tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 09. Februar 2019

Gernot Gsellmann

Erfolg steht über Philosophie!

Karl Daxbacher stand beim Türkei-Camp von Innsbruck Rede und Antwort – dabei zeigte Wackers Coach viel Gelassenheit

Seit sieben Tagen seid ihr auf Trainingslager in Side – zufrieden?

Ich bin froh, dass wir hier sind. Wetterbedingt war es in Tirol sehr schwer, unsere Vorstellungen von einer geregelten Vorbereitung umzusetzen.

Stichwort Tests.

Defensiv haben wir sehr gut gearbeitet, mit dem Einser-Team zweimal zu Null gespielt. Aber auch die Jungen haben gezeigt, dass sie Alternativen im Frühjahr sein können.

Stichwort Neuzugänge.

Dass Kiprit und Horvath erst so knapp vor Meisterschaftsauftakt zu uns gestoßen sind, ist natürlich nicht optimal. Aber ich bin froh, dass es überhaupt geklappt hat. Und Klem hat sich schnell integriert.

Stichwort Frühjahr.

Es liegt auf der Hand, dass es richtig eng werden wird. Die Spannung wird groß sein – weil ich auch glaube, dass sich keine Mannschaft frühzeitig absetzen wird können.

Stichwort System.

Klar war ich mit meinen Mannschaften immer offensiver orientiert. Ich bin aber auch ein Mensch, der den Erfolg immer über die eigene Philosophie stellt – da muss man den eigenen Egoismus einfach zurückstellen. Die Spieler müssen überzeugt sein, was sie ab Mitte des Herbstes und aktuell sicher vom 5-3-2 sind. Was aber auch nicht heißt, dass wir in einigen Spielen nicht auf ein 4-1-4-1 oder 4-4-2 umstellen werden. Das können wir auch.

Stichwort Vertrag (Anm.: läuft im Sommer aus).

Eines vorweg: Ich brauche keine frühe Entscheidung, muss den Klub nicht unter Druck setzen. Ich bin ja in der komfortablen Situation, Gelassenheit haben zu dürfen, keine Existenzängste haben zu müssen. Sollte alles positiv sein, wird viel Freude herrschen. Wir werden sehen.

Stichwort Entspannung.

Daheim mit meiner Frau, beim späten Frühstück (lacht). Aber auch beim Schach. Vielfältig, strategisch, lehrreich. Ich spiel ja fast jeden Tag gegen einen Gegner am Computer. Die Partie hier gegen einen deutschen Touristen war eine Ausnahme.

Stichwort Lagerkoller.

Bei mir sicher nicht – es ist ja nicht das erste Trainingslager für mich! Man kann es ja nicht ausschließen, aber nachdem in der Türkei immer alles passt, von Unterkunft, Essen, über Plätze und Gegner, ist die Chance dafür immer geringer.

Stichwort „Camp-Sieger“.

Die gibt es, möchte ich aber nicht öffentlich machen. Es ist gut zu sehen, dass alle wirklich gut mitziehen. Mühsam ist nur, dass – auch schon in Innsbruck – nie alle dieselbe Belastung machen konnten, da wir doch einige Verletzte oder Kranke hatten.