b_350_1200_16777215_00_images_202223_Haxn_sta6.jpgLang ist es her, genau gesagt war es im Jahre 1484, dass Kaiser Maximilian der Legende nach in der Martinswand vor lauter Jagdgier in der kleinen Grotte drei Tage festsaß und auf Rettung wartete. Dabei soll er Richtung Süden geschaut und gesagt haben: „Wenn sie decht lei kematen“. Gekommen ist dann zwar niemand aus dem angeblich nach dieser Begebenheit benannten Ort Kematen, aber ein Bauernbub (wohl aus Zirl) hat sich schließlich doch erbarmt den Kaiser ins Tal zu geleiten.

Die Kemater kemen

Doch der Name ist um ein vielfaches älter: 1143 wude er erstmals in Unterlagen des Stifts Dießen genannt und wenig später findet er sich auch in den Raitbüchern von Stift Wilten. In dem Wilten auf dessen ehemaligen Grund sich heute das Tivoli Stadion befindet. Also an sich ein geschichtsträchtiger Boden, wenn da nicht der Boarische Rummel gewesen wäre, in dem das Dorf 1703 von aus Innsbruck vertriebenen Bayern niedergebrannt worden wäre.

Sportlich sind die Kemater nicht abgebrannt, in dieser Saison stehen bisher 2 Siege und drei Unentschieden zu Buche was in der Tabelle den vierten Rang ergibt. Also so leicht lassen sich die Blau-Weißen nicht mehr abbrennen – keine Niederlage steht zu Buche, auch nicht im Cup. Und dazu brauchen sie nicht mal mehr den alten Kemater Fußballplatz, der einer schiefen Ebene gleich, ein starkes Gefälle aufwies. Apropos, der alte Platz hieß Messerschmitt Platz, nicht etwa benannt nach der gleichnamigen Kulturstiftung, sondern nach dem Zwangsarbeiter Betrieb während des Zweiten Weltkrieges, der in Kematen Flugzeug- und Panzerteile unter menschenunwürdigsten Bedingungen herstellte. Der Platz hatte aber noch eine Besonderheit, nicht alle paar Jahre oder vielleicht einmal jährlich musste der Pachtvertrag unterzeichnet werden – montalich war die Auflage der Verpächter. Da scheinen ja die Querelen, welche der FCW mit seinem Vermieter immer wieder hatte und hat, ja eigentlich ganz klein.

In der Zwischenzeit ist der Name Messerschmitt und auch der schiefe Platz verschwunden. Im Jahre 1968 wurde der heutige Sportplatz angelegt, der 2015 nach einer umfangreichen Renovierung neu eröffnet wurde. Doch diesmal kematen die Kemater ins Innsbrucker Tivoli. Zum allerersten Mal in ihrer Geschichte spielen die Blau-Weißen im größten Stadion Tirols und zum sicherlich ersten Mal vor solch tollen Fans, wie sie der Tiroler Traditionsverein hat. Mit einem Sieg der Schwarz-Grünen gegen die Kemater dürften die sich dann langsam fragen: „Wenn er decht kemat, der Platz an der Spitze...“

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Michael Fritz Michael Fritz

Wollte nie viel schreiben, wie man sich täuschen kann.....

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