tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 17. Dezember 2018

T. Waidhofer, A. Gruber

Die Absicherung genießt Priorität

Der FC Wacker Innsbruck beendete die Herbstsaison in der Bundesliga auf Platz zehn. Das vorrangige Ziel bleibt der Klassenerhalt. Der Blick richtet sich auch (ein wenig) auf Zweitliga-Leader WSG Wattens.

Innsbruck - Nach den Frostbeulen, die man sich auf den Sitzen beim abschließenden 0:0-Remis gegen den WAC im Tivoli holen konnte, wurde bei der Weihnachtsfeier des FC Wacker am Samstagabend einmal das Glas erhoben. Mit dem Aufstieg in die Bundesliga und der sinngemäßen Installation einer hungrigen zweiten Mannschaft in Liga zwei wurden Weichen gestellt, um sich auf der österreichischen Fußball-Landkarte wieder langfristig ein gutes Plätzchen zu sichern.

"Wir sind in der Liga angekommen. Das Ziel im ersten Jahr bleibt ein einstelliger Tabellenplatz. Entwicklung geht nicht von heute auf morgen", führt Wacker-Präsident Gerhard Stocker nüchtern aus. Zur durchaus schweren Finanzlage hält er fest: "Wir werden nicht jammern, sondern uns danach richten."

R wie Routine: Was hilft schön spielen - wie beispielsweise bei der 2:3-Niederlage im ersten Heimspiel gegen Sturm im 4-2-3-1-Korsett - und verlieren, wenn am Ende die Punkte fehlen? "Es wird um den Klassenerhalt gehen", hatte Cheftrainer Karl Daxbacher schnell festgestellt, dass die Optik in erster Linie am Tabellenstand hängt. Die Rückkehr zu einer taktischen Grundausrichtung mit massiverem Abwehrverbund bescherte den Schwarzgrünen eine starke Serie von fünf ungeschlagenen Spielen (LASK/1:0, Salzburg/1:1, Austria/0:0, Sturm/1:1, Altach/1:0).

D wie Defensive: Am Ende standen neben Abwehrchef Matthias Maak und Albert Vallci, dem womöglich konstantesten Spieler und einer heißen Transferaktie, zwei Zukunftshoffnungen häufig am Rasen: Eigengewächs Lukas Hupfauf brachte es auf strebsame 900 Ligaminuten, Innenverteidiger Manuel Maranda, der von den Fohlen hochrückte, auf 715. Zerstören war oft mehr als kreieren.

O wie Offensive: Für die "Flucht" nach vorne fehlten Wacker die Mittel. Hinter Speerspitze Zlatko Dedic klafft eine zu große Lücke, die der Formschwache Patrik Eler nie schließen Konnte. Neuzugang Cheikhou Dieng (3) schrieb nach Martin Harrer und Dedic (je 4 Treffer) noch am öftesten an. Der finale Pass weist aber auch nicht die Stärke des 25-jährigen Senegalesen aus. Auch ein Grund, warum es "nur" drei Heimsiege gab.

P wie Perspektiven: Auf dem Wunschzettel ans Christkind würde Daxbacher voraussichtlich einen kreativen Mittelfeldspieler schreiben. "Verstärkungen wünscht man sich immer. Zum Umbau haben wir keine Möglichkeiten", weiß Sir Karl, dass man sich im Frühjahr nach den verbleibenden vier Runden, der anschließenden Liga- und Punktehalbierung mit dem Abstiegskampf beschäftigen muss. Siege gegen die direkte Konkurrenz blieben im Herbst (z.B. Heimniederlagen gegen Admira und St. Pölten) zuweilen aus.

W wie Wattens: Die Kristallstädter klopfen als Winterkönig in Liga zwei an der Bundesliga-Tür an. "Zwei Tiroler in Liga eins wird es nachhaltig nicht vertragen", weiß Stocker, dass im Geschäftsmodell "Profifußball in Tirol" die finanziellen Ressourcen  fehlen. Man habe zu rudern, aber wie Stocker mit Optimismus schließt: "In unserem Verein sind trotzdem alle gut drauf."