tivoli12 - das schwarz-grüne magazin

Ausgabe: 04. März 2019

Wolfgang Müller

Trainer-Frage nach kapitalem Fehlstart

Nach der gestrigen 0:1-Pleite vor 2873 enttäuschten Zuschauern im Tivoli gegen Mattersburg schrillen beim FC Wacker die Alarmglocken. Die Tiroler liegen nur noch zwei Zähler vor Tabellen-Schlusslicht Altach.

Innsbruck - Null Tore, null Punkte, Torverhältnis 0:4, die Stimmung so wie die Tabellenplatzierung tief im Keller - beim FC Wacker läuten nach dem desaströsen Fehlstart in das Frühjahr die Alarmglocken. 2873 Zuschauer machten sich nach der gestrigen 0:1-Heimniederlage gegen Mattersburg ebenso entsetzt wie konsterniert auf den Heimweg. Logisch, dass nach dem Schlusspfiff die Trainerdiskussion aufflammte. "Wir werden die Lage analysieren und dann in Ruhe entscheiden", meinte Alfred Hörtnagl kryptisch. Was nicht unbedingt nach absoluter Rückendeckung klingt. "Wenn man nicht gewinnt, ist es klar, dass man zur Diskussion steht. Es passiert vielen und viel besseren Trainern als mir, dass sie einmal abgelöst werden. Da habe ich jetzt nicht das große Problem damit", so FCW-Coach Karl Daxbacher, der in den beiden Abschlussrunden des Grunddurchganges auf den LASK und Meister Salzburg trifft.

Zumindest langweilig war es gestern im Tivoli nicht. Die erste Halbzeit war ein offener Schlagabtausch mit Großchancen am laufenden Band. Es begann mit einem Lattenschuss von Cheikhou Dieng (3.) nach idealem Zuspiel von Zlatko Dedic, der wieder von Beginn an stürmte. Die erste halbe Stunde hatten die Grün-Schwarzen die Partie im Griff, gingen aber nicht in Führung, weil Dedic und Dieng entweder an Mattersburg-Goalie Markus Kuster scheiterten oder das Tor verfehlten. Dann legten die Gäste den Schalter um und vernebelten ihrerseits Sitzer im Minutentakt. Innerhalb von zwei Minuten trafen Marko Kvasina, Martin Pusic und Daniel Mahrer (36.) die Querlatte. Zuvor war FCW-Goalie Christoph Knett schon bei einem missglückten Rettungsversuch von Christian Klem gefordert (Superparade!). Knapp vor dem Wechsel waren die Tiroler wieder am Zug, doch Dedic und der aufgerückte Stefan Peric vergaben. Statt 4:4 oder 5:5 stand es beim Pausenpfiff immer noch 0:0. Für die Zuschauer ein abwechslungsreicher Thriller, für die beiden Trainer an der Seitenlinie ein Albtraum.

Während sich für Klaus Schmidt nach dem Siegestreffer von Andreas Gruber (75.) der Abend doch noch zu einem erfolgreichen entwickelte, schlichen die Wacker-Profis angeschlagen und schwer enttäuscht vom Feld. "Es war klar, dass in diesem Spiel der gewinnt, der das erste Tor schießt, und das waren nicht wir", meinte Stürmer Dedic und Abwehrchef Matthias Maak schüttelte nur den Kopf: "Verdammt bitter. In der zweiten Halbzeit ließen wir fast nichts zu, dann entscheidet ein Pass die Partie und alles war wieder einmal umsonst." Für Ex-FCW-Trainer Schmidt war die Fußballwelt in Ordnung. Zumal Mattersburg die Chance auf das obere Play-off wahrte. Der Liga-Neunte hat in der Tabelle vier Punkte Rückstand auf den Sechsten Sturm. "Wir haben am Sonntag Rapid vor der Brust. Ich hoffe, dass das Stadion gut besucht sein wird. Vielleicht schaffen wir eine Sensation, dann reden wir weiter. Jetzt bin ich noch zu sehr weg von der Meisterrunde, sondern es war mir wichtig, dass wir gut spielen und drei Punkte aus dem Tivoli mitnehmen."