b_350_1200_16777215_00_images_202223_Haxn_sta_cup2.jpgWeiter geht die Reise im Tiroler Fußballcup. Ins Zillertal. Dorthin, wo die Menschen glücklich sind, in Lederhose jodelnd den Gast begrüßen und ständig lächeln. Glückliches Zillertal, zumindest, wenn man den Touristikern Glauben schenken darf. Dort, im hinteren Teil, westlich des sanft rauschenden Zillers gelegen, liegt Hippach, fast schon kindlich jung.

 

Kinder, Überraschung!

Böse Zungen behaupten, Hippach wäre unter den Gemeinden sowas wie der FC Wacker Innsbruck. Nein, hat nix mit Finanzproblemen zu tun, sondern mit der eisernen Konsistenz, den Namen nicht zu behalten. 1299 wurde „Huetbach“ erstmals erwähnt, 1318 folgte Schendberg, 1350 Laimach. Folgerichtig hieß die Gemeinde bis 1955 natürlich - Schwendberg. Erst dann erfolgte eine Umbenennung, quasi eine Spielgemeinschaft als Hippach-Schwendberg, um dann nach einer Eingemeindung von Laimach 1973 nur noch Hippach zu heißen. Dass man nicht einmal ein eigenes Gemeindeamt besitzt und das nur 30 Meter von der Gemeindegrenze entfernte Gebäude der Nachbargemeinde Schwendau mitbenutzt (und über eine Bündelung der Kräfte, Entschuldigung, Gemeindezusammenlegung diskutiert), lässt den gelernten Schwarz-Grünen emotional zwischen Lächeln und Kopfschütteln zurück. Vor Überraschungen ist man nie gefeit in der Tiroler Geschichte.

Das Nilpferd in der Achterbahn

1973 war also der Start für Hippach. In doppelter Hinsicht. In dem Jahr, in dem die schwarz-grüne Kampfmannschaft Meisterteller und Pokal mit nach Hause brachte und die Amateure in die 2. Klasse West einstiegen, wurde auch der Sportklub Hippach gegründet. Humorlos, am 2. April, um sich keinen schlechten Scherzen preiszugeben. Aus der Hobbymannschaft ohne Fußballplatz war ein offizielles Team geworden, das – wie das Nilpferd in der Achterbahn – alle Höhen und Tiefen des Fußballs mitmachen durfte. Zunächst einmal, dass Geld zwar kein Fußball spielt, aber ohne Geld kein Hippacher von der SVG Mayrhofen zum neu gegründeten Heimatklub wechseln durfte. 10.000 Schilling Ablösepauschale, in heutiger Kaufkraft rund 3.200 Euro. Auch nicht nix für einen neu gegründeten Verein. Zunächst pendelte der SKH zwischen 2. Klasse Ost und Mitte, um im dritten Anlauf in die 1. Klasse aufzusteigen. Dort begegnete man 1981/82 den Amateuren von Wacker, die ähnlich erfolglos agierten und einen Rang hinter den Hippachern mit nur drei Punkten das Tabellenende bildeten. Während die Innsbrucker Amateure verschwanden, fingen sich die Zillertaler und schnupperten in den 80ern zunächst Gebietsliga- dann Landesligaluft. 1990 wurde man Vizemeister der Landesliga Ost und feierte Zuschauerrekorde – ein Jahresschnitt von 600 zahlenden Besuchern brachte Rang zwei hinter den Ballesterern vom Innsbrucker Tivoli, noch vor allen anderen stolzen Vereinen aus der Inntalfurche. Als 1992 gar die Tiroler Liga erreicht wird, befindet sich Hippach fußballerisch auf dem Höhepunkt, um sich dann doch zwei Jahre später wieder in der Gebietsliga beweisen zu müssen. Ein Nilpferd in der Achterbahn eben, 2006 der größte Vereinserfolg als Sechster der Tiroler Liga, aktuell wieder Gebietsliga. Langweilig wird es nie im Zillertal.

Happy Hippo, Happy Publikum

Langweilig wird es auch in dieser Saison nicht, denn in Hippach mag man Tore. Viele Tore. Fünf Spiele hat man bislang in den Beinen, die Zuschauer sahen bereits 30mal ein gebauschtes Netz. 18mal Hippacher Jubel, 12 Gegentreffer, 8 verschiedene Torschütze, davon Jakob Kröll (4), Johannes Steinberger (4) und Michael Eberharter (3) öfter als zweimal. Und einen auserkorenen Bad-Boy kann man auch schon liefern, in nur fünf Speilen bereits zwei gelb-rote Karten, die Gebietsliga fürchtet Markus Eberharter. Egal wie es heute ausgeht, es wird eine Cup-Partie werden mit allem, was echten, erdigen Fußball ausmacht.

Bild: maps.google.at

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Stefan Weis Stefan Weis

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