b_350_1200_16777215_00_images_201819_Haxn_sta13.jpgAls Wingman seines Bros Barney Stinson musste Theodore Evelyn Mosby diese Vorstellung oft über sich ergehen lassen, sah es doch sein Freund gemäß Bro-Code als Lebensaufgabe an, ihn zu verkuppeln, ob klassisch in der Bar oder gemäß Playbook. Sagt ihnen alles nix? Auch nicht weiter schlimm, die CBS-Serie „How I met your mother“ ist schon Vergangenheit, da muss man sich jetzt nicht mehr reinknien. Aber Barneys Standardsatz, zählt auch für Wacker Innsbruck, wenn man auf Sturm Graz trifft. Vor allem, weil man eigentlich schon lange bekannt miteinander ist...

 

Kennen Sie Sturm?

Wobei, was heißt schon Vergangenheit. Im September 2014 erschien die 9. und letzte Staffel von HIMYM am Flimmerkasten, da war das letzte Spiel in Graz Liebenau schon gut ein halbes Jahr Vergangenheit – geschweige denn die letzte positive Serie in der Bundesliga, welche die aktuelle übertrifft. Seit drei Partien in Folge ist Innsbruck nun schon ungeschlagen, häufiger in Serie punkteten die Schwarz-Grünen zuletzt zwischen Mai und August 2013, saisonübergreifend. Damals waren es sechs Spiele en suite. Warum das interessant ist? Weil Sturm Graz damals zweimal als Punktelieferant diente. In der 35 Runde konnten die Blackies mit 2:1 geschlagen werden, Grundlage für das darauffolgende Wunder in Wolfsberg und den Klassenerhalt. Ein paar Monate später rang man Graz ein 2:2 ab, nach vier Runden stand Wacker ohne Niederlage auf Rang vier – um dann am Ende der Meisterschaft doch den Hut zu nehmen. Beide Spiele fanden am Tivoli statt, die letzte Niederlage vor heimischem Publikum musste Sturm im Achtelfinale des ÖFB-Pokals im Oktober 2012 erdulden. Ewig vorbei. Seit diesem Spiel gab es sechs volle Erfolge, ein Remis und nur eine Niederlage aus steirischer Sicht – fürchten muss man sich nicht. Nicht, weil man seit 11 Heimspielen gegen Innsbruck ungeschlagen ist, nicht, weil man seit 5 Spielen ohne Niederlage gegen sie ist. Und auch nicht, weil man ein paar Namen in den eigenen Reihen stehen hat, die Wacker erzittern lassen.

Kennen Sie Philipp?

Einer dieser Namen ist Philipp Hosiner. So manchem Stadionbesucher fährt noch ein kleines Schaudern über den Rücken, wenn man an den spritzigen Stürmer denkt, der nun mit dem dritten Arbeitgeber gegen Innsbruck antritt. Gegen keinen anderen Verein hat Philipp öfter gespielt, gegen keinen anderen öfter getroffen. Dabei beginnt die erste Saison, damals im Dress der Admira, nicht wirklich mit vielen Erfolgen: vier Spiele, nur ein Sieg, kein Torerfolg, keine Vorlage. Man beschnupperte sich, man suchte sich seinen Platz. Philipp fand ihn, in der Saison 2012/13. Es war der auf dem obersten Treppchen der Torschützenliste, mit 32 Treffern – und Wacker trug reichlich dazu bei. Zwei Tore beim 2:1 mit der Admira, eines beim 3:0 im Horrstadion, jetzt schon als Austrianer, dann zwei beim 4:0-Auswärtssieg am Tivoli und nochmals zwei beim erneuten 3:0. Hosiner wurde Meister, Torschützenkönig, er hatte sich nicht nur in der gegnerischen Verteidigung, sondern auch gegen seine Sturm-Kollegen durchgesetzt. Barazite, Jun, Kienast – sie alle mussten sich hinten anstellen. Drei Tore und ein Assist folgten in der nächsten Saison, dann kam Hosiner Österreich und Wacker der Bundesliga abhanden. Beim 2:3 im August, als Harrer fast im Alleingang die wackere Aufholjagd startete, reichte es für Philipp nur zu einer Vorlage, gegen Hartberg und die Admira aber auch schon zu Toren für seinen neuen Arbeitgeber Sturm Graz. Und Philipp will mehr.

