b_350_1200_16777215_00_images_mfcontentshow_gal8_13.jpgBereits Samstag Nacht veröffentlichte das tivoli12 Magazin exklusiv ein Photo, das Linienrichter Matthias Winsauer mit einer eindeutigen Geste Richtung Osttribüne zeigte. Die nachfolgende Anfrage an den ÖFB und die Bundesliga wurden heute im Laufe des Tages beantwortet und sollen im folgenden wiedergeben werden:

 

Bundesliga beruft sich auf ÖFB

{xtypo_quote}...Ich muss Ihnen jedoch mitteilen, dass gemäß der UEFA Schiedsrichterkonvention seit der Saison 2007/08 die Verantwortung und Administration des Schiedsrichterwesens für die beiden Spielklassen der Österreichischen Fußball-Bundesliga beim ÖFB liegt.
Nach dem aktuellen Vorfall des Schiedsrichter-Assistenten Matthias Winsauer, ist die Österreichische Fußball-Bundesliga natürlich bemüht diesen so schnell wie möglich aufzuklären. Die Österreichische Fußball-Bundesliga hat den ÖFB zur Stellungnahme aufgefordert. Aktuell befasst sich das SR-Gremium des ÖFB mit diesem Vorfall. Jedenfalls wird das Verhalten von Herrn Winsauer Konsequenzen nach sich ziehen. Wie diese jedoch konkret aussehen steht noch nicht fest.
Seitens der Österreichischen Fußball-Bundesliga soll an dieser Stelle betont werden, dass so ein Verhalten keines Falls geduldet werden kann. Die Entscheidung über mögliche Konsequenzen liegt jedoch beim ÖFB.{/xtypo_quote}

So lautete die Stellungnahme des Bundesliga, welche bereits am frühen Nachmittag in der Redaktion eintraf.

Verhalten hat Konsequenzen

Schließlich um 16:38 erhielten wir vom Schiedsrichterkomitee Elite folgende Stellungnahme:

{xtypo_quote} Das Schiedsrichterkomitee hat am gestrigen Sonntag ein an die ÖFB-Pressestelle übermitteltes Foto erhalten, welches SRA Matthias Winsauer beim Spiel FC Wacker Innsbruck vs Rapid Wien am 14.09.2013 zeigt. Darauf ist klar ersichtlich, dass SRA Winsauer den „Stinkefinger" in Richtung Tribüne zeigt.

Das Foto wurde Matthias Winsauer sofort zur Stellungnahme übermittelt, in welcher er wie folgt glaubhaft ausführt:

„Die aufgezeichnete Geste wurde gestern kurz nach dem Schlusspfiff von mir getätigt. Auslöser dafür war ein guter (Tiroler) Bekannter von mir, welcher gestern das erste Mal ein Fußballspiel besuchte, bei dem ich amtierte. Deshalb hat er bewusst auf der Tribüne hinter mir Platz genommen. Kurz vor Ende des Spieles, als sich die Tribünen aufgrund des klaren Spielstandes schon geleert hatten, konnte ich das erste Mal seine Zurufe in meine Richtung wahrnehmen. Er hat mehrmals „Winse" (Anm: meinen Spitznamen) gerufen, mit anschließenden Sprüchen. Als ich mich nach dem Schlusspfiff dazu hinreißen ließ, mich für wenige Sekunden zu ihm umzudrehen, hat er abschließend einen scherzhaften Satz („du warst so „gut", dass sie dich jetzt mit Bier beschütten") in meine Richtung geschrien. Dabei musste ich lachen und habe diese Geste für ein bis zwei Sekunden in seine Richtung gezeigt. Diese Geste war privat und nur für ihn gedacht. Leider war mir direkt nach dem Schlusspfiff, als sich die Spannung nach einem doch schweren Spiel für mich als Assistent löste, nicht bewusst, dass diese großen Schaden für mich anrichten kann bzw. dass sich andere, nicht involvierte Zuschauer, dadurch provoziert fühlen könnten. Das war keinesfalls meine Absicht!"

Wenngleich diese Ausführungen nachvollziehbar und glaubhaft sind, so widerspricht diese Handlung nach Meinung des Schiedsrichterkomitees klar der Vorbildfunktion eines Schiedsrichters bzw. Schiedsrichterassistenten. Selbst wenn die Gestik rein privat und im Spaß gegenüber einem Bekannten gemacht wurde, so ist dies nicht entschuldbar, da sich damit auch andere Personen angegriffen gefühlt haben können.

Ein SR/SRA ist im Sinne der ÖFB-Schiedsrichterordnung im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit zu sportlich und charakterlich einwandfreiem Verhalten und zur jederzeitigen und bestmöglichen Wahrung aller Interessen des Schiedsrichterwesens nach innen und außen verpflichtet.

Trotz der Entschuldigung für die Tragweite seines unbedachten Handelns kann und wird das Schiedsrichterkomitee nicht zur Tagesordnung übergehen. Dieses klare und unentschuldbare Fehlverhalten wird Konsequenzen in Form einer längeren Besetzungspause für Herrn Winsauer haben.

Robert Sedlacek, Vorsitzender des Schiedsrichterkomitees für den Elitebereich: „Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Wir können nicht von Spielern und Trainern ein sportlich faires Verhalten einfordern, wenn wir nicht selbst dieses vorbildhaft vorleben. Natürlich berücksichtigen wir, dass Matthias Winsauer sich bisher in keinster Weise etwas zu Schulden kommen ließ, aber schon alleine um ein klares Signal an alle SchiedsrichterInnen und AssistentInnen zu senden, sind hier entsprechende Maßnahmen zu setzen!" {/xtypo_quote}

 

 

Hinweis / Autor

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Michael Fritz Michael Fritz

Wollte nie viel schreiben, wie man sich täuschen kann.....

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