tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 01. Februar 2019

Alex Gruber

Die Botschaft muss angekommen sein

Die 1:4-Testpleite der Wacker-Profis gegen das zweite Team lässt sich vielschichtig interpretieren. Einige „Fohlen“ rücken fürs Trainingslager zur Ersten nach.

Innsbruck – Beim FC Wacker Innsbruck war man gestern darum bemüht, die Niederlage der Einser nicht auch noch intern hochkochen zu lassen. „Es geht weniger darum, gegen wen wir gespielt haben, als vielmehr darum, dass gewisse Sachen gut funktionieren. Wir haben im Positionsspiel etwas umgestellt und finden immer wieder Lösungen“, sprach der siegreiche Zweier-Coach Thomas Grumser sachlich. „Da sind einige gute Junge dabei“, lobte Cheftrainer Karl Daxbacher, nachdem die Pleite gestern noch einmal in der Kabine angesprochen wurde.

Vor dem Start ins Trainingslager in der Türkei hatte es aber wenig Sinn, noch groß Feuer zu legen. Denn die Botschaft muss bei allen angekommen sein. „Ich sehe dieses Spiel als Wink, dass der interne Wettbewerb und Konkurrenzkampf eröffnet ist“, sprach mit Alfred Hörtnagl der Geschäftsführer Sport.

Mit der Installation der zweiten Mannschaft in Liga zwei wurde die Lücke ja kleiner, schon im Herbst rutschten Lukas Hupfauf, Manue­l Maranda und im Finish auch Murat Satin nach oben nach. Nach einigen Ausfällen – Ilka­y Durmus und Florian Buch­acher reisen gar nicht mit in die Türkei – haben sich jetzt auch noch andere ein Trainingslager-Ticket bei den Profis gesichert. Doppeltorschütze Alexander Kogler (Sohn von Ex-Wacker-Coach Walter), Karim Conte und Elvi­n Ibrisimovic können sich in Side wie Neuzugang Johannes Handle weiter empfehlen, was klarerweise auch weiter für Atsushi Zaizen und Flo Rieder gilt.

„Wir haben den Kader bei den Profis schon im Sommer bewusst kleiner gehalten. Der Weg nach oben ist offen und dementsprechend sind die Spieler bei der Zweier alle hochmotiviert“, strich Hörtnagl das Positive hervor.

Betrachtet man die Niederlage der Profis im Detail, entdeckt man natürlich auch die Kehrseite der Medaille. Ohne Zlatko Dedic weht im Wacker-Sturm ein zu laues Lüfterl, die Rückkehr einiger weiterer Angeschlagener (Freitag, Rakowitz, Meusburger?...) fordert wie von allen anderen in den kommenden Wochen ausnahmslos Leistung ein. Denn der Probegalopp in der Wiesengasse legte im Profizirkus fürs Bundesliga-Frühjahr den beinharten Abstiegskampf nahe – mit der Frage, zu welchem System und welcher taktischen Ausrichtung Daxbacher mit den überschaubaren Mitteln greift. Die Entscheidung bezüglich Franck Etound­i wird heute gefällt. Nimmt man von einer Verpflichtung des Kameruners Abstand, bleibt noch bis 6. Februar für eine andere Lösung Zeit. „Wir sind beim Stürmerthema voll dran“, weiß Hörtnagl, dass in der Offensive akuter Handlungsbedarf besteht.