tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 07. Februar 2019

Alex Gruber

Wacker zündete den Transfer-Turbo

Wie die TT bereits berichtete, heuert Muhammed Kiprit, Sturmjuwel von Hertha BSC, beim FC Wacker Innsbruck an. Die Schwarzgrünen legten kurz vor Transferschluss offensiv noch mit Sascha Horvath nach.

"Wo steckt der Gogo?", lautete beim gestrigen Nachmittagstraining in Side eine durchaus spannende Frage. Gemeint war Klubsekretär Feistmantl, der die Seinen auch auf türkischem Boden ja so gut wie nie aus den Augen lässt. Das Wacker-Urgestein harrte der Dinge, wann endlich der letzte Transfer fixiert ist. Nach dem 19-jährigen Hertha-Angreifer Muhammed Kiprit, der Berlins U19 2017/18 mit 26 Toren und sieben Assists zum deutschen Meistertitel schoss und seit Sommer im Kader der Hertha-Profis stand, legten die Schwarzgrünen noch einmal nach:

Kurz vor 17 Uhr Tiroler Zeit (19 Uhr in Side) war die Katze aus dem Sack. Der FC Wacker leiht den technisch versierten Offensivspieler Sascha Horvath von Dynamo Dresden aus. Dort, wo eines der (einst) größten Nachwuchstalente Österreichs und Ex-U21-Teamspieler, nach Stationen bei der Austria und Sturm (62 Bundesliga-Partien), zuletzt in der zweiten deutschen Liga nicht mehr zum Einsatz gekommen war. Die Verpflichtung des 22-Jährigen, der mit Toren und Vorlagen auch auf Einsätze in der UEFA Youth League und im DFB-Pokal verweisen kann, ist ein wackeres Statement - und eine Reaktion auf die Verletzungen der beiden Offensivflügel Stefan Rakowitz und Ilkay Durmus, deren Comeback noch einige Wochen dauern könnte.

Bei der lang andauernden Stürmersuche wurde der FCW bei der Hertha in Berlin fündig. Dabei kam in den vergangenen Tagen auch der Name von Ex-ÖFB-Teamangreifer Erwin "Jimmy" Hoffer (31/derzeit bei KFCO Beerschot Wilrijk in der zweiten belgischen Liga unter Vertrag) aufs Tableau. Das wäre die "alte" Variante gewesen. Der FCW entschied sich aber für die "junge" Version. Und Kiprit reist heute gemeinsam mit Horvath in die Türkei an.

"Er ist ein Toreschießer", freut sich Coach Karl Daxbacher, seinen Sturm-Neuzugang in Side begrüßen zu dürfen. "Wer aus dem Hertha-Nachwuchs kommt, hat eine sehr gute Ausbildung genossen", weiß Kampfmaschine Bryan Henning als gebürtiger Berliner aus erster Hand. Die Wege der beiden - Kiprit ist vier Jahre jünger und lief als Doppelstaatsbürger schon für das deutsche U19-Team und jetzt für die türkische U21-Auswahl auf - haben sich nur am Rande gestreift.

"Können Kiprit und Horvath dem FC Wacker (sofort) helfen?", lautet die entscheidende Frage. Gut zwei Wochen bleiben bis zum Saisonstart bei der Admira (23.2.) noch Zeit für deren Integration. Weil sich Toptorschütze Zlatko Dedic - im Herbst mit Martin Harrer mit vier Toren ex aequo FCW-Topscorer - aus körperlichen Gründen mit 34 Lenzen die ein oder andere Pause gönnen muss, tut frisches Offensivblut in jedem Fall gut.