b_350_1200_16777215_00_images_202223_Haxn_sta15.jpgEin Spiel noch vor der Winterpause. Während draußen gerade das Törggelen in Fahrt kommt, die Uhr noch nicht mal umgestellt ist und die Ginko-Bäume noch in strahlendem Gelb die Schönheit des Herbsts erlebbar machen, gehen im Stadion schon die Lichter aus. Das neue Leben in Liga 4, Sperrstunde im Oktober. Bei der Tür kommt ein allerletzter Gast herein: der SK St. Johann. Einer noch, für den Heimweg...

 

We’re drinkin‘, my friend, to the end of a brief episode

Und der kann ein Gläschen gebrauchen. 2017 nach einer fünfjährigen Pause wieder in die Liga zurückgekehrt, war zunächst das Untergeschoß der Tabelle Heimat der Leukentaler. Bis 2021 die verkürzte Pandemie-Saison St. Johann auf Platz sechs katapultierte, eine perfekte Rückkehr für Roland Springinsfeld, der auch schon in der Saison 17/18 an der Außenlinie gestanden war. Dort ist er gegen Innsbruck aber nicht mehr zu finden. Es war die heurige Saison, die ihm den Job gekostet hat. Mehr noch, die Entwicklung und die markante Auswärtsschwäche. In fünf Auswärtsspielen unter alter Führung konnten die Burschen aus Sainihåns ein einziges Remis erkämpfen, gegen den derzeitigen Tabellen-Vierzehnten Kirchbichl. Alle anderen Partien auf fremdem Terrain gingen verloren. Daheim war es durchaus besser, sieben Partien, vier Siege, nur zwei Niederlagen. Also eigentlich nicht ganz so dramatisch, wenn man sich die vergangenen Jahre anschaut. Aber der Vorstand der Grün-Roten hatte wohl die Saisonentwicklung im Auge, und die war nicht gerade berauschend. Ein fulminanter Start gegen die Union, sechs Tore erzielt, Tabellenführer nach Runde 1. Bis Runde vier nicht verloren, Rang 3. In den nächsten sechs Spielen aber nur einmal gepunktet, nach sechs Runden auf Platz 8, nach neun Runden auf Platz 10, nach zwölf Spieltagen dann gar auf Platz 12. Die Auswärtsniederlage gegen den SV Oberperfuss beendete die kurze Episode im Trainerleben von Springinsfeld. Nun steht ein neuer Mann an der Seitenlinie, den man in Innsbruck noch recht gut kennt: Herbert Ramsbacher.

There’s no one in the place except you and me

Als Herbert die Schuhe noch schnürte, um am Feld selbst dem Ball nachzulaufen, da war das Stadion auch bei rein Tiroler Spielen pumpvoll. Also zumindest während seiner Zeit bei Wacker. Er erlebte das Wiedererwachen von Schwarz-Grün, das finden einer jungen Mannschaft, den Aufstieg aus der Regionalliga. Mehr noch, er war Teil davon, bis er nach 12 Einsätzen in der zweiten Liga zum FC Südtirol ging. Nach seiner aktiven Karriere war er als Trainer im Nachwuchsbereich bei Wattens und Schwaz tätig, bis er im Winter 2019/20 den SC Imst übernahm. Eigentlich recht erfolgreich, aber wohl nicht erfolgreich genug für die Vorstellungen des Umfelds. Was dort in den letzten Wochen geschah, erschließt sich nicht jedem. 2022 wurde noch der Meistertitel in der Regionalliga Tirol gefeiert, in die aktuelle Saison startete man etwas holprig, aber nicht fatal, vier Siege und zwei Remis standen einer Niederlage gegenüber. In Runde neun wurde der SV Hall zu Hause noch mit 3:1 besiegt, , im Cup hatte man zuvor den LASK noch ordentlich gefordert und in die Verlängerung gezwungen. Dann war es plötzlich vorbei. Co-Trainer Raich gefeuert, am Sonntag Chef-Trainer Ramsbacher mit blauem Brief ausgestattet. Lang war Herbert aber nicht ohne Arbeitgeber, mit neuem Impuls soll es für St. Johann wieder etwas nach oben gehen. Und damit vielleicht auch die überschaubaren Zuschauerzahlen, die die 200er-Marke kaum überschreiten. Die letzten zwei Spiele in der Liga gegen Volders und den SVI brachten bereits sechs Punkte und sieben Tore, nur im Tiroler Cup wollte es nicht recht gelingen. Gegner war – der SC Imst, der ehemalige Arbeitgeber.

So, make it one for my baby, and one more for the road.

Einmal heißt es noch auflaufen im Jahr 2022. Ein Einsatz noch für den FC Wacker Innsbruck, der am Mittwoch gegen den Regionalligisten Hall gezeigt hat, wozu er auch fähig sein kann. Einmal noch anstoßen auf Schwarz-Grün, und hoffentlich mit einem vollen Erfolg in die Pause gehen, die der Verein nötig hat, um sein Umfeld zu regeln und vielleicht ruhige Fahrwasser zu finden auf dem langen, langen Weg zur Normalität.

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Stefan Weis Stefan Weis

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