b_350_1200_16777215_00_images_201819_abergeil.jpgNach dem Aufruf uns eure geilen Momente zu präsentieren kamen eine Unzahl von Reaktionen. Wir werden in den nächsten Wochen diese in unregelmäßigen Abständen hier veröffentlichen. Von den Namen der jeweiligen Personen werden nur die Vornamen veröffentlicht.

 

Fast historischer Rückblick
"Zur Vorgeschichte, ich bin seit den frühen 70er Jahren Wacker-Fan bzw. was ich darunter so verstanden habe. Richtig nachgedacht über den Verein und so habe ich damals in jugendlichem Alter nicht, als Niederösterreicher hat mir nicht nur die Stadt Innsbruck gefallen, wo ich auch entfernte Verwandtschaft hatte, sondern vor allem die schwarz-grünen Klubfarben. Im früher Verlauf der 1980er Jahre habe ich mich nur zunehmend geärgert dass der Wacker-Kurier zum SSW-Kurier mutierte und noch viel schlimmer, immer öfter stand da nur SSI. Als ich von den Plänen Swarovskis erfuhr aus meinem schwarz-grünen Wacker ein blau-weißes Swarovski zu machen hatte ich tagelang Kopfweh.

Eine Bemerkung eines Swarovski-Mannes bei der Besprechung mit den SSW-Freunden, dem damaligen Anhängerklub, dass der Wacker wohl in den unteren Ligen weitermachen will hat mich dazu veranlasst, die Tiroler Tageszeitung zu abonnieren um eventuell über diese Pläne etwas zu erfahren. Dazu muss man wissen, Internet und Social Media gab es damals nicht, es war nicht so einfach was in Niederösterreich über Tiroler Unterliga-Fussball zu erfahren. Als dann mein FC Wacker in der Auslosung des TFV-Cups aufschien hüpfte mein Herz und ich wusste: Das ist mein Verein, nicht der der grad im Tivoli spielt. Aber vollends war ich überzeugt als ich im Frühjahr 1987 erstmals zu einem Spiel des FC Wacker Innsbruck in die Wiesengasse reiste. Da waren Sie die schwarz-grünen Dressen das waren meine neuen Stars, mein Herz hüpfte vor Freude und Wacker Innsbruck gewann gegen Grinzens mit 2:0. Fortan kam ich pro Saison 2-3x nach Innsbruck um Unterliga-Fussball zu beobachten und verfolgte meine Schwarz-Grünen von der 2.Klasse bis in die Tiroler Liga. Einige sind mir noch in Erinnerung, so ein Cupfight gegen den höherklassigen SV Neustift, 2:2, Sieg im Elfmeterschießen, oder ein 6:1 1988 gegen den FC Kössen in der 1. Klasse Ost. Im Frühjahr 1991 bin ich sogar einmal umsonst angereist das Spiel Reichenau – Wacker wurde aufgrund der schlechten Witterung abgesagt, es sollte eine Vormittagspartie werden, 500 km hin und dann enttäuscht wieder 500 km zurück. Oder das letzte Spiel das ich vor der Rücknahme der Bundesligalizenz in der Tiroler Liga gesehen habe, es fand sogar am Ti voli statt 7:1 gegen den SV Innsbruck. Aber es gab auch Niederlagen die ich sehen musste, Bitter vor allem das 1:2 daheim gegen Steinach in der Landesliga West. Die Steinacher gewannen damals vor Wacker auch die Meisterschaft und haben Wacker den Durchmarsch „versalzen“.

Und dann im Frühjahr 1992 bekam ich wieder Kopfweh, der FC Wacker sollte die Bundesligalizenz wieder von Swarovski übernehmen. Dies gefiel mir grade nicht so besonders, zudem lernte ich meine Frau kennen und in den nächsten Jahren kamen unsere Kinder zur Welt.
Bis heute zählen die Jahre 1986-1992 zu meinen schönsten Wacker-Jahren und das obwohl ich auch die goldenen 1970er miterlebt habe.

Mit dem Alter wird man ruhiger, manchmal auch weiser (oder auch nicht), jedenfalls habe ich gelernt die FCS Zeit zu akzeptieren und zeitnah auch die des FC Tirol danach, wobei mir das grad wegen der WSG wieder „hochkommt“."

Gerhard

 

"FCW ein Leben lang"

"Ich war schon mit 3 Jahren Wacker schaun weil mein Papa schon lange Fan ist und die Zeiten von Swarovski Tirol und FC Tirol hautnah miterlebt hat.
Richtig interessieren für die Spiele von Wacker tue ich mich aber erst seit Herbst 2017. Im Mai 2018 war ich dann beim Schwarz-Grünen Sportstammtisch in Landeck und kurz darauf sind wir aufgestiegen. Seit diesem geilen Aufstieg bin ich totaler Wacker-Fan und war jetzt schon oft auf der Nord. Ab der Saison 2018/19 habe ich jedes Spiel im Live-Ticker verfolgt und über jedes Tor gejubelt bzw. getrauert. Ich werde immer Wacker-Fan sein egal in welcher Liga. FCW ein Leben lang."