Kennen Sie Jörg?

Jörg Siebenhandl zählt jetzt nicht zu den torgefährlichsten Spielern von Graz. Wobei... Am ersten Spieltag der Saison 2011/2012 spielte er mit Wiener Neustadt gegen Mattersburg. Die Meisterschaft war noch keine 81 Sekunden alt, da schnappt sich Jörg das Leder, führt knapp außerhalb des Strafraums einen Abstoß durch, der Ball fliegt gut 60 Meter, fällt einmal vor seinem Gegenüber auf, springt über ihn, fällt dahinter auf. Tor. Das erste der Saison. Fast hätte es ihm Günther Friesenbichler noch geklaut, der versuchte, den Ball selbst noch über die Linie zu drücken. Stürmer sind halt doch selten Mannschaftssportler vor der Linie (aber genau das macht Zlatko Dedic so wertvoll, der immer einen Blick für seinen Teamkollegen hat). Jörg hat in 11 Spielen gegen Innsbruck nur zweimal ein Shutout erreicht, eigentlich kein überragender Wert. Aber Jörg spielte bislang auch bei Wiener Neustadt, das nicht gerade als Festung bekannt ist. Trotzdem, er wurde in gerade dieser Saison als Tormann der Saison von der Bundesliga und bei der Bruno-Gala geehrt. Nochmals: bei Wiener Neustadt. Und ganz ohne Grund wird Siebenhandl nicht Tormann der U-21-Nationalmannschaft gewesen sein, oder auch in der A-Mannschaft im heurigen März als Keeper debütiert haben. Nicht wegen seiner Torgefahr, sondern weil er die Gefahr bannt.

Kennen Sie Udo?

Udo ist der Bruder von Jörg, Torhüter von Neusiedl am See, dem zweiten Gegner des FC Wacker Innsbruck in der heurigen Cup-Saison. Sollten Sie aber eigentlich wissen, wenn Sie hier regelmäßig lesen. Wenn nicht – auch egal. Hat jetzt nix mit Sturm zu tun.

Kennen Sie...?

Ach, man könnte dieses Spiel noch lange fortsetzen. Etwa mit Peter Zulj, die 1,85-Torgefahr, die im selben Spiel wie Jörg im Nationalteam debütierte, in dem auch sein Bruder Robert tätig ist. Oder mit Fabian Koch, dem Tiroler. Aber den kennt man hoffentlich eh in seiner Heimat. Oder mit Sandi Lovric, einem anderen Tiroler, der in dieser Saison im defensiven Mittelfeld bereits einige Male durchspielte, viermal in der Startelf war, viermal eingewechselt wurde – ein Lienzer, der wie so mancher Osttiroler über Kärnten und die Steiermark den Weg ins Fußballbusiness findet, verhindern ja die hohen Berge gerne den Blick in den Süden. Wie auch Michael John Lema, der aus Tansania stammende Osttiroler, der auch bereits Bundesliga-Minuten im Dress der Schwarz-Weißen vorweisen kann. (Von den Straßen Tansanias in den Profikader von Sturm Graz)

Kennen die Wacker?

Sturm ist eine Mannschaft, die eigentlich nichts in der zweiten Tabellenhälfte verloren hat. Zu hoch ist das Budget, zu gut sind ihre individuellen Kräfte, zu gut müsste eigentlich das Team sein. Bislang haben sie es aber noch nicht ganz umsetzen können, und darin liegt Innsbrucks Chance. Denn – kennen die Wacker?

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Stefan Weis Stefan Weis

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