b_350_1200_16777215_00_images_202223_Haxn_sta3.jpgManchmal muss man eine Grenze ziehen. Einen Zaun errichten. Eine Trennlinie klar machen. This far, no further – bis hierher und nicht weiter! Patrick Stewart legt seine ganze Emotion in diesen einen Satz in "Star Trek: First Contact". Bis hierher und nicht weiter, das beschäftigt derzeit auch auf so vielen Ebenen den FC Wacker Innsbruck, auch wenn nicht für jede Diskussion der richtige Zeitpunkt gekommen scheint. Aber nicht nur Schwarz-Grün muss sich damit auseinandersetzen, der kommende Gegner aus Ebbs kennt das ebenso.

 

Alles fließt

Für die Unterinntaler ist es aber das Wasser, das die Grenzziehung übernimmt. Klar, werden Sie sagen, der grüne Strom, der Inn. Da Tirol, dort Bayern. Hier Österreich, drüben Deutschland. Und das ist gut so, dass da eine Grenze ist. Alteingesessene Ebbser werden da wohl nur leise den Kopf schütteln. Die Bayern, die sind nicht das Problem, es geht um ein anderes Gewässer. Den Jennbach, den mit Doppel-N. Im Norden der Gemeinde gelegen, ein idyllisches Fleckchen Erde. Und unverrückbare Grenze zu Niederndorf, dem einzigen wirklichen Rivalen, dem geliebten Feind. So sehr, dass sich ein Tag ins Gedächtnis des Sportklubs eingebrannt hat - der 20. Juni. Schwafelt ein Historiker da was von der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern oder vom Ballhausschwur in Versaille, so weiß ein Ballesterer aus Ebbs: das ist der Tag, an dem der erste Sieg gegen Niederndorf eingefahren wurde. 1971 war das, neun Jahre nach Aufnahme des Spielbetriebs. Neun Jahre, in denen die Kicker noch heimatlos waren, in denen in Wörgl und Oberaudorf gespielt werden musste, und dann am Feld vom Oberwirt. Bis eben wieder der Jennbach Thema wurde. An seinem Ufer, in Sichtweite des geliebten Nachbarn, wurde eben auch 1971 die neue Heimstätte fertiggestellt. Ein Rasen, den auch Wacker kennenlernt. 1991 etwa, als man nach einem 4:0 mit dem Amateur-Team erstmals die Tabellenspitze in der Tiroler Liga übernimmt. Aber auch 1997, mit veränderten Vorzeichen. Im Tiroler Fußballcup reicht es nur zu einem 1:1, im Elferschießen müssen die Schwarz-Grünen die Segel streichen. Im Leben wie im Jennbach ist alles im Fluss, nichts unveränderlich.

Ein Held aus Ebbs

Dabei kann Innsbruck ja auf Spiele zurückblicken, die man am Fuße des Zahmen Kaisers gerne vergessen würde. Zu zahm waren nämlich auch die Spieler selbst, wenn man in der Tiroler Liga mit 8:0 unterging oder in einem Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten gar zweistellig einstecken musste. Einer, der in Ebbs als Bub seine Schuhe knüpfen lernte und später am Tivoli zum Publikumsliebling wurde, war beim 13:0 im Jahr 2006 noch in Kufstein beschäftigt: Markus Unterrainer. Der Ebbser lief in 59 Pflichtspielen für Wacker auf, und wenn auch nur 15 Tore auf der Visitenkarte des Stürmers zu finden waren, stand das Stadion Kopf, als er in seinem letzten Heimspiel für Innsbruck nur drei Minuten nach seiner Einwechslung das 2:0 gegen Dornbirn erzielte. Die Schwarz-Grünen stiegen auf, Markus ging zurück nach Kufstein und blieb auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere dem Fußball treu. Denn wer in Ebbs das Dribbeln lernt, lernt bei ihm, dem Trainer der U7. Der nächste Unterrainer wartet schon.

Potz Blitz!

Aber bevor es soweit ist, steht für die Kampfmannschaft des SK Blitzschutz Pfister in der Tiroler Liga die Partie gegen Wacker Innsbruck an. Und bislang schaut es gut aus für die Unterländer. Im Cup ein 4:2 gegen den FC Reith, in der Liga den SVI geschlagen und auch gegen Volders nicht verloren. Die insgesamt 8 erzielten Tore zeigen mit Kitzbichler, Haselsberger, Harasser und Dindl vier verschiedene Torschützen auf – eine Teamleistung, die für Schwarz-Grün durchaus unangenehm sein kann.



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Stefan Weis Stefan Weis

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