Philipp

Erlebnisse ohne Ende

"Buuh, geile Erlebnisse in Schwarz-Grün gab es genug. Europacup in den Siebzigern. Die Duelle im Stadtderby 1980 gegen die SPG Raika Innsbruck, wo beide Vereine in der zweiten Division in den Top drei zu finden gewesen sind. Oder 1981 nach dem Aufstieg das 9:0 gegen Austria Salzburg. Mein Schwesterlein war zum ersten Mal im Tivoli. Als meine Söhne mit mir im Stadion waren und und und....

Aber ehrlich, in meinen 44 Jahren gab es ein besonderes Jahr. Der „Neustart“ 2002/03.
Das hat mit dem ersten Spiel gegen Kundl angefangen. Erwartet wurden 1000 bis maximal 2000 Leute. Geworden sind es 6000. Würsteln und Bier gingen schon vor der Pause aus.
8500 Schwarz-Grüne im Spitzenspiel gegen Altach. Die hatten in Anlehnung ihres Sponsors (Putzfirma) angekündigt: „wir werden euch putzen“
Unsere Fans konterten am Tivoli: „ihr wollt uns putzen? – ihr seid ja nicht ganz sauber!)
So ging es weiter. In Salzburg fanden die Auswärtsspiele jeweils in Lehen statt. Aus Sicherheitsgründen. Regelmäßig über 400 bis 1000 mitgereiste Schwarz-Grüne sorgten da für Gänsehaut.
Tiroler Cup in Rinn: Ein Volksfest mitten im Wald. Brasilianische Tänzerinnen gingen auch dann noch ihren Job nach, als der Schiedsrichter längst wieder anpfeifen wollte.
Der Platzwart kam mit einer langen Leiter und kletterte die Masten hoch, um das Flutlicht einzuschalten. Ein Jahr davor spielten wir Championsleaguequali gegen Lok Moskau vor 18 000 Zuschauern. Auch skurril.

Skurril auch das ÖFB Cup Viertelfinale (!!) gg Austria Salzburg. 12 000 sorgten für Gänsehaut. Jemand hat eine kleine Sau mit violetten Schal ins Stadion geschmuggelt. Unter tosenden Applaus ist dir Richtung Heimat, den Sektor der Violetten gerannt. Verfolgt vom Ordnerdienst, dessen Hechtsprünge insLeere gegangen sind. Ole, Ole....
In einer „halsbrecherischen“ Aktion konnte eine Frau das Tier einfangen.
Der verhinderte „Großwildjäger“ war dann am Tivoli Geschichte. Die (violette) Sau aber hatte noch ein schönes Leben am Bauernhof und wurde älter, als die meisten ihrer Artgenossen!

Erste Niederlage in dann Hall. Aber am Verschiebebahnhof, direkt neben der Haller Lend, blieb eine Lock stehen und feuerte mit ohrenbetäubenden Gehupe unsere Schwarz-Grünen an.
In Kundl brannte es lichterloh. Eine Wahnsinnsstimmung im Unterland.
So ging es weiter, bis Altach away. Einige tausend mitgereiste Wackerianer machten aus dem Schnabelholz ein Tollhaus. Zäune haben nicht standgehalten und die Exekutive hat die Nerven verloren und viele Kinder (!) mit Pfefferspray attackiert.

Die Relegation: über 14000 Fans sorgten für Europacupstimmung am Tivoli. In der Regionalliga (!). Eine Chorographie zeigte den Schwechatern den Publikumsjoker. Endstand 0:0
Das Rückspiel war der Hammer. 37 Grad im Schatten. Die Klima im Bus hat versagt. Um Wien 28 km Stau.
Und doch noch rechtzeitig im Stadion. Etwa 3500 Wackerianer (Wochentags!).
Vier Vorsänger haben eingepeitscht. Und nach wenigen Minuten die Dusche. Die Bierdusche.
1:0 durch Koejoe. Viele auf der Laufbahn und mitten in der Jubeltraupe unsere Spieler.
Emotionen pur. Und wenn man gesehen hat, was für Prominenz im Stadion vertreten gewesen ist, erkennt man, wie wichtig der FC Wacker Innsbruck im österreichischen Fußball ist.
Bierduschen, Freudentränen und sehr viel Schweiß. Gefeiert ist auf den ganzen Heimweg geworden. Die Raupe im Bus und durch die Gaststätte am Chiemsee. Den Duft im Bus gebe ich nicht wieder.....
Ein tolles Jahr. Für mich das Tollste. Es muss nicht Bundesliga sein!!!!!"

Rudl

Hinweis / Autor

Dieser Text stellt geistiges Eigentum des tivoli12 magazins dar und ist somit urheberrechtlich geschützt. Um den Text, oder Teile davon nutzen zu können, setzen Sie sich bitte mit dem tivoli12 magazin in Verbindung.

Michael Fritz Michael Fritz

Wollte nie viel schreiben, wie man sich täuschen kann.....

Artikel bisher gesamt: 454