tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 10. Januar 2019

Florian Madl

Unabhängigkeit kostet

Kürzlich endete beim FC Wacker Innsbruck der Winterschlaf, eisiger Wind bläst allerdings nicht nur den Sportlern entgegen: Die Tabellensituation deutet auf Abstiegskampf hin, das ohnehin schmal bemessene Clubbudget konnte dank einer Bürgschaft von Präsident Gerhard Stocker stabil gehalten werden. Aber das Tiroler Fußball-Publikum – oder was im Aufstiegsjahr davon übrig blieb – ist ein leidensfähiges. Und dass ein eingefleischter schwarz-grüner Fan selbst im Fall eines Wattener Aufstiegs zu Grün-Weiß wechselt, scheint ausgeschlossen. Was nach echter Verbundenheit aussieht, hat auch in der tiefen gegenseitigen Abneigung seine Wurzeln. Diese Rivalität steht sinnbildlich für die Situation in einer Sportart, die wie keine andere öffentlichen Zulauf und Zuschuss erfährt. Schon jetzt machen die Wattener politisch mobil, pochen im Fall eines Aufstiegs auf Gleichbehandlung durch die Subventionsgeber. Zu Recht, allerdings können zwei Klubs in der höchsten Liga angesichts der tristen Sponsorenlandschaft nicht zum Wohl des Tiroler Fußballs sein. Mit gut sechs Millionen hier (FC Wacker) und gut vier Millionen dort (WSG Wattens) dort findet in der höchsten Liga niemand sein Auslangen. Das will kein Fan hören, aber es entspricht der wirtschaftlichen Realität. Und von der entfernte sich der Tiroler Fußball schon einmal. Es bleibt ein Wunsch für 2019, dass die Verantwortlichen endlich an einem Strang ziehen. Das fängt im Nachwuchs an, wo die Kommunikation mit dem Tiroler Fußballverband ausbaufähig ist. Und das hört oben auf, wo sich jeder seine Eigenständigkeit bewahren will. Die muss man sich nämlich auch leisten können.