b_350_1200_16777215_00_images_201920_Rund_um_Wacker_mythos10.jpgDiese Berichte wurden aus den originalen Abschriften zu den diversen Wochen- und Monatsversammlungen des FC Wacker Innsbruck, sowie aus den damals herausgegebenen „Wacker-Nachrichten, Schriftverkehr und ähnlichem erstellt. Politisch ist Tirol durch die Franzosen besetzt, der Reiseverkehr innerhalb Österreichs und vor allem ins angrenzende Ausland umständlich.


35-jähriges Jubiläum und der Abgang von Jara

Die Meisterschaftsspiele im Mai brachten endlich wieder Punkte, ein 2:2 Kufstein und ein 3:2-Sieg gegen Hall. Angesichts der finanziellen Situation des Vereins, verzichtete Vrecar auf sein Gehalt und erklärte wieder nach Wörgl ziehen zu wollen. Er würde die Saison aber fertigmachen und nur für die Reisekosten und Lebensmittelverpflegung und auch nur am Wochenende für Spiele zur Verfügung stehen.

Der TFV gibt Beschlüsse des ÖFB bekannt, so zur Frage von Spielgenehmigungen gegen Mannschaften des Deutschen Reiches. In dieser Angelegenheit wird Ende Juli bei einer in London stattfindenden FIFA-Tagung beraten. Davor ist der ÖFB außerstande Spielbewilligungen gegen deutsche Vereine zu erteilen.
Die Meisterschaftsspiele im Juni brachten zuerst ein 1:8-Debakel gegen den SV Innsbruck, dafür wurde Landeck überraschend hoch mit 10:0 geschlagen. Abschließend folgten im Juli noch Siege gegen Polizei mit 2:0 und Schwaz mit 3:2, der Abstieg konnte jedoch nicht mehr verhindert werden.

b_350_1200_16777215_00_images_201920_Rund_um_Wacker_mythos10_1.jpgEnde Juli suchte Peter-Mayr-Sport um die Freigabe des Wacker-Spielers Kurt Jara (Vater des gleichnamigen später so erfolgreichen Spielers und Trainers des FCW) an. Etwas brisant war die Sache auch, da Wacker Innsbruck durch den Abstieg im Spieljahr 1948/49 sich in derselben Klasse befand. Am 6.8.1948 ersucht Kurt Jara den FC Wacker in einem dreiseitigen Brief um seine Freigabe. Nach drei weiteren Briefen seitens Peter-Mayr-Sport erteilte der FC Wacker Kurt Jara ab September 1948 die Freigabe.

Anlässlich des 35-jährigen Bestehens des FC Wacker gratulierte Ing. Gustav Schmid „gestatte ich mir als seinerzeitiges Gründungsmitglied, dem Verein meine besten Glückwünsche zu entbieten. Möge der FC Wacker weiterhin der sportbegeisterten Jugend Ertüchtigung und Erholung bringen und sie höheren Idealen zuwenden. Aus meiner Erinnerung an schön verbrachte Jugendzeit ist der FC Wacker nicht wegzudenken und schlägt auch heute noch mein Herz in sportlicher Begeisterung für das Fußballspiel.“

Am 5. September 1948 veranstaltete der FC Wacker Innsbruck sein Jubiläums-Turnier zum 35jährigen Bestehen. Als Gäste waren die Schweizer Vereine FC Wetzikon und FC Reinach eingeladen. Beide hatten je ein Spiel gegen den FC Wacker und den IAC zu absolvieren. Wacker Innsbruck gewann mit 2:1 und 3:0 und holte sich den Turniersieg. Anschließend spielten die Alten Herren des FC Wacker gegen die Sportverein-Altherren.

In der Meisterschaft der B-Klasse Innsbruck siegte Wacker gegen Wilten mit 6:3, Eisenbahn SV mit 3:1 und gegen Veldidena mit 11:0. Es folgten Siege gegen Zollwache (6:4), Sturm Hall (5:1) und Kematen (3:2), ehe gegen Peter Mayr-Sport mit einem 3:3 der erste Punkteverlust folgte. Wacker Innsbruck holte sich souverän den Herbstmeistertitel.

Damit endet diese Serie und ich hoffe damit einen Einblick über den schwierigen Beginn in der Nachkriegszeit gegeben zu haben. Wir können stolz sein, dass sich der Verein in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Vereine Österreichs entwickeln konnte.

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Siegl Gerhard Siegl Gerhard

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