tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 05. Februar 2019

Alex Gruber

Noch immer fehlen die Schussstiefel

Der FC Wacker Innsbruck verlor den ersten Side-Test mit 0:1 gegen Mladost Kakanj (BOS). Lukas Hupfauf wurde ein Opfer der Härte. Und der Handlungsbedarf im Spiel nach vorne bleibt augenscheinlich.

Side – Gleich vorweg – Testspiele in einem Trainingslager, noch dazu gegen einen heißblütigen Gegner, offenbaren immer ein gewisses „Amok“-Potenzial. Und die rustikale Gangart, die der bosnische Erstligist in einer ruppigen ersten Spielhälfte an den Tag gelegt hatte, war nicht nur grenzwertig, sondern in einigen Szenen grenzüberschreitend. Insbesondere bei einem brutalen Foul an Lukas Hupfauf, der mit einem geschwollenen Knöchel zurück ins Hotel kam. „Ich hatte hoffentlich Glück im Unglück“, sagte der 22-jährige Tiroler. Nach dem Wechsel erwischte es auch noch Michael Schimpelsberger an einer ähnlichen Stelle. Das bedeutet in den kommenden Tagen womöglich ein eingeschränktes Programm. Grenzen sind auch Coach Karl Daxbacher gesetzt.

S wie System: Nach den noch länger dauernden verletzungsbedingten Ausfällen der beiden Offensivflügel Ilkay Durmus und Stefan Rakowitz und beim (langen) Warten auf einen neuen Stürmer sind „Sir Karl“ im Spiel nach vorne die Hände gebunden. Und so schickte er seine Startelf gestern im 3-5-2-Korsett, das im Spiel gegen den Ball auch ein 5-3-2 bedeutet, aufs Feld. „Wir wollten kompakt stehen und auf Konter spielen. Das ist uns bei den Ballgewinnen zu wenig oft gelungen“, stellte der Cheftrainer fest. Systemmäßig hält er fest: „Wir haben mit so einer Spielanlage die besten Erfahrungen gemacht. Ich hätte auch gerne was anderes, aber wir müssen erfolgsorientiert spielen.“

Cheikhou Dieng hatte gestern unmittelbar vor dem Pausentee nach herrlichem Pass von Sturmpartner Zlatko Dedic die Führung am Fuß, ein Knipser war der 25-jährige Senegalese auch in dieser Szene nicht.

Nach der Pause agierten die Schwarzgrünen mit vielen Youngsters aus der zweiten Mannschaft im 4-3-3, ein unglückliches Eigentor von Neuerwerbung Johannes Handl brachte den 0:1-Rückstand, den Alexander Kogler zweimal (73., 79.) hätte ausgleichen können. Ein näherer Blick auf die Positionen:

T wie Tor: An Christopher Knett gibt es nichts zu rütteln, gestern durften Hidajet Hankic und Alexander Eckmayr ran. Beim Härtetest gegen den ukrainischen Topklub Schachtar Donezk wird Wacker am Donnerstag einen starken Knett brauchen.

V wie Verteidigung: Weil Stefan Meusburger nach seiner Schulterverletzung vor der vollständigen Rückkehr ins Mannschaftstraining steht, spielte sich in der Dreierkette vorerst Stefan Peric in die Auslage. „Er war ein richtiger Pluspunkt“, notierte Daxbacher, dass der 21-Jährige gegen ein Team aus der Heimat seiner Eltern eine starke Figur abgab. Mit guter Spiel­eröffnung klopft Peric um ein Stammleiberl an.

M wie Mittelfeld: Neben Staubsauger Bryan Henning begannen gestern gegen Kakanj Martin Harrer und Daniele Gabriele als zwei „Achter“, die für kreative Momente sorgen sollen. Mit Roman Kerschbaum und Christoph Freitag hält Daxbacher in der Zentrale zwei erfahrene Back-ups. Die fehlenden offensiven Außen wurden schon angesprochen, Neuzugang Christian Klem macht in beide Spielrichtungen über links eine solide Figur.

S wie Sturm: Das Warten auf Mister X ging gestern vor dem nahenden Transferschluss weiter. Die torarme Vorbereitung drückt aus, wo der Schuh am meisten drückt. Dedic ging gestern nach einem Foul kurz zu Boden. Und da kommt schon fast (leichte) Panik auf.

FC Wacker IBK – Mladost Doboj Kakanj (BOS-H./1. Liga)0:1 (0:0). Side; Tore: Handl (47., Eigentor).

FC Wacker, 1. Halbzeit (3-5-2): Hankic; Peric, Maak, Maranda; Hupfauf, Harrer, Henning, Gabriele, Klem; Dieng, Dedic.

FC Wacker, 2. HZ (4-3-3-): Eckmayr; Schimpelsberger, Handl, Peric, Satin; Freitag, Conte, Kerschbaum; Kogler, Zaizen, Ibisimovic.