b_350_1200_16777215_00_images_202223_rund_um_Wacker_rb_2022_da.jpgMitte dieser Woche sorgte ein Artikel in der Presse wieder einmal für viel Aufregung unter den Schwarz-Grünen. Im Zuge des Berichts über den ersten Saisonsieg unserer Damenmannschaft sorgte die Aussage des sportlichen Leiters dieser Abteilung, Thomas Mayr, für viel Zündstoff. Allgemein ist der Frust bei der Damenabteilung zu verstehen. Aber diese muss auch die Historie des abgelaufenen Jahres berücksichtigen. Was ist passiert?

 

Frust auf allen Seiten

Das Sorgenkind des FC Wacker Innsbruck bleibt die Damenmannschaft. Es tut einfach nur weh, was in diesem Jahr rund um die Frauenabteilung passiert ist. Auch den Wacker-Damen wurde im Frühjahr das Blaue vom Himmel versprochen. Kurzzeitpräsident Radi hat dem damaligen Sportlichen Leiter gar eine grandiose Budgeterhöhung in Aussicht gestellt, ehe sein Kartenhaus aus Ankündigungen und Versprechungen in sich zusammenfiel. Es folgte ein Exodus an Spielerinnen und Trainern. Geblieben war Bernhard Flatscher, der die letzten Reste der Damenabteilung zusammenhielt und versuchte irgendwie den Frauenfußball am Leben zu erhalten. Aus Mangel an Spielerinnen musste sogar die Meldung des eigentlich verpflichtend zu führenden Future League Teams zurückgezogen werden und dann stiegen auch noch zwei Sponsoren aus, die das Fundament für das ohnehin äußerst knappe Damen-Budget bildeten. Die Folge waren abgesagte Spiele, noch mehr Frust und eine Niederlagenserie. Die Spielerinnen mussten ihre Verpflegung während der Fahrten selbst finanzieren und der Arbeitgeber eines Betreuers (Generali) sprang dankenswerterweise als Sponsor einer Auswärtsfahrt ein. Zeitgleich trat Thomas Mayr in Erscheinung, der sich mit Rat und Tat anbot in dieser Situation mitzuhelfen. Dass dieser dann in kürzester Zeit Flatscher zum Rücktritt zwang, sich von Trainer Milivoj Vujanovic trennte und nun als Leiter der Damenabteilung und als "Hans-Dampf in allen Gassen" sowohl organisatorisch als auch sportlich in Alleinherrschaft agiert, wunderte Beobachter dann doch. 

Für noch größere Verwunderung sorgte dann der Besuch beim letzten Spiel der Wacker-Damen. Offensichtlich war am Tivoli W1 nichts organisiert. Keine Kassa, kein Platzsprecher, keine Bedienung der Anzeigentafel und auch kein Ausschank für die Anwesenden. Zumindest das hatte unter Flatscher heuer funktioniert. Eingedenk der Schwierigkeiten, mit denen man es in der Damenabteilung zu tun hat, waren die Zuschauer zwar verwundert, gaben sich aber verständnisvoll. Und als die Wacker-Damen dann auch noch den ersten Saisonsieg feierten, war die Freude unter allen Anwesenden groß. Doch kurz danach sorgte Mayr mit seiner Aussage in der Presse er habe "mit den Schwarz-Grünen nichts am Hut" für den nächsten Knalleffekt, für den es bei den Mitgliedern und Fans des Tiroler Traditionsvereins keinerlei Verständins mehr gibt! Dabei haben die Mitglieder des FC Wacker Innsbruck der Damenabteilung mit der Aufnahme in die Vereinsstatuten vor knapp zehn Jahren das Überleben gesichert! Entgegen vieler Bestrebungen von ehemaligen Entscheidungsträgern im Land und im Verein. 

