b_350_1200_16777215_00_images_202122_Haxn_sta16.jpgProzente, Ermäßigungen, Sonderangebote. Der kommende Freitag lockt nach amerikanischem Vorbild mit den verrücktesten Online-Angeboten. Dank schwächelnder Impfbereitschaft und schwächelnder Entscheidungsfähigkeit wird auch das letzte Spiel des Jahres für alle Wackerianer zum Online-Erlebnis – doch hoffentlich nicht zum erneuten Black Friday...

 

Dies ater

Denn Black Friday hatte lange Zeit eine andere Bedeutung. Es ging nicht um den Start in das Weihnachtsgeschäft – wie auch, man müsste in Europa erst Thanksgiving am Tag zuvor feiern. Der Freitag, der Tag an dem der Heiland ans Kreuz geschlagen wurde und dadurch schon ein Unglückstag an sich. Der schwarze Freitag, der Tag, der Aktien ins Bodenlose sinken ließ und Börsenbeben mit sich brachte, die etwa 1745 London, 1873 Wien erschütterten. Und 1929 die ganze Welt. Wobei, fun fact, es ja in den Staaten eigentlich ein Donnerstag war. Dass der Freitag der zentrale Spieltag in Liga Zwei ist, ist da schon recht passend. Denn die Aktien von Wacker standen auch schon mal besser im Kurs, mehr noch, sind derzeit wieder stark im Sinken begriffen. Im Jahr 2021 treffen Bulle und Bär in Innsbruck vehement aufeinander. Vom 12. Februar bis 16. Mai wurde in 16 Runden nur zweimal verloren, aber 12 Siege eingefahren, mit einer Serie von 8 unbesiegten Spielen als Höhepunkt. Hausse, alles sprach für Wacker, ein Sieg im letzten Spiel der Saison gegen Amateure eines Bundesligisten hätte die Aufstiegsmöglichkeit mit sich gebracht. Pustekuchen. Der Bär kam, drückte den Kurs, die Baisse begann. Schwarz-Grün kam nie so richtig in Schwung, zum Auftakt gab es lediglich ein 1:1 gegen die Young Violets, die kleinen Veilchen waren aktiver in der Offensive, gaben doppelt so viele Schüsse ab, nahmen den Kampf auf und glichen verdient in der 78 Minute aus. In Runde fünf dann das erste wichtige Duell gegen einen Mitkonkurrenten um den Aufstieg – ein schwarzer Freitag. Lustenau gewann 2:1. Anstatt die Tabellenführung zu übernehmen, lagen die Tiroler auf Rang 8, bereits vier Punkte hinter dem angestrebten Tabellenplatz. Hätte es nicht St. Pölten gegeben, man wäre bereits da der Aktien-Flop der Liga gewesen.

Dies irae

Noch härter war die Saison jedoch für die Jungen Veilchen. Eigentlich das gesamte Jahr. 32 Spiele, die Hälfte davon verloren, nur 9 Spiele gewonnen. Und von diesen 9 mit vollem Erfolg zählen 7 noch zur vergangenen Saison. Es sind keine schwarzen Tage, es sind Tage des Zorns, müsste man meinen, durchgehend schwarze Freitage. Die ersten vier Runden in der laufenden Spielzeit erkämpfte man drei Remis und einen Sieg, blieb ungeschlagen – um dann eine Talfahrt hinzulegen, die an jeder Börse zu Panik geführt hätte. Zuletzt waren die Favoritner sieben Spiele lang ohne Punktegewinn, erhielten 18 Gegentore, mussten sich Horn und Kapfenberg ebenso geschlagen geben wie dem Erzfeind aus Hütteldorf im klitzekleinen Wiener Derby. Und dennoch gibt es bei den Jungs vom Verteilerkreis keine Diskussion um den Trainer, zumindest nicht laut und öffentlich. Denn man weiß, der Verein steckt als Ganzes in viel größeren Schwierigkeiten, die Kampfmannschaft benötigt jedes ansatzweise geradeaus laufende Talent. Zeitgleich werden schon U18-Talente hochgezogen und zumindest in das Training integriert. Black Friday – das bedeutet derzeit jeder Freitag für den Nachwuchs des FAK.

Green-Black Friday

Eisige Temperaturen, keine Zuschauer, zwei Teams mit Unserien. Das Beste am kommenden Spieltag ist, dass es der letzte in diesem Jahr ist. Denn man hat sich dem Ziel Aufstieg keinen Schritt genähert, sich eher davon entfernt. 2020 lag man in der Winterpause zwar unglaubliche 12 Punkte hinter dem Tabellenführer – aber nur zwei Punkte hinter dem ersten Aufstiegsberechtigten. Nach 15 Runden standen vergangene Saison 25 Punkte zu Buche, jetzt 24 mit einer um vieles stärkeren Konkurrenz. Es ist gut, wenn der Winter kommt. Und es wäre schön, wenn er zumindest mit einem Green-Black-Friday enden würde. Die treuen Fans des FC Wacker Innsbruck hätten es sich verdient.

Hinweis / Autor

Dieser Text stellt geistiges Eigentum des tivoli12 magazins dar und ist somit urheberrechtlich geschützt. Um den Text, oder Teile davon nutzen zu können, setzen Sie sich bitte mit dem tivoli12 magazin in Verbindung.

Stefan Weis Stefan Weis

Artikel bisher gesamt: 345