da ist einiges nicht so ganz gut gelaufen, sonst hätten wir vermutlich als Verein mehr zu bieten. Wir müssen wirklich von einer, jetzt finanziellen soliden Basis aus, dies alles erst erarbeiten, was wir in den letzten 100 Jahren, will nicht sagen nicht geschafft haben, zumindest schon immer wieder verbraucht haben. Ich wünsche mir, dass wir in die Situation kommen, dass wir darüber nachdenken können aus eigener Kraft und unsere Möglichkeiten als Verein, als Gesamtverein, zu erhören, damit wir den Trainingsplatz erweiteren können, im Stadion uns etwas selber leisten können. Dies verstehe ich unter Möglichkeiten des Clubs, die uns dann auch wirtschaftlich weiterhelfen können. Es nützt uns nichts, wenn wir jeden Cent ausgeben und "dahinwurschteln". Der Plan von uns, für den wir alle hier unseren Beitrag leisten, ist aus dem FC Wacker Innsbruck etwas Größeres zu machen, dass wir den Verein finanziell beruhigen. Dies ist uns gelungen, zwar nicht mit einer Selbstverständlichkeit, aber diesen Schritt können wir abhaken.

Jetzt gilt es sehr bewusst auszuwählen, was sind unsere nächsten Schritte. Das zarte Pflänzchen FC Wacker Innsbruck ist schon ein bisschen gewachsen, das haben wir schon einmal in einem anderen Rahmen diskutiert und jetzt, wie das immer so ist, wenn man so ein Bäumchen einsetzt, wächst einmal die erste Frucht. Jetzt sollten wir überlegen, welches Bäumchen hätten wir dort gerne gemacht und diese Frucht sollten wir reifen lassen und nicht zu früh runternehmen. Wir sind auf dem Weg. Wir stehen nicht mehr am Anfang. Wir sind schon ein Stückchen gegangen, aber wir sind lange noch nicht am Ziel. Dies muss uns allen bewusst sein.

Der nächste Schritt muss sein, so glaube ich, dass wir uns sportlich Richtung gesichertes Mittelfeld entwickeln können. Dass wir nicht mehr reden müsssen, wir wollen nicht absteigen, sondern, dass wir sagen können, wenn es eine schleche Saison ist, dann werden wir einmal Achter. Wir freuen uns zwar nicht, aber es ist nichts passiert. In einer guten Saison können wir am fünften Tabellenplatz, der ist schon europäisch in Österreich (Anmerkung: für die Saison 2012/13), anklopfen. Dies ist, was mir so vorschwebt, dies heißt auch, dass wir die Optionen für den Verein in sportlicher Hinsicht erhöhen müssen. Nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern vor allem auch im Bereich Trainingsplätze, -zeiten, unter Umständen Trainingsgegebenheiten im Stadion. Nicht nur für die Profi-Mannschaft, viel mehr für die Amateurabteilung, Nachwuchsabteilung, aber auch Damenabteilung. Die auch ein wunderbares Aushängeschild ist, mit einem super Saisonstart und super Repräsentaten unseres Vereines österreichweit sind. Als einziger Bundesligaklub haben wir eine Damenmannschaft, die erfolgreich spielt. Also es gibt schon viele Themenbereiche, die da wieder mitschwingen, die eigentlich stolz machen.

Wenn ich an die Damen denke, muss ich gleich zum tollen Saisonauftakt gratulieren. Da sieht man, es sind sehr vielfältige Aufgaben. Es ist immer leicht zu kritisieren. Die Erfahrung, die ich in den letzten acht Jahren beim Klub gemacht habe, ist, wenn man Leute versucht in die Verantwortung zu nehmen, dann sind nicht mehr viele Leute übrig, die über längere Zeit dabei sind und versuchen, ohne viel Geld zu verdienen oder ohne Rückversicherung etwas zu bewegen. Da sind wir nach, wie vor, kein großes Kernteam. Da möchte ich auch euch zwei ein großes "Dankeschön" sagen, die immer wieder mithelfen es doch durchzubringen. Da werden wir noch eine Zeit brauchen, um zu wachsen. Der Weg macht mir Spaß und wir bleiben dran.

Recht herzlichen Dank für das Interview. Wir hoffen alle, dass es sportlich wieder bergauf geht.

 

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Alexander Riedling Alexander Riedling

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