Diese öffentlich getätigte Aussage von Mayr als Funktionär des FC Wacker Innsbruck ist ein Schlag ins Gesicht, für jene, die damals den Antrag zur Aufnahme der Damenabteilung in die Statuten des FCW gestellt haben und für alle, die dem zugestimmt haben (es waren 100%). Mayrs Sager ist ein Nackenschlag für jeden einzelnen Fan und jedes Mitglied der Schwarz-Grünen, die in letzter Zeit für die Damenabteilung gespendet haben, damit diese im Frühjahr überhaupt zu Ende spielen konnte. Diese Aussage von Mayr ist einem Vereinsfunktionär unwürdig und disqualifiziert ihn auf ganzer Ebene für eine Tätigkeit beim Tiroler Traditionsverein. Es ist unfassbar, dass sich ein Funktionär eines Vereins im Vereins-Outfit hinstellt und verkündet, er habe mit diesem nichts am Hut! Damit spuckt er jedem einzelnen Mitglied, Fan und Sympathisant der Schwarz-Grünen ins Gesicht! Man möge diesem Herren so schnell als möglich die Last von den Schultern nehmen, bei einem Verein tätig zu sein, mit dem er sich ganz offensichtlich nicht identifizieren kann und will.

Wie weitermachen?

Kommt Mayr zur Besinnung und man lässt ihn weitermachen, dann braucht es von seiner Seite aus ein ebenso öffentliches Bekenntnis zum FC Wacker Innsbruck und eine Entschuldigung an alle Schwarz-Grünen. Holt man neue Leute, wird es weitere Veränderungen geben. So oder so wird man jede Hilfe benötigen, um den Frauenfußball beim FCW aufrecht erhalten zu können. Im Zuge der Matchballspende beim Tiroler-Liga-Spiel der Herren gegen St. Johann stand im Netz geschrieben, FCW-Hauptsponsor KitzVenture will neben der Kampfmannschaft auch die Damen und ebenso unseren Nachwuchs unterstützen. Das sei ein Anliegen. So steht es da schwarz auf grün auf der wackeren Facebookseite nachzulesen. Das wird aber nicht reichen. In Zukunft scheint Frauenbundesliga für Amateurvereine wohl nicht mehr finanzierbar zu sein. Hat sich in den letzten Jahrzehnten im Frauenfußball in Österreich recht wenig verändert, geht die Entwicklung nun rasant vonstatten. Die Professionalisierung geht immer schneller und stetiger weiter, was in den kommenden Jahren zu einer Lizenzierung für die Frauenbundesliga führen wird. Diese in Bezug auf Budget, Infrastruktur und Personal zu erfüllen, werden wohl nur noch Herren-Profivereine schaffen, bei denen man Synergien mit der eigenen Damenabteilung  herstellen kann. Aber das ist Zukunftsmusik.

Heute muss man schauen, dass der FC Wacker Innsbruck als Ganzes zur Ruhe und Stabilität kommt. Da gehört auch die Damenabteilung dazu. Auch sie ist Teil des Vereins und soll das auch weiterhin bleiben. Dafür braucht es den Willen und die Unterstützung aller. Beim letzten Spiel der Wacker-Damen hat man gesehen, was man bewegen kann. Nach einem dramatischen Spielverlauf konnte man den ersten Sieg einfahren. Für die Entscheidung sorgte ein wahres Traumtor mit fantastischer Vorarbeit von Sylvia Makunku und dem nicht minder sehenswerten Abschluss von Ruzica Krajinovic. Dieses Tor hat Potential zum Tor des Jahres. Nach dem Schlusspfiff wurde ausgelassen mit etwa 50 Fans gefeiert. Alles wahre Wackerianer, die in jeder Lage zum Verein stehen, welche dem Aufruf der Faninitiative und des tivoli12 magazins gefolgt sind und die Damen unterstützt haben. Diese wurden von unseren Spielerinnen dann sogar im Jubelkreis aufgenommen und es ging so richtig rund. Die Erleichterung war greif- und spürbar. Das war echte Freude, die ich so noch selten erleben durfte! Dieser Besuch bei den Damen schreit förmlich nach WIEDERHOLUNG! Die Frage bleibt aber, ist so ein Besuch und so eine Unterstützung in Schwarz-Grün nach den Aussagen Mayrs überhaupt noch erwünscht? 

Autoren: Rudolf Tilg und Christian Hummer